Zum Inhalt springen

Grosses Aufatmen Fliegerbombe in Augsburg ist entschärft

Legende: Video Evakuierung in Augsburg abspielen. Laufzeit 1:41 Minuten.
Aus Tagesschau vom 25.12.2016.
  • Zwei Bombenspezialisten haben am Sonntagabend eine Fliegerbombe erfolgreich entschärft.
  • Im schwäbischen Augsburg war am Weihnachtstag die grösste Evakuierungsaktion seit dem Zweiten Weltkrieg angelaufen.
  • 54'000 Personen mussten in der Innenstadt ihr Zuhause verlassen.
  • Die Luftmine war am Dienstag in der Innenstadt bei Bauarbeiten gefunden worden.

Am Sonntagabend kurz vor 19 Uhr haben zwei Spezialisten des Kampfmittelräumungsdienstes eine 1,8 Tonnen schwere Fliegerbombe erfolgreich entschärft.

Ein Polizeisprecher bestätigte, dass nach fast vier Stunden die Luftmine unschädlich gemacht werden konnte. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg von einem britischen Bomber abgeworfen.

Die Stadtverwaltung Augsburg teilte auf Twitter mit, dass damit aber die Evakuierung noch nicht aufgehoben sei. 54'000 Einwohner dürfen darum noch nicht nach Hause gehen.

Die Luftmine enthielt mindestens drei Zünder und das Mehrfache an Sprengstoff einer normalen Fliegerbombe.

Die ausgegrabene Fliegerbombe, wie ein kleiner runder, liegender Öltank oder grosser Wasserboiler.
Legende: «Das ist das Ding!» twittert die Polizei Schwaben Nord. Die Fliegerbombe ist entschärft. @polizeiSWN

Wenig Freude der Bürger am Weihnachtstag

Bei der Evakuierungsaktion war es am Vormittag zu Verzögerungen gekommen. Die Räumung des Sperrgebiets in einem Umkreis von eineinhalb Kilometern um die Bombe waren erst eine Stunde später abgeschlossen als geplant.

Erst kurz vor 15 Uhr konnten zwei Spezialisten des Kampfmittelräumdienstes mit der gefährlichen Arbeit beginnen.

Die Männer, die die Bombe entschärfen werden, sind gut drauf.
Autor: Andreas HeilRäumungsunternehmen Tauber

Bis 10 Uhr waren 54'000 Augsburger aufgefordert, am Weihnachtsfeiertag ihre Wohnungen in der Innenstadt zu verlassen. Danach kontrollierten tausende Polizisten und Feuerwehrleute, ob die Sicherheitszone tatsächlich geräumt ist.

Sie klingelten an den Haustüren und fuhren mit Lautsprecherwagen durch die Strassen. Wer zu dieser Zeit noch unterwegs war, wurde aus dem Gefahrenbereich gebracht. Es gab auch vereinzelt Menschen, die sich weigerten, zu gehen.

Den einen oder anderen mussten wir positiv beeinflussen, um ihn zum Verlassen des Schutzbereichs zu bewegen.
Autor: Polizeibeamter im Einsatz

«Schöne» Bescherung

Die Entschärfung wurde bewusst auf den Weihnachtsfeiertag gelegt, weil eine Räumung eines so grossen Gebietes an einem Werktag nicht realistisch gewesen wäre.

Zahlreiche Fabriken und Büros hätten ebenfalls geschlossen werden müssen. An einem Feiertag gebe es auch weniger Verkehr, teilte die Stadt mit. Zudem wollte man Bombe nicht eine Woche ausgegraben in der Innenstadt liegen lassen.

Rüstungszentrum der Nazi

In Augsburg werden immer wieder Fliegerbomben entdeckt. Bislang allerdings noch nie eine so grosse Bombe. Die Region Augsburg war ein wichtiger Stadtort der Flugzeugindustrie der Nazis. Darum wurde die Stadt im Zweiten Weltkrieg mehrfach von den Alliierten bombardiert.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

21 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Fabio Trimarchi (Ad Infinitum)
    Ja herzlichen Dank auch Churchill and Bomber Harries!!!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Die haben damals nur ihren Job gemacht. - Keinesfalls darf man vergessen, dass da der "Eine" damit angefangen hat, keinesfalls. - Diese Bombe ist gewissermassen auch eine Hinterlassenschaft typisch deutscher Fehlpolitik.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      In der Tat, man kann Curchill danken, man kann auch restlos allen anderen für deren Einsatz gegen das "deutsche Regime" nur dankbar sein. In der Tat da ist ein Dankeschön mehr als nur angebracht.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      @Haller: Sie sollten froh sein, dass Nazi-Deutschland rechtzeitig kapituliert hat. Sonst hätten Sie in der Schweiz womöglich auch noch etwas von einer ewig strahlenden Bombe wie in Hiroshima oder Nagasaki abgekriegt. Denken Sie daran, dass hypernationalistische Hassprediger bestimmt einem klitzekleinen Land alles andere als gut tun.. Schuldvorwürfe ausgerechnet aus einem Land, dass sich als Finanzdrehscheibe der Nazis eine goldene Nase verdient hat, sollten sich für Leute mit Anstand verbieten.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    4. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Herr Chauvet, Sie koennen es ja nicht wissen, aber meine Grosseltern und Eltern haben wegen Deutschland den NAZIS & den Froentlern sehr arg gelitten.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Alain Terrieur (Imhof)
    ... es werden künftig noch viele Kriege nachklingen, gewisse Abfälle nachstrahlen...! OH DU FRÖHLICHE
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Philipp Etter (Philipp Etter)
    Um die Bevölkerung schützen zu können, musste die Augsburger INNENSTADT geräumt werden...Obwohl Augsburg eine wichtige Industriestadt war in der NS-Zeit, fanden die Briten mehr gefallen daran, die Zivilbevölkerung zu bombardieren, statt die Industriebetriebe und die Zufahrten zu Konzentrations- und Vernichtungslagern !! Aus heutiger Sicht müsste man dies als versuchten Genozid an der deutschen Bevölkerung bezeichnen und Churchill war nichts weiter als ein Kriegsverbrecher.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Christian Szabo (C. Szabo)
      Der 2. WK war sehr komplex. Bereits einige Ursachen für seinen Ausbruch waren vielfältig und Verbrechen. Das Verhalten der sogenannten Siegermächte muss man auch im Kontext eines brutalen Krieges sehen. Humanität war äusserst selten, psychologische Kriegsführung weit verbreitet, auf allen Seiten. Errungenschaften des Krieges wurden von den Siegern genutzt und wenige Verbrecher auf der Verliererseite bestraft. Auf der Gewinnerseite praktisch keine.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Die Deutschen damals, Herr Etter, haben es auch nicht so genau genommen beim Bombardieren. - Einfach mal alles berücksichtigen was es zum Berücksichtigen gibt. - Auf Deutschland ist damals absolut keine Bombe zu wenig gefallen. Klingt brutal, aber es entsprach vollumfänglich den damaligen Gegebenheiten.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Philipp Etter (Philipp Etter)
      @H.H. Ich habe mit keinem Wort die Taten Deutschlands relativiert. Nur wäre es mehr als siebzig Jahre nach Kriegsende an der Zeit, mal genauer hinzuschauen, was damals wirklich war und alle Schuldigen beim Namen zu nennen. Gemäss Versailler Vertrag hätten die Deutschen 39 gar keine schlagkräftige Armee haben können, hatten sie aber trotzdem. Wer hat dies denn zugelassen? Wer stellte die nötigen Finanzen zur Verfügung? Natürlich ist es billiger beim Narrativ: "Deutschland war's" zu bleiben.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    4. Antwort von Alex Bauert (A. Bauert)
      Ja, Herr Etter, sehe ich auch so. Es gibt erstaunlich keinerlei Forschung zur Frage, wieso die Allierten zumindest die Zufahrtswege zu den KZ's, Strassen und Eisenbahnen, nicht bombardiert hatten. Selbst deren Zerstörung hätte zwar tausende Leben gekostet, zehntausende jedoch gerettet. Vorwürfe zu Zivile bombardieren: Nein, den gleichen Fehler machten die Deutschen in GB. Alle Bomben auf Häfen hätten die wirtschaftliche Kapazität stärker eingeschränkt. Hinterher sind wir klüger.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    5. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Ich kenne die Deutsche Geschichte sehr gut Herr Etter. Diese Wiederaufrüstung übrigens hat schon weit vor der Machtergreifung im Verborgenen stattgefunden. Für diese 101 Divisionen (Stand 1939) der damaligen Wehrmacht bestanden die "Blaupausen" schon vor der eigentliche Machtübernahme durch Hitler. NB: Waffen zur Selbstverteidigung haben ist eine Sache und dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Waffen haben und diese im Angriffskrieg einsetzen ist eine ganz andere Sache Herr Etter.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    6. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Abgesehen jeder Täter versucht seine Schuld letztlich auch auf andere abzuwälzen um seine eigene Verantwortung zu relativieren. - Nur das greift hier einfach viel zu kurz. - Ich habe noch gegenüber Deutschland heute wieder mehr Bedenken und kann diese hier in diesem Forum kaum umfassend darlegen und aufführen. (Volker Pispers: "...kein Krieg darf jemals wieder....)
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    7. Antwort von Philipp Etter (Philipp Etter)
      @H.H. Ich bin auch "Fan" von Pispers. Trotzdem waren Schröder und Fischer diejenigen, die sich nach Briefing bei einer andern Regierung, über deren Wesen und Machenschaften sich Pispers auch ausführlich geäussert hat diejenigen, die sich zum Mittun in Ex-Jugoslawien haben instrumentalisieren lassen. Ich glaube nicht, dass sich die Deutschen dafür ausgesprochen hätten, mitzumachen bei diesem völkerrechtswidrigen Krieg, hätten sie denn darüber abstimmen können.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen