Zum Inhalt springen

International Flüchtlinge strömen weiter zu Tausenden gen Europa

Trotz der kälteren Temperaturen sind weiterhin Hunderttausende auf der Flucht. Insbesondere in Griechenland, Slowenien und Kroatien ist die Lage dramatisch. Unterdessen fordert der Bürgermeister von Lesbos das Sterben vor seiner Insel endlich zu unterbinden.

Flüchtlinge im slowenischen  Sentilj am 29.10.2015.
Legende: Wie hier im slowenischen Sentilj warten Tausende täglich auf eine Möglichkeit zur Weiterreise nach Österreich. Keystone

Das Flüchtlingsdrama in der Ägäis hat kein Ende: Ein Boot mit etwa 150 Flüchtlingen an Bord soll nach griechischen Medienberichten vor Lesbos gekentert sein. Starker Wind hatte in der Region für hohe Wellen gesorgt, berichtete das Staatsradio.

Rettungsmannschaften der Küstenwache und Fischer mit ihren Booten suchen im Meer nach den Verunglückten, hiess es. Schon am Morgen hatte die Küstenwache nach dem Kentern eines anderen Bootes vor Lesbos 35 Migranten aus den Fluten gerettet.

Wohnungen und Aufnahmelager für 50'000 geplant

In der griechischen Hafenstadt Piräus sind unterdessen innerhalb von 24 Stunden knapp 8700 Flüchtlinge und Migranten von den Ägäisinseln angekommen. Am Morgen hätten zwei Fähren 2682 Menschen von den Inseln Lesbos und Chios gebracht, teilte die Küstenwache weiter mit. Die Menschen wollten mehrheitlich nach Westeuropa weiterreisen.

Die Regierung in Athen plant, im Rahmen der Vereinbarungen mit den anderen EU-Staaten bis zum Jahresende Aufnahmelager für 30'000 Menschen in Betrieb zu nehmen. Zudem sollen 20'000 Flüchtlinge in Wohnungen untergebracht werden. Die Mieten sollen mit EU-Geldern subventioniert werden.

Mehr als 100'000 passierten Slowenien

Auf der sogenannten Balkan-Route durch Kroatien, Slowenien und Österreich Richtung Deutschland sind weiter Tausende Flüchtlinge unterwegs. In Slowenien trafen am Samstag in den ersten sechs Stunden mehr als 1000 Flüchtlinge aus Kroatien ein, wie die slowenische Polizei mitteilte. Am Freitag waren es insgesamt 7539 gewesen.

Seit Ungarn Mitte des Monats seine Landgrenze zu Kroatien mit einem Sperrzaun abgeriegelt hat, sind 111'354 Menschen auf der Balkan-Route durch Slowenien gekommen. Slowenien registrierte im Schnitt 8000 bis 9000 Asylbewerber am Tag. Das kleine Land leitet sie zur österreichischen Grenze weiter.

In Kroatien wiederum trafen in der Nacht zum Samstag 2473 Migranten aus Serbien ein, teilte das Innenministerium auf seiner Homepage mit. Am Vortag waren es insgesamt mehr als 6600 gewesen.

Fähren statt Tod

Der Bürgermeister der Insel Lesbos fordert, dass Fähren künftig Flüchtlinge direkt aus der Türkei nach Griechenland bringen. Solange die EU die Türkei nicht dazu bewegen könne, den Flüchtlingsstrom zu kontrollieren, bleibe keine andere Möglichkeit. Nur so könne man verhindern, dass weiterhin Menschen im Meer ertränken.

33 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Marcel Chauvet (xyzz)
    Wenn man wie hier auf dem Bild sieht, dass Eltern ihre kleinen Kinder mit auf eine gefährliche Flucht nehmen, sieht man,wie verzweifelt diese Leute sein müssen. Ein so hohes Risiko dürften eigentlich die Eltern im Interesse ihrer Schutzbefohlenen nicht eingehen. Wären es deutsche Eltern würde bestimmt ein Staatsanwalt prüfen, ob hier Dolus eventualis, also die Inkaufnahme des Todes eines Schutzbefohlenen vorliegt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von roland goetschi (pandabiss)
      Kinder in einem Kriegsgebiet zu lassen ist auch nicht gerade ungefährlich.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Christa lohmann (Saleve2)
      Natürlich nicht zurück lassen. Ich hätte meine Kinder auch weggebracht, wäre aber im nächst sicheren Land geblieben. Auch wenn es nur eine Zeltunterkunft gewesen wäre. Aber sie auf so eine Reise mitzunehmen, dieses Risiko ist einfach unverantwortlich.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von peter weber (Schamane)
    Es war einmal ein herrliches Reich im Westen und die armen Völker der Ostens und Südens strömten dorthin. Hier wurden sie alle mit offenen Armen aufgenommen, bekamen Geld, ein Haus, Bildung, einen guten Job und unlimitierten Internetzugang. Sie belebten das Reich mit fremden Kulturen und neue Religionen. Und wenn sie nicht gestorben sind, leben noch immer alle glücklich und einträchtig zusammen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Die Flüchtlinge wissen, dass immer mehr neue Wohnungen und Aufnahmelager für sie gebaut werden und strömen deshalb ohne Unterbruch nach Europa. Es kommt noch soweit, dass WIR flüchten müssen, weil wir keinen Platz mehr in der Heimat haben.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Thomas Zangerl (TZ)
      Was glauben Sie warum ich schon vor 2 Jahren nach Polen gezogen bin...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen