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International Flüchtlinge stürmen Zaun an griechisch-mazedonischer Grenze

Hunderte Flüchtlinge haben die Bahntrasse und den Grenzzaun zwischen Griechenland und Mazedonien gestürmt. Die mazedonische Polizei setzte Tränengas ein. Angeblich verbreitete sich fälschlicherweise das Gerücht, die Grenze sei wieder geöffnet.

Legende: Video Situation an mazedonisch-griechischer Grenze eskaliert abspielen. Laufzeit 3:36 Minuten.
Aus Tagesschau vom 29.02.2016.

Flüchtlinge haben den Grenzzaun zwischen Mazedonien und Griechenland teilweise niedergerissen. Die mazedonische Polizei setzte daraufhin Tränengas ein. Sie hinderte damit hunderte Flüchtlinge daran, die Grenze vom griechischen Dorf Idomeni aus zu überqueren.

Die mazedonische Polizei, geschützt durch Helme, Westen und Schutzschilder steht zahlreichen Flüchtlingen am Grenzzaun gegenüber.
Legende: Die mazedonische Polizei setzte Tränengas ein, um die Flüchtlinge auf der griechischen Seite zurückzudrängen. Keystone

Auslöser war Medienberichten zufolge ein Gerücht, wonach Mazedonien angeblich seine Grenze wieder für alle Migranten geöffnet habe. «Frei, frei, wir können rüber», schrie ein Flüchtling im griechischen Fernsehen. Griechische Grenzpolizisten sagten der Deutschen Presse-Agentur (dpa), das Gerücht stimme nicht, die Grenze sei geschlossen. Die griechische Polizei hielt sich aus Angst vor einer Eskalation zurück.

Am frühen Nachmittag beruhigte sich die Lage etwas. Allerdings schleuderten junge Migranten Steine über den Zaun auf die mazedonische Polizei und beschimpften die Beamten.

Kontingente auf Balkanroute

Am Grenzübergang zwischen Griechenland und Mazedonien harren nach Schätzungen mehr als 7000 Migranten aus. In der Nacht zum Montag durften griechischen Polizisten zufolge 305 Flüchtlinge nach Norden weiterreisen. Seit etwa vier Uhr am frühen Montagmorgen sei der Grenzzaun geschlossen, teilte die griechische Polizei weiter mit.

Die Länder an der Balkanroute – Mazedonien, Serbien, Kroatien und Slowenien – hatten sich unter Führung Österreichs darauf verständigt, täglich nur noch bis zu 580 Migranten nach Norden durchzulassen. Da der Zustrom der Menschen aus der Türkei anhält, sitzen in Griechenland gemäss Medienberichten schätzungsweise 25'000 Menschen fest.

Mazedoniens Präsident verteidigt Grenzschliessung

«Wir haben unsere eigenen Entscheidungen getroffen. In Zeiten der Krise muss jedes Land seine eigenen Lösungen finden», sagte der mazedonische Präsident Djordje Ivanov zu «Spiegel Online». Wenn sein Land auf EU-Vorgaben gewartet hätte, «wäre Mazedonien mit Flüchtlingen überschwemmt worden».

Ähnlich wie andere Staaten entlang der Balkanroute hat Mazedonien Tageshöchstgrenzen für die Einreise von Flüchtlingen eingeführt. Nur noch vereinzelt werden Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak ins Land gelassen.

Sollte Österreich seine Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen erreichen, bedeute das die Schliessung der Balkanroute. «Immer wenn ein Land weiter nördlich seine Grenze schliesst, machen wir hier dasselbe», sagte Ivanov.

41 Kommentare

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  • Kommentar von Beatrice Mayer (signorinetta)
    @Mich Horiz hier auf der Seite von SRF als Beispiel: "Mit unserer westlichen Sicht- und Denkweise laufen wir permanent in Zerrbilder des Iraners hinein. Bis ein Europäer den Iran und sein Volk wirklich versteht, muss er mindestens zehn Jahre im Land leben." Pascal Weber http://www.srf.ch/news/international/der-iraner-fuehlt-sich-vom-westen-fast-permanent-missverstanden Wie also soll es umgekehrt anders sein?
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    1. Antwort von Ursula Schüpbach (Artio)
      "Wie also soll es umgekehrt anders sein?" Natürlich geht das. Ich hatte es auch schon persönlich mit Iranern zu tun. Und das in der Schweiz. Nur können die mit vielen Dingen im Iran überhaupt gar nichts mehr anfangen. Weil sie eben den Westen oder manche Dinge im Westen vorziehen und sich nicht von den iranischen Klerikern gängeln lassen wollen.
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  • Kommentar von Beatrice Mayer (signorinetta)
    @Mich Horiz bestimmt fühlt sich jeder, dem man "eine Knarre an den Kopf hält" gleich, nämlich zu Tode veränstigt. Das sind aber elementare Gefühle des Überleben-Wollens. Was aber die kulturellen Unterschiede anbelangt oder die religiöse Indoktrination , gibt es Unterschiede, die je nachdem, sehr schwer zu überwinden sind und auch nur, wenn man gewillt ist, offen zu sein und zu lernen.
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Wer weiss, vielleicht spielen sich solche dramatischen Szenarien bald auch an der Schweizer Grenze ab. Ach nein, sorry, diese bleibt ja offen.
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