Flüchtlingsboote gekentert: Mindestens 200 Tote

Vor der libyschen Küste sind erneut zwei Boote aus Afrika gesunken. Laut der Küstenwache verloren dabei mindestens 200 Menschen ihr Leben. Unter den Opfern seien auch Kinder.

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Bis zu 200 Tote befürchtet (unkomment.)

0:23 min, vom 28.8.2015

Vor der libyschen Küste sind zwei Flüchtlingsboote gekentert. Auf einem Boot hätten sich 400 Flüchtlinge befunden, die vorwiegend aus Afrika stammten. Dies sagte ein Vertreter der Sicherheitsbehörden in der westlibyschen Stadt Suwara. Rund 200 von ihnen seien gerettet worden.

Auch ein Sprecher der libyschen Küstenwache erklärte mittlerweile, mindestens 200 Menschen seien bei der jüngsten Flüchtlingstragödie gestorben. Zahlreiche Leichen seien am Morgen an Land gespült und geborgen worden – unter den Opfer befänden sich auch Kinder.

Unterschiedliche Angaben über Opferzahlen

Eine Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR in Libyen hatte zunächst gesagt, es gebe sehr unterschiedliche Zahlen, die bisher nicht verifiziert werden konnten.

Suwara nahe der tunesischen Grenze ist eine Hochburg von Schleusern, die Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Italien schaffen. Bislang sind in diesem Jahr nach Erkenntnissen der Internationalen Organisation für Migration mehr als 2300 Menschen bei dem Versuch ertrunken, Europa per Boot zu erreichen.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • FOKUS: Das Millionengeschäft der Schlepper

    Aus 10vor10 vom 27.8.2015

    Auf ihrem Weg nach Europa in ihr Wunschland bezahlen Flüchtlinge oft Schlepper, um ihrem Ziel ein Stück näher zu kommen. Das Geschäft mit den Flüchtlingen ist lukrativ. Die Tragödie in Österreich zeigt jedoch einmal mehr, wie grausam die Schlepper vorgehen können.

  • In diesem Lastwagen auf der A4, in der Nähe von Parndorf in Öserreich, sind mindestens 20 tote und zahlreiche weitere leblose Flüchtlinge gefunden worden.

    Flüchtlinge - ein dunkler Tag für Österreich

    Aus Echo der Zeit vom 27.8.2015

    In österreichischen Burgenland sind bis zu 50 Flüchtlinge tot in einem Lastwagen entdeckt worden. Der Fahrer ist offenbar auf der Flucht. Der innereuropäischen Schlepperei müsse endlich ein Ende bereitet werden, appelliert Innenministerin Johanna Mikl-Leitner an die EU.

    Martin Aldrovandi