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International Flüchtlingsdrama: Barroso auf Lampedusa ausgebuht

Nach der Flüchtlingstragödie vor Lampedusa hat EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso der Insel einen Besuch abgestattet. Empfangen wurde er mit Buh-Rufen. Die zugesagte Hilfe von 30 Millionen Euro dürfte die Demonstranten etwas besänftigt haben.

Legende: Video Hoher Besuch auf Lampedusa abspielen. Laufzeit 1:52 Minuten.
Aus Tagesschau vom 09.10.2013.

Die EU wird Italien 30 Millionen Euro zur Bewältigung des Flüchtlingsnotstands zur Verfügung stellen. Dies kündigte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso während seinem Besuch auf Lampedusa an.

Der EU-Kommissionspräsident war mit EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström

der Einladung von Italiens Regierungschef Enrico Letta gefolgt. Die beiden wollten sich nach der Flüchtlingstragödie mit mindestens 296 Toten persönlich ein Bild machen.

«Ein europäisches Drama»

«Der Notstand von Lampedusa ist ein europäischer, Europa kann sich nicht abwenden», sagte Barroso. Es müsse denen Hoffnung gegeben werden, die vor Kriegen fliehen müssten. Notwendig sei jedoch auch die Kooperation der Länder, aus denen sich die Migranten Richtung Europa aufmachten. Er werde nie das Bild von Hunderten Särgen nach der Katastrophe der vergangenen Woche vergessen, so Barroso.

Staatsbegräbnis für ertrunkene Flüchtlinge

Auch Letta nannte die Katastrophe von Lampedusa ein «europäisches Drama». Rom werde das Flüchtlingsproblem zu einem zentralen Anliegen machen und die EU um Hilfe bitten.

Er kündigte an, dass es für die Opfer des Schiffbruchs ein Staatsbegräbnis geben werde. Italien entschuldige sich zudem dafür, schlecht auf eine solche Tragödie vorbereitet gewesen zu sein.

Bereits auf dem Flughafen waren Barroso und Malmström von Protesten empfangen worden. Menschenrechtler und Einwohner riefen «Schande!» und «Mörder». Auch auf dem Weg zum Hafen von Lampedusa wurden die Politiker von Beschimpfungen begleitet.

14 Kommentare

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  • Kommentar von S. Sugano, Therwil
    Bringt die Schlepper aus dem Verkehr und das Problem ist geloest. Die Schlepper sind schuld, den die ueberfuellen die Boote und sind Verantwortlich fuer diese Ungluecke...
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  • Kommentar von Marcel Chauvet, Weißenstadt
    Immer das gleiche: Wenn man Mist gebaut hat oder sonst was verbockt hat und wenn es um finanzielle Lasten geht, so spricht man in Italien von "Europa" oder "europäischen Grenzen" Auch ansonsten hapert es in diesem Land gewaltig, beispielsweise an der Umsetzung gewährter EU-Hilfen für Flüchtlinge, da tut Italien so gut wie gar nichts, außer "Schande" schreien. Die "Schande" liegt ganz bei Ihnen selbst.
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  • Kommentar von Marcel Chauvet, Weißenstadt
    Berichtigung: Es wurden wohl Barroso u n d Letta ausgebuht. Beide kamen. Barroso kann wohl kaum für die ertrunkenen Flüchtlinge an Italiens Grenze verantwortlich gemacht werden. Es gab auch schon Vorschläge, dass Lampedusa von Italien an Tunesien abgetreten werden sollte, da es näher an Afrika liegt. Wegen der Hilfe von 30 Millionen Euro: Die bekommt Italien zusätzlich zu den 140 Millionen € die es ohnehin für die Flüchtlinge aus der EU-Kasse jährlich bekommt
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