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International Flüchtlingskrise: Ban Ki Moon redet Europa ins Gewissen

Europa soll in der Flüchtlingskrise mehr tun. Das forderte Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon zum Auftakt der Vollversammlung in New York. In einem dringlichen Appell prangert Ban ausserdem das Missverhältnis zwischen Rüstungsausgaben und für die Flüchtlingshilfe zur Verfügung stehenden Geldern an.

Legende: Video «Nach dem 2. Weltkrieg suchte Europa die Hilfe der Welt» abspielen. Laufzeit 00:34 Minuten.
Aus News-Clip vom 28.09.2015.

Generalsekretär Ban Ki Moon hat ein grösseres Engagement Europas für die Flüchtlinge gefordert. «Ich dränge Europa, mehr zu tun. Nach dem Zweiten Weltkrieg war es Europa, das die Hilfe der Welt suchte», sagte Ban zum Beginn der jährlichen Generaldebatte der Uno-Vollversammlung.

Die Welt verschwendet Billionen für Waffen. Warum ist es einfacher, Geld zur Zerstörung von Menschen und des Planeten zu finden als zu deren Schutz?
Autor: Ban Ki MoonUNO-Generalsekretär

Der Südkoreaner erinnerte an die dramatische Unterfinanzierung der Hilfsorganisationen der Vereinten Nationen: «Die Welt verschwendet Billionen für Waffen. Warum ist es einfacher, Geld zur Zerstörung von Menschen und des Planeten zu finden als zu deren Schutz?»

Nicht mal die Hälfte der benötigten Gelder vorhanden

Die Uno hätte von ihren Mitgliedsländern in diesem Jahr 20 Milliarden Dollar für die Nothilfe erbeten – sechsmal so viel wie ein Jahrzehnt zuvor. «Die Staaten waren grosszügig, aber der Bedarf stellt das Budget in den Schatten. ... Das weltweite humanitäre System ist nicht zerbrochen. Es ist pleite», sagte Ban.

Der Spendenaufruf für Syrien sei nur zu einem Drittel erfüllt, der für die Ukraine zu 39 Prozent, beklagte der Generalsekretär in seiner Rede: «und der Aufruf für Gambia, wo jedes vierte Kind unterentwickelt ist, wurde mit Schweigen beantwortet.»

Syrien: Mangelnde Kompromissbereitschaft

Zur Syrienkrise sagte Ban Ki Moon, dass fünf Länder den Schlüssel zur Lösung hätten: Die USA, Russland, Saudi-Arabien, Iran und die Türkei. «Aber solange keiner zu Kompromissen bereit ist, können wir keine Bewegung erwarten.»

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25 Kommentare

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  • Kommentar von Franz Huber (Raffi)
    Südkorea ist auch nicht gerade als Einwanderungsland bekannt. Es bitzeli wie Japan.
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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Heute könnte Ban Ki Moon die beiden Uno- Machos Obama und Putin in die Schranken weisen. Der Weltfrieden hängt massgeblich von den beiden an. Ein Uno- Generalsekretät darf sich das trauen - ja er MUSS sich das trauen.
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    1. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Die Vereinten Nationen wurden 1945 mit dem Versprechen gegründet, eine Ära des Friedens zu garantieren. Sie sollten die Konflikte zwischen den Grossmächten regulieren und unter Kontrolle halten, die zuvor innerhalb von einer Generation zu zwei verheerenden Weltkriegen geführt hatten. Heute kann der Uno- Generalsekretär zeigen, wie viel Mut und Durchsetzungskraft er hat. Heute ist ein wichtiger Tag - und eine grosse Chance für die Uno.
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    2. Antwort von Christa lohmann (Saleve2)
      Er darf und er könnte sich trauen. Aber er wird es nicht direkt tun, wenn er die beiden in die Schranken weisen würde. Er ist ein Asiate und würde nie sein Gesicht verlieren mit so direkten Verurteilungen...die Welt verschwendet Billionen für Waffen.....damit bezieht er die beiden sehr wohl mit ein, aber niemals in direkter Verurteilung durch Nennung von Namen.
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  • Kommentar von Christa lohmann (Saleve2)
    Ban Ki Moon kritisiert Europa, es müsse mehr tun was die Flüchtlinge betrifft. Sieht er es nicht oder will er es nicht sehen, was Europa diese Flüchtlinge kosten. Wie sollen dann die Zahlungen an die UNO noch erhöht werden. Die Länder zur Kasse bitten, die sehr wenig Flüchtlinge aufnehmen...ja Europa hat die Hilfe nach dem Weltkrieg gesucht, aber mit dieser Hilfe die Wirtschaft und die Infrastrukur wieder aufgebaut. Wenn Europa jetzt nicht geholfen wird, zerbricht es unter der Last.
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