Flüchtlingsströme erreichen historisches Ausmass

Amnesty International schlägt Alarm: Wegen der zahlreichen Krisen in Afrika und Nahost sind derzeit weltweit so viele Menschen auf der Flucht wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr, sagt die Menschenrechtsorganisation.

Migranten aus der Subsahara-Region auf einem Schiff der italienischen Marine

Bildlegende: Europa darf sich nicht länger abschotten, sagt Amnesty International. Keystone

In Berlin hat die Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland, Selmin Çaliskan, auf das dramatische Ausmass der Flüchtingskatastrophen in Nahost und Afrika hingewiesen. Der überwiegende Teil der 51 Millionen entwurzelten Menschen suche innerhalb des eigenen Landes Schutz. Etwa 18 Millionen Menschen hätten sich aufgemacht in ein anderes Land.

Angesichts dieser alarmierenden Entwicklung müsse Europa endlich seine «Abschottungspolitik» beenden, forderte Çaliskan. «Es nimmt dabei in Kauf, Menschenrechte zu verraten und das Mittelmeer zum Massengrab zu machen», sagte sie mit Blick auf die Schleuser-Boote, die im Mittelmeer gekentert waren. Auch die Strategie, durch die Zusammenarbeit mit Transit-Ländern wie Libyen eine «Pufferzone» rund um Europa zu errichten, sei grundlegend falsch.

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Der Geschäftsführer von Pro Asyl, Günter Burkhardt, erklärte das sogenannte Dublin-Verfahren für gescheitert. Das Abkommen sieht vor, dass jeder Asylbewerber in Europa seinen Antrag in dem Land stellen muss, das er zuerst betreten hat.

Trotzdem beharrten Deutschland und einige andere EU-Staaten darauf, die Verantwortung für die Aufnahme von Flüchtlingen auf Grenzstaaten wie Italien und Griechenland abzuwälzen. «Europa muss das Sterben an seinen Grenzen beenden», forderte Burkhardt.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Internationaler Kampf gegen den IS

    Aus Tagesschau vom 24.9.2014

    Australien will sich den USA und ihren arabischen Verbündeten im Kampf gegen den Islamischen Staat IS anschliessen. Australische Flugzeuge sind bereits in Dubai gelandet, noch muss aber die Bewilligung der Regierung für Angriffe abgewartet werden. Die seit gestern geflogenen Luftanschläge erfolgen ohne UNO-Mandat.