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40 Prozent mehr als im Vorjahr Flüchtlingszahlen in Italien nehmen stark zu

Legende: Audio «200'000 neue Flüchtlinge in diesem Jahr erwartet» abspielen. Laufzeit 1:24 Minuten.
1:24 min, aus HeuteMorgen vom 10.05.2017.
  • In Süditalien steigt die Zahl der ankommenden Flüchtlinge und Migranten weiter an. Es sind schon 40 Prozent mehr als in der gleichen Periode des Vorjahrs.
  • Für dieses Jahr rechnet Italien mit 200'000 neuen Flüchtlingen.
  • Das Innenministerium bereitet sich darauf vor, im grossen Stil neue Unterkünfte zur Verfügung zu stellen.

Italien muss davon ausgehen, dass die meisten Neuangekommenen vorerst im Land bleiben. Darum will das Innenministerium bis Ende Jahr mindestens 200'000 neue Unterkünfte schaffen.

Mit einem Schlüssel sollen die neuen Flüchtlinge auf die italienischen Regionen und die Gemeinden verteilt werden. Die grösste Tranche wird die Lombardei beherbergen müssen – die bevölkerungsreichste Region Italiens.

Kommunen wehren sich

Allerdings kämpfen die italienischen Behörden mit dem zunehmenden Widerstand von Stadtpräsidenten. Diese weigern sich, neue Unterkünfte zur Verfügung zu stellen.

Rom versucht, die Gemeinden mit dem Versprechen zu gewinnen, dass jene mitreden können, die sich freiwillig melden. Beispielsweise darüber, in welchen Gebäuden die Flüchtlinge unterkommen sollen. Wer sich hingegen weigert, den will man vor vollendete Tatsachen stellen.

Probleme bei Ausschaffungen

Zusätzlich geht Italien nun daran, vier neue Ausschaffungszentren einzurichten. Migranten, die kein Asyl erhalten haben, sollen von dort aus in ihre Heimatländer zurückgeführt werden. Bisher sind Abgewiesene oftmals im Land geblieben und untergetaucht.

Allerdings dürfte es auch in Zukunft ein schwieriges Unterfangen sein, Migranten zurückzubringen. Denn verschiedene Herkunftsländer kooperieren nicht oder viel zu wenig. Zudem sind Rückführungen in weit entfernte Länder wie Nigeria, Gambia oder die Elfenbeinküste kompliziert und teuer.

26 Kommentare

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  • Kommentar von Stefan Perner (s.perner)
    Das Problem ist nur dann zu lösen, wenn ein völliges Umdenken unseres Systems stattfindet. Die unsäglichen Freihandelsabkommen mit Afrika, die die einheimische Wirtschaft komplett zerstört und Millionen von Menschen perspektivlos zurücklässt, müssen gekündigt werden! Sie nützen ohnehin nur einigen Wenigen. Die Menschen müssen in ihrer Heimat eine Zukunft haben, dann nehmen sie den Weg nach Europa auch nicht mehr in Kauf.
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    1. Antwort von Werner Christmann (chrischi1)
      Umdenken im System ist wirklich grandios. Wir sollten in der westlichen Welt damit anfangen, wo unsinnigster Weise durch Globalisierung, PFZ ewiges Wachstum gepredigt wird, bis zum Kollaps.
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    2. Antwort von Verena Casagrande (Verena Casagrande)
      Auf dieses Umdenken können Sie noch lange warten die Politik ist nicht in der Lage dazu.
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  • Kommentar von Josephk Ernstk (Joseph ernst)
    Völlig einverstanden, dieser Abholdienst verunmöglicht jegliche Kontrolle. Die Verantwortlichen flüchten sich in Ausreden wie "wir haben Vermutungen aber keine Beweise". Das ist grotesk, denn Beweise gibt es genügend ! Der kürzl. in den Med. erschiene Bericht hat das Vorgehen, mit Namensangabe der Akteure u den gewählt. Routen genau. aufgezeichnet. Man hat den Mut nicht effiz. einzugreifen. Es ist ein äuss. lukratives Gesch. an dem auch Hilfsorganis. beteiligt sind !
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  • Kommentar von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
    Eine weitere Entwicklung wie 2015 würde eine solidarische EU zwar wirtschaftlich wegstecken können, aber ich befürchte, sie würde politisch zu einem Knackpunkt.
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    1. Antwort von Werner Christmann (chrischi1)
      auf lange Sicht nicht einmal wirtschaftlich.
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