Flugverbot für Air Asia auf Unglücksroute

Wird das Rätsel um den Absturz der AirAsia-Maschine bald gelöst sein? Die indonesischen Behörden vermelden Erfolge bei der Suche nach dem Wrack. Doch die Flugschreiber werden noch vermisst. Unterdessen wurde bekannt, dass die Billig-Airline die Unglücksroute nach Singapur nicht mehr bedienen darf.

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Noch immer keine Spur vom Flugschreiber

0:36 min, aus Tagesschau vom 3.1.2015

Knapp eine Woche nach dem Absturz der Air-Asia-Passagiermaschine vor Borneo haben Suchmannschaften zwei grosse Wrackteile des Airbus entdeckt.

In 30 Metern Tiefe geortet

Die jeweils mehrere Meter grossen Flugzeug-Trümmer seien in einer Meerestiefe von 30 Metern geortet worden, sagte der Leiter der indonesischen Rettungskräfte, Bambang Sulistyo. Der Passagierjet war am Sonntag aus ungeklärter Ursache mit 162 Menschen an Bord ins Meer gestürzt.

Am Freitag hatte die Besatzung eines indonesischen Marineschiffs nach eigenen Angaben bereits das Heck des Flugzeugs mit Hilfe eines Sonars entdeckt. Der Fund war offiziell nicht bestätigt worden.

Bislang 30 Leichen geborgen

Die Suche konzentriert sich vor allem auf die Flugschreiber, die bislang jedoch noch nicht geortet werden konnten. Die Gründe für den Absturz sind noch immer unklar. Der Kapitän der Maschine hatte im letzten Funkspruch um eine Kursänderung gebeten, weil er einen Sturm umfliegen wollte.

Die Rettungskräfte konnten offiziellen Angaben zufolge bislang 30 Leichen aus dem Meer bergen.

Verstoss gegen Flugplan-Bestimmungen

Die Fluggesellschaft AirAsia gerät immer stärker ins Visier der Ermittler. Alle Flugpläne der Airline würden überprüft, kündigte Indonesien an. «Es ist möglich, dass AirAsia die Lizenz in Indonesien entzogen wird», sagte ein Sprecher.

Hintergrund ist ein mutmasslicher Verstoss gegen die Flugplan-Regelungen. Denn die Maschine hätte am Sonntag eigentlich nicht fliegen dürfen, weil AirAsia den offiziellen Angaben zufolge nur die Flugerlaubnis für vier andere Wochentage besitzt. Am Freitag hatte das Ministerium dem Billigflieger deswegen den Betrieb der Unglücksroute von Surabaya nach Singapur bis auf weiteres verboten.

Die Ermittler untersuchten auch, wer die Starterlaubnis gab und warum, sagte der Sprecher. Zudem werde überprüft, ob sich der Pilot vor dem Start über die Wetteraussichten informiert hatte.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Trotz allem kein schlechtes Jahr für die Luftfahrt

    Aus Tagesschau vom 30.12.2014

    Auch wenn man spätestens nach dem Absturz des Air-Asia-Flugzeuges das Gefühl bekommt, dass 2014 ein schwarzes Jahr für die Luftfahrt war, so ist das dennoch nicht richtig. Trotz des Verschwindens der Boeing 777 der Malaysia Airline im März und dem Abschuss von MH17 im Juli, hat es in diesem Jahr im Vergleich zu anderen eher wenige Unfälle gegeben.

  • Air Asia: Erste Leichen geborgen

    Aus Tagesschau vom 30.12.2014

    Zwei Tage nach dem Verschwinden des Air-Asia-Flugzeugs haben Suchmannschaften die Absturzstelle vor der Küste Borneos entdeckt und zahlreiche Leichen geborgen. Der Airbus war vorgestern mit 162 Menschen an Bord auf dem Weg von Java nach Singapur verschwunden.

  • Blumen und Kondolenzbekundungen für die Passagiere der abgestürzten Air-Asia-Maschine; es scheint keine Überlebenden zu geben.

    Air-Asia-Airbus vor der Insel Borneo abgestürzt

    Aus Echo der Zeit vom 30.12.2014

    Das Flugzeug der Air Asia, das seit Sonntag vermisst wird, ist vor Borneo ins Meer gestürzt. Die Ermittler gehen davon aus, dass alle 162 Personen an Bord ums Leben gekommen sind.

    Holger Senzel

  • Trümmerfeld im Meer entdeckt

    Aus Tagesschau vom 30.12.2014

    Zwei Tage nach dem Verschwinden eines Air-Asia-Flugzeuges in Südostasien sind vor der Küste der Insel Borneo Wrackteile gefunden worden. Diese stammen offenbar vom verschwundenen Flugzeug. Gemäss verschiedenen Quellen sind bereits mehr als 40 Leichen aus dem Meer geborgen worden.

  • Ein Pilot der indonesischen Luftwaffe auf einem Suchflug.

    Trümmerteile des Air-Asia-Flugzeugs entdeckt

    Aus Rendez-vous vom 30.12.2014

    Die indonesische Luftwaffe hat offenbar Wrackteile des verschwundenen Flugzeugs der Air Asia gefunden. Die Fundstelle liegt etwa zehn Kilometer von der Position entfernt, an der das vermisste Flugzeug zuletzt vom Radar geortet worden war.

    Holger Senzel