Flugzeugabsturz über dem Sinai: «Keine Anzeichen für Terrorakt»

Laut einem ägyptischen Untersuchungsbericht deutet beim Flugzeugabsturz über dem Sinai nichts auf einen Terrorakt hin. Damit widerspricht Ägypten russischen Erkenntnissen.

Flugzeugwrackteile liegen in der Wüste im Sinai

Bildlegende: Trümmerteile in der Wüste: Keiner der Insassen hat den Absturz überlebt. Keystone

Ägypten hat einen vorläufigen Untersuchungsbericht zum Flugzeugabsturz über dem Sinai abgeschlossen, wie das ägyptische Luftfahrtministerium mitteilt. Laut dem Bericht hat das Untersuchungskomitee «bisher nichts gefunden, was auf eine rechtswidrige Aktion oder einen Terrorakt hindeutet».

Damit kommen die ägyptischen Behörden zu einem anderen Schluss als Russland. Moskau hatte verlauten lassen, dass eine Bombe den Absturz der russischen Passagiermaschine verursacht hatte und sprach von einem Terrorakt. Die Terrormiliz Islamischer Staat hatte erklärt, sie sei für den Absturz verantwortlich.

Russland geht jedoch trotz des Widerspruchs aus Ägypten weiterhin von einem Anschlag auf das Passagierflugzeug aus. «Ich erinnere daran, dass unsere Geheimdienstexperten zu dem Schluss gekommen sind, dass es ein Anschlag war», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau.

Untersuchungen werden fortgesetzt

Der Crash des russischen Flugzeugs von Scharm el Scheich nach St. Petersburg am 31. Oktober kostete alle 224 Menschen an Bord ums Leben. Mehrere Länder stellten danach ihre Flüge in den beliebten Badeort ein. Britische Luftlinien wollen Scharm el Scheich wegen Sicherheitsbedenken bis ins neue Jahr nicht anfliegen.

Auch Regierungen im Westen erklärten, ein Anschlag als Ursache des Absturzes der Maschine sei wahrscheinlich. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich zu der Tat. Die Extremisten wollen das Flugzeug mit einer Bombe zum Absturz gebracht habe, die sie in einer Getränkedose an Bord geschmuggelt hätten.

Der Ermittlungsleiter erklärte weiter, die Untersuchungen würden fortgesetzt. Der vorläufige Untersuchungsbericht sei an alle Länder geschickt worden, die in die Ermittlungen eingebunden seien. Beteiligt an den Untersuchungen waren mehr als 50 Experten aus Ägypten, Russland, Deutschland, Frankreich und Irland.