Zum Inhalt springen
Inhalt

Kontakte zu Russland Flynns Rücktritt war offenbar nicht freiwillig

Legende: Video Flynn zum Rücktritt aufgefordert abspielen. Laufzeit 01:56 Minuten.
Aus Tagesschau vom 14.02.2017.
  • US-Präsident Trump hatte den Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn zum Rücktritt aufgefordert. Dies sagte Regierungssprecher Spicer an einer Medienkonferenz.
  • Das widerspricht früheren Angaben aus dem Weissen Haus, wonach Flynn von sich aus um seinen Rücktritt ersucht habe.
  • Flynn stolperte über ein Gespräch, das er mit einem Vertreter Russlands vor Antritt der neuen US-Regierung über das Thema Sanktionen geführt hatte.
  • Es geht um den Vorwurf, dass er mit dem Botschafter Sergej Iwanowitsch Kisljak im Dezember über Sanktionen gegen Moskau gesprochen und dazu später falsche Angaben gemacht haben soll – unter anderem gegenüber Vizepräsident Mike Pence.
Legende: Video US-Korrespondent Peter Düggeli zu Flynns Rücktritt abspielen. Laufzeit 02:37 Minuten.
Aus Tagesschau vom 14.02.2017.

US-Präsident Donald Trump hatte nach Angaben seines Sprechers immer mehr das Vertrauen in den früheren Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn verloren. Es sei dann der Punkt erreicht worden, an dem Trump überzeugt gewesen sei, dass es einen Wechsel geben müsse, sagte US-Präsidialamtssprecher Sean Spicer.

Flynn war am Montagabend zurückgetreten. Im Zentrum der Affäre steht ein Gespräch mit dem russischen Botschafter in den USA, Sergej Iwanowitsch Kisljak, das Flynn Ende Dezember geführt hatte – also noch bevor Flynn offiziell im Amt war. Die damalige Justizministerin Sally Yates war zu dem Schluss gekommen, dass sich Flynn dabei möglicherweise erpressbar gemacht hat.

Den Vize-Präsidenten angelogen

Laut Medienberichten soll in dem Gespräch auch über die US-Sanktionen gegen Russland gesprochen worden sein, die Präsident Barack Obama gegen Russland verhängt hatte. Flynn hatte das Gespräch zunächst bestätigt, aber bestritten, dass es darin um die Sanktionen gegangen sei. Auch Trumps Sprecher Sean Spicer sagte, bei den Gesprächen sei es nicht um die Sanktionen gegangen. Diese Aussage wurde später zudem von Vize-Präsident Pence wiederholt.

Doch dem Wort von Flynn war offenbar nicht zu trauen, er soll den Vize-Präsidenten angelogen haben. Die «Washington Post» berichtete unter Berufung auf Regierungskreise, es sei sehr wohl um die Sanktionen gegangen.

Keine Erinnerung

Am letzten Donnerstag sagte ein Sprecher Flynns der Zeitung, dass dieser sich zwar nicht an eine Erwähnung der Sanktionen erinnern könne, aber auch nicht gänzlich ausschliessen könne, dass es nicht um das Thema gegangen sei.

In seinem Rücktrittsgesuch spricht Flynn davon, er habe unabsichtlich die Unwahrheit gesagt. Doch mit der falschen Aussage in der Öffentlichkeit wurde der Sicherheitsberater untragbar. So hätte er von den Russen unter Druck gesetzt werden können.

Fürsprecher Russlands

Mit Flynns Rücktritt verliert Trump in seinem Team einen der wichtigsten Fürsprecher für eine Annäherung an Russland. Die Beziehungen zwischen den beiden Staaten haben sich in den vergangenen Jahren zunehmend verschlechtert.

Reaktion aus Russland

In Moskau bewerteten Politiker den Rücktritt als schlechtes Zeichen für die Zukunft der amerikanisch-russischen Beziehungen. «Von den Falken in Washington wird die Bereitschaft zum Dialog mit den Russen als Gedankenverbrechen gesehen», schrieb der Vorsitzende im Aussenausschuss des Föderationsrates, Konstantin Kossatschow, auf Facebook.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

22 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Richard Hunziker (Richard Hunziker)
    Es wird immer origineller, und selbst mit 67 Jahren lerne ich noch, dass es sowas wie “alternative Fakten” gibt und heute lerne ich gar noch, dass man “unabsichtlich die Unwahrheit” sagen kann. Das wäre was für Erstklässler! Ich bin gespannt welche Lehrstunde ich zukünftig von dieser Chaoten- Administration noch reinziehen kann.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
    Das ist nichts anderes als ein Staatsstreich der Falken und der Geheimdienste, des "Deep States" und ein erster, ernster Schritt, Trump wieder auf Kurs der bisherigen Aussenpolitik zu bringen. Der Plot ist auch offensichtlich: Zuspielen von Geheimdienstmaterial der CIA-Postille Washigton Post, um ein Eckpfeiler der neuen Aussenpolitik Trumps zu Fall zu bringen. Die CIA, der "Deep State" hat zürückgeschlagen im Kampf Demokratie gegen "Deep State". Trump könnte zur Marionette werden.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Ch. Helfenstein (Ch. Helfenstein)
      Mir scheint, den wichtigsten Aspekt lassen Sie aussen vor. Hätte Flynn nicht gelogen, gäbe es nichts, was die von Ihnen verdächtigte Gegenseite, hätte veröffentlichen können. Der Fehler liegt bei der Trump Truppe, nicht bei jenen, welche diese veröffentlichen. Ist es nicht Aufgabe der Journalisten, solche Begebenheiten bekannt zu machen?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Wenn Flinn nicht telefoniert hätte im Versuch Obamas Politik zu untergraben bevor er im Amt war, hätte er nicht lügen müssen darüber was er damals gemacht hat. Wenn er nicht gelogen hätte könnte man ihm jetzt nichts vorwerfen. ich bin zudem überzeugt, dass Flinn einen Auftrag hatte zu telefonieren damals. Trump hat sich ja nicht einmal gescheut selber schon Parallel-Präsident zu spielen damals.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Jana Vilim (Jana Vilim)
      Von den Falken in Washington wird die Bereitschaft zum Dialog mit den Russen als Gedankenverbrechen gesehen. Ging es wirklich um die Sanktionen? Oder ging es um 35 Personen, die abgeschoben wurden? Warum USA und NATO einen Krieg gegen Russland auf europäischem Boden dringend brauchen? Kriegsvorbereitungen gegen Russland haben schon begonnen. US Army und Bundeswehr verlegen Kampftruppen nach Osteuropa. Was machen wir dagegen? Viele Fragen, keine Antworten.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    4. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      @ J. Vilim: Ja, was wird dagegen getan? Genau, dem orchestrierten Trump- und Russland - Bashing der Kriegstreiber auf den Leim gekrochen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Marcel Chauvet (xyzz)
    Schließe mich der Aussage Leonid Sluzki vollinhaltlich an. Flynn hat auf Anweisung Trumps vor seinem Amtsantritt die Vorgehensweise Obamas nach Ausweisung der russischen Diplomaten und den verhängten Sanktionen im Vorfeld unterminieren wollen Jetzt sind Zweifel berechtigt, ob Trump überhaupt noch einen Ausgleich mit Russland sucht, nachdem man Flynn sozusagen als Bauernopfer aus dem Weg geräumt hat. Betrug und Lügen sind bei Trump Usus, das kann nicht der Grund für den Rücktritt Flynns sein.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen