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Folgen der Schadstoffe Umweltverschmutzung fordert mehr Tote als Kriege und Krankheiten

Legende: Video Umweltverschmutzung fordert jährlich 9 Millionen Tote abspielen. Laufzeit 0:45 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 20.10.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Weltweit sterben Millionen Menschen an den Folgen der Verschmutzung in der Luft, im Wasser und im Boden.
  • Das besagt eine internationale Studie, die in der medizinischen Fachzeitschrift «The Lancet» veröffentlicht worden ist.
  • Die Forscher gehen allein im Jahr 2015 von neun Millionen Todesfällen aus.

Laut einer internationalen Studie kosten Umweltverschmutzungen mehr Menschen das Leben als Kriege und Krankheiten. Für das Jahr 2015 zählten die Forscher etwa neun Millionen Todesfälle wegen Schadstoffen in der Luft, im Wasser oder im Boden.

Einer von sechs vorzeitigen Todesfällen könne auf eine Aussetzung mit giftigen Stoffen zurückzuführen sein, erklärte die medizinische Fachzeitschrift «The Lancet» in einer am Freitag in dieser Art erstmals erschienenen Studie.

Herzerkrankungen, Schlaganfälle, Lungenkrebs

Die Umweltverschmutzungen – von dreckiger Luft bis zu unsauberem Wasser – führten bei mehr Menschen zum Tod als etwa Aids, Tuberkulose und Malaria zusammengerechnet. Und: Die Menschen starben vor allem an Herzerkrankungen, Schlaganfällen und Lungenkrebs – ausgelöst durch die Umweltverschmutzungen.

Am meisten Todesfälle wurden in Ländern registriert, in denen die Industrie schnell ausgebaut wurde. So etwa in Indien, Pakistan, China oder Bangladesch. «Verschmutzung ist viel mehr als eine Herausforderung für die Umwelt – es ist eine schwerwiegende und allgegenwärtige Bedrohung, die viele Aspekte der menschlichen Gesundheit betrifft», sagte Philip Landrigan, Professor bei der Icahn School of Medicine. Er war an der Untersuchung beteiligt.

Zweitgrösste Gefahr: verschmutztes Wasser

Allein die Luftverschmutzung, etwa durch den Verkehr oder durch offene Feuer, stehe in Zusammenhang mit 6,5 Millionen Todesfällen. Die zweitgrösste Gefahr sei verschmutztes Wasser, durch das Infektionen übertragen würden und an dem 1,8 Millionen Menschen gestorben seien.

Die Studie wurde von etwa 40 internationalen Wissenschaftlern zusammengetragen.

37 Kommentare

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  • Kommentar von Olaf Schulenburg (freier Schweizer)
    Beim Lesen der Kommentare fällt mir auf, das immer wieder der Schutz der Natur oder sogar der Erde genannt wird. Ich möchte darum anmerken: Die Natur und die Erde müssen nicht geschützt werden, die haben schon krassere Zeiten überlebt! (Meteoriteinschläge, Kontinentaldrift, Eiszeiten). Nein, es geht um unsere eigene Lebensgrundlage. Sind wir fähig und bereit, unser Handeln und die Folgen daraus kurz-, mittel- und langfristig zu überblicken und verantworten?
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    1. Antwort von antigone kunz (antigonekunz)
      genau! es geht um das überleben der menschheit. ob die menschen ihr überleben interessiert oder als wünschenswert erachten, fraglich? wer ersetzt denn hartnäckig alle menschlichen tätigkeiten durch maschinen. wer reduziert den menschliche bewegungsapparat auf eine vorherrschende, die daumenbewegung. wer fesselt kinder, deren gehirn sich, um bei sinnen zu sein und mit allen sinnen stimuliert werden sollte, auf den sehsinn und den verstand?
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  • Kommentar von Margot Helmers (Margot Helmers)
    Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig hat untersucht, woher das Plasik in den Weltmeeren kommt und über welchen Weg es dort hin gelangt. Es stellte sich heraus, dass 90 % des Plastikmülls in den Weltmeeren aus zehn grossen Flüssen in Asien und Afrika stammt: Amur, Gelber Fluss, Hai He, Jangtse, Perlenfluss, Indus, Ganges, Mekong, Nil, Niger. Allein 5 davon sind in China.
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    1. Antwort von Beat. Mosimann (AG)
      Ich bin entsetzt, mein erster Gedanke, jetzt wissen die Verantwortliche, dass sie das Gewässer filtern müssen und den Abfall ev. Verbrennen. Oder wie gedenken die studierten Gutmenschen der Katastrophe entgegenzuwirken? Der Fehler ist, dass dies schon zulange zugelassen wurde. ‹Saldo› bezeichnete die Zementwerke schon 2012 als «Umweltsünder mit Sonderbewilligung». Sie verbrennen z. B. Altöl, Pneus, verschmutztes Aushubmaterial und Lösungsmittel
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    2. Antwort von Olaf Schulenburg (freier Schweizer)
      Das kann ich mir sehr gut vorstellen und sofort kommt die Frage, wieviele Millionen Tonnen Plastikabfall aus unseren „sauberen“ Ländern vorallem nach Afrika zur „Entsorgung“ verschifft werden! Und es stellt sich mir auch die Frage, wieviele millionen Tonnen Abfall entstehen, durch die Produktion von Gütern welche von asiatischen Ländern ausschliesslich für westliche Länder produziert werden?
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  • Kommentar von Andrea Spescha (Andrea Spescha)
    Ich bin immer sehr skeptisch gegenüber solchen Studien. Das Wissen von heute ist stets das Unwissen von morgen. Bisher dachte ich, dass insbesondere Lungenkrebs auf das Rauchen zurückzuführen ist, etc. Aber nichtsdestotrotz schadet es nichts, wenn wir unserer Natur gut schauen und jegliche Schadstoffe dafür möglichst vermeiden. Wir sind schliesslich auch ein Teil der Natur. Daher nur logisch, dass wir uns mit unserem Lebenswandel auch stets etwas selber vergiften.
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