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International Folter ohne Ende im «befreiten» Irak

Zehn Jahre nach dem Ende der Herrschaft von Saddam Hussein gibt es im Irak weiter zahlreiche Menschenrechtsverstösse. Folter und unfaire Gerichtsverfahren seien weiter an der Tagesordnung, heisst es in einem aktuellen Report.

Geöffnete Gefängnistüren
Legende: Auch zehn Jahre nach dem US-Einmarsch sind Iraks Gefängnisse weiter berüchtigt für Folter und Unterdrückung. Reuters/Archiv

Zwar hätten die Iraker heute mehr Freiheiten, jedoch seien Folter, Angriffe auf Zivilisten und unfaire Gerichtsverfahren an der Tagesordnung, heisst es in dem Bericht «Ein Jahrzehnt der Menschenrechtsverletzungen», den Amnesty International heute Montag veröffentlicht.

129 Hinrichtungen in 2012

Zu den Foltermethoden zählen auch Elektroschocks an Genitalien und anderen Stellen des Körpers sowie der Entzug von Nahrung, Wasser und Schlaf. Den Gefangenen werde auch mit der Festnahme und Vergewaltigung ihrer weiblichen Verwandten gedroht.

Viele würden nach unfairen Prozessen auf der Grundlage von Geständnissen, die sie unter Folter gemacht haben, zum Tode verurteilt. Der Irak gehöre mit 129 Hinrichtungen im Jahr 2012 zu den weltweit führenden Vollstreckern der Todesstrafe, sagt der Irak-Experte von Amnesty, Carsten Jürgensen.

Düstere Zukunft

Amnesty zufolge wurden Menschenrechtsverletzungen im Irak von den britischen und US-Soldaten ebenso begangen wie von den Irakern selbst.

«Alle drei Länder haben dabei versagt, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen», erklärt Jürgensen: «Wenn die irakische Regierung keine grundlegenden Reformen zum Menschenrechtsschutz angeht, dann sieht die Zukunft des Irak düster aus.»

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Kathriner, Sarnen
    bevor Bush nicht vors Internationale Strafgericht gebracht wird, wird es im Irak so weitergehen.
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  • Kommentar von figu, murten
    Seien Sie mal ehrlich: Wenn in der Schweiz jeden Tag zig Menschen von Terroristen umgebracht würden, wären Sie dann dagegen, dass erwischte Bandenmitglieder mit maximalem Druck zu Aussagen über anstehende Gefahren "bewegt" würden? Ich habe grossen Respekt vor der Idee der Menschenrechte. Nur ist dies ein Konstrukt, das in 2/3 der Welt irrelevant ist. Wer nichts zu essen hat und wessen Familie nächstens wegen Mangelernährung oder Krankheiten sterben wird, pfeift auf Freiheit und Individuali...
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    1. Antwort von Hans Mann, Basel
      1. ist es höchst umstritten ob man mit Folter überhaupt mehr nützliche Information erhält. 2. ist an dem "Konstrukt" Menschenrechte gerade der Grundsatz, dass sie jederzeit für jedermann gelten, das Wichtigste. Weicht man diesen mit auch noch so kleinen Ausnahmen irgendwo auf, öffnet man Tür und Tor für Willkür. Interessant auch das viele dieser Verbrechen von den USA & co begangen werden, die doch mit dem Versprechen, der Bevölkerung Freiheit und Demokratie zu bringen, einmarschiert ...
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