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Schiesserei in Florida Fort Lauderdale: Tote bei Schiesserei am Flughafen

Legende: Video Tote bei Schiesserei auf Flughafen in Florida (unkomm.) abspielen. Laufzeit 00:50 Minuten.
Aus News-Clip vom 06.01.2017.
  • Auf dem Flughafen der Stadt Fort Lauderdale im US-Bundesstaat Florida hat ein 26-Jähriger wild um sich geschossen.
  • Mindestens fünf Menschen wurden laut dem zuständigen Sheriff getötet. Die Zahl der Verletzten bezifferte er auf acht.
  • Der mutmassliche Täter konnte festgenommen werden. Er soll Mitglied der Nationalgarde gewesen sein. Spekulationen über psychische Erkrankung des Mannes.
  • Tatwaffe angeblich im Gepäck mitgeführt.
  • Hunderte Passagiere aus Flughafen evakuiert, der zeitweise geschlossen wurde.

Nach den tödlichen Schüssen auf dem Flughafen der Stadt Fort Lauderdale in Florida hat die Polizei einen Verdächtigen verhaftet. Mindestens fünf Menschen waren bei dem Vorfall erschossen worden, mindestens acht weitere wurden verletzt. Das teilte der zuständige Sheriff in Broward County mit, wo der Flughafen gelegen ist.

Hinweise darauf, dass nach der Festnahme weitere Kugeln abgefeuert worden seien, bestätigten sich nach Angaben der Behörden nicht, wie Sheriff Scott Israel sagte. Bei dem Schützen handelt es sich nach Angaben von Floridas Senator Bill Nelson um einen 26 Jahre alten Mann. Er soll einen Ausweis der Streitkräfte bei sich getragen haben.

Der Polizei ergeben

Augenzeugen sprachen von einem Mann im Alter zwischen 20 und 30 Jahren in einem «Star Wars»-T-Shirt. Er habe mit einer Faustfeuerwaffe auf die Umstehenden geschossen, sagte ein Zeuge dem Sender MSNBC. Als ihm die Munition ausgegangen sei, habe er die Waffe weggeworfen und sich der Polizei ergeben.

«Er hat geschwiegen», sagte ein anderer Mann. «Er war die ganze Zeit still. Er hat nichts gerufen».

Tatwaffe im Gepäck

Unklar war, wie der Mann in den Flughafen gelangte. US-Medienberichten zufolge war er mit dem Flugzeug aus Alaska und nach einer Zwischenlandung an einem weiteren Flughafen in Fort Lauderdale angekommen.

Die Tatwaffe hatte er demnach legal mit dem Aufgabegepäck eingecheckt – dies ist in den USA unter Auflagen möglich. Als er sein Gepäck vom Band genommen habee, sei er auf der Toilette verschwunden und habe die Waffe durchgeladen. Die Tat ereignete sich demnach an einem der Gepäckbänder. Offiziell wurde diese Version bisher nicht bestätigt.

Psychisch kranker US-Soldat?

Bei dem Täter soll es sich nach jüngsten Medienberichten um einen ehemaligen Soldaten der Nationalgarde von Puerto Rico und Alaska handeln. Der Mann sei von April 2010 bis Februar 2011 im Irak stationiert gewesen und habe die Armee im August 2016 verlassen, sagte ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums der Nachrichtenagentur AFP.

Der Sender CBS News berichtete unter Berufung auf Bundespolizisten, ein Mann, der auf die Beschreibung des Mannes passe, sei vor zwei Monaten in ein Büro der Bundespolizei FBI in Anchorage im Bundesstaat Alaska gekommen. Er habe gesagt, dass die Behörden ihn zum Anschauen von Videos der Terrormiliz IS gezwungen hätten. Aus Sorge um seinen psychischen Zustand hätten die FBI-Beamten den Mann in eine psychiatrische Klinik gebracht, hiess es in dem Bericht.

Obama und Trump unterrichtet

US-Präsident Barack Obama wurde offiziell von dem Vorfall unterrichtet. Auch der künftige Präsident Donald Trump erklärte, er beobachte die Situation. Die Bundespolizei FBI wurde in die Ermittlungen einbezogen. Die genauen Hintergründe blieben zunächst unklar.

Auf der Twitter-Seite des Flughafens mit dem offiziellen Namen «Fort Lauderdale-Hollywood International Airport» war die Rede von einem «Vorfall im Terminal 2». Dieser habe sich im Bereich der Gepäckausgabe ereignet, berichtete NBC. Ein Augenzeuge sagte dem Sender: «Er hat wahllos um sich geschossen.» Der Flughafen wurde zunächst gesperrt, zwischenzeitlich teilweise wieder freigegeben, dann wieder gesperrt.

Tweed Fort Lauderdale-Hollywood International Airport

Der Flughafen von Fort Lauderdale wird jährlich von rund 25 Millionen Passagieren genutzt. Er zählt damit mehr Passagiere als der drittgrösste deutsche Flughafen Düsseldorf.

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Da in Florida noch die Todesstrafe angewandt wird hat Esteban Santiago, 26 Jahre alt und Irak-Veteran, keine grossen Überlebenschancen. Tod durch Lethal injection, weil Old Sparky abgeschafft wurde.
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    1. Antwort von S. Meier (SM)
      Wenn Menschen blutjung in einen Krieg einberufen werden, kann das unter Umständen auch fatale Folgen für die mentale Gesundheit haben.
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Auffällig ist, wenn der Täter eines Angriffes ein Einheimischer ist, wird die Sache weit weniger schlimm empfunden. Das sowohl in den Reportagen wie auch von diversen Lesern. Hätte die Tat ein islamistischen Hintergrund, gäbe es wahrscheinlich Sondersendungen und Live-Berichte. Der Angriff stellt für mich eine tragische Form eines Hilfeschreis dar.
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    1. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      als Hilfeschrei sehe ich das nicht an. Auch wenn eine psychische Erkrankung dahinter liegt, war sie doch geplant und für meine Begriffe sehr bewusst.
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    2. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Eine Doku über mexikanische Veteranen, in Amerika aufgewachsen, dem Land im Irak gedient, sie dann danach nach Mexiko abgeschoben werden, dies wohlverstanden in der Amtszeit von Obama, darf man sich nicht wundern, wenn Veteranen aus den vielen Kriegen, welche Amerika führt, ihr Trauma nicht verarbeiten können. Traurig für eine "Demokratie", welche ihre Veteranen so mit Füssen tritt & sie vollkommen im Stich lässt.
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  • Kommentar von Bettina Hackel (tinahackel)
    Schon unheimlich, bin so oft auf diesem Flughafen angekommen oder abgeflogen, zuletzt allerdings in 2001 vor 9/11. Danach hab ich Florida bis 2008 nicht mehr verlassen. Ich erinnere mich an einen Roman von James Mitchener, deutsch: "Endstation Florida", darin erzählt er auch, dass der International Airport Ft. Lauderdale, gerne nachts von unregistrierten Flugzeugen der latein-amerikanischen Drogen-Mafia benützt wird und man nur hoffen kann, dass reguläre Flieger nicht mit ihnen zusammenstossen.
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