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Die Gewalt im Nahen Osten reisst nicht ab
Aus Tagesschau vom 13.05.2021.
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Fragen und Antworten Erster Angriff auf Tel Aviv bei Tageslicht

Was sind die aktuellen Entwicklungen? Die radikal-islamische Hamas hat nach Angaben der israelischen Armee seit Beginn der Eskalation am Montagabend bislang rund 1750 Raketen auf Israel abgefeuert. Rund 400 davon seien im Küstengebiet niedergegangen. Aber die Erfolgsquote des Abfangsystems «Iron Dome» betrage weiterhin rund 90 Prozent. Auch aus dem Libanon sind drei Raketen abgefeuert worden, die aber im Norden ins Mittelmeer gestürzt seien. In der Küstenmetropole Tel Aviv heulten zum ersten Mal am helllichten Tag die Warnsirenen. Tausende Menschen im Süden Israels flüchteten sich in Luftschutzbunker. Bislang starben in Israel sechs Zivilisten und ein Soldat.

Wie ist die Lage im Gazastreifen? Israels Armee hat bislang im Gazastreifen fast 1000 Ziele beschossen. Dabei wurden auch drei Hochhäuser zerstört. Das Gesundheitsministerium in Gaza-Stadt berichtete von 83 Todesopfern, darunter 17 Kinder. Hunderte wurden verletzt. Die Spitäler sind an ihre Leistungsgrenze gestossen. Israelische Kampfjets haben auch das wichtigste militärische Beobachtungszentrum des Hamas-Geheimdienstes beschossen.

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Schwerste Gefechte seit vielen Jahren
Aus SRF News vom 12.05.2021.
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Droht nun ein «noch grösserer» Krieg? Verteidigungsminister Benny Gantz hat die Mobilisierung von weiteren 9000 Reservisten genehmigt. Bereits am Dienstag waren 5000 Reservisten mobilisiert worden. Die Armee zog Truppen und Panzer an der Grenze zum Gazastreifen zusammen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die Bürger erneut auf einen längeren Einsatz im Gazastreifen eingestimmt. Hamas-Chef Ismail Hanijeh sprach von einer «unbefristeten Konfrontation mit dem Feind».

Besteht die Gefahr eines Bürgerkriegs? Israels Präsident Reuven Rivlin forderte ein Ende des «Wahnsinns» und warnte vor einem Bürgerkrieg. Denn die Kämpfe schüren auch die Gewalt zwischen jüdischen Israeli und der arabischen Minderheit an. Aus mehreren Ortschaften wurden Übergriffe auf Synagogen und Anschlägen auf Geschäfte, Hotels und Autos gemeldet.

Zu sehen eine Ruine in Gaza.
Legende: Im Gaza-Streifen hat das israelische Militär bereits etliche Gebäude zerstört. Das Ziel: Hamas-Quartiere zerstören. Keystone

Was war der Auslöser der Eskalation? Die Gewalt hatte sich am Status der Stadt Jerusalem neu entzündet. Dieser ist eine der zentralen Streitfragen im Nahost-Konflikt. Am vergangenen Montag begingen viele Israeli den Jerusalem-Tag. Israel feiert damit die Eroberung des arabischen Ostteils von Jerusalem während des Sechstagekriegs 1967.

Karte von Jerusalem
Legende: SRF

Doch die Annexion ist international nicht anerkannt. Die Palästinenser wollen Ost-Jerusalem als Hauptstadt eines eigenen Staates im besetzten Westjordanland und im Gazastreifen. Verschärft wurden die Spannungen auch durch Pläne, Häuser palästinensischer Familien im Stadtteil Sheikh al-Jarrah in Ost-Jerusalem zu räumen. Im Zuge dessen kam es zu massiven Demonstrationen, die rasch in heftigere Gewalt eskalierten.

Wie reagiert die internationale Gemeinschaft? International wächst die Besorgnis über die Eskalation des Konflikts. Eine Delegation aus Ägypten traf am Donnerstag in Tel Aviv ein, um auf eine Feuerpause zwischen Israeli und Palästinensern hinzuarbeiten. Ägypten ist schon früher als arabischer Vermittler aufgetreten. US-Präsident Joe Biden betonte das Selbstverteidigungsrecht Israels. Nach einem Telefongespräch mit Netanjahu geht er davon aus, dass die Kämpfe bald enden werden und verurteilte die Raketenangriffe der Hamas.

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Biden: «Israel hat Recht auf Selbstverteidigung» (engl.)
Aus News-Clip vom 13.05.2021.
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Der britische Premierminister Boris Johnson rief zu einer sofortigen Deeskalation auf. In einem Telefonat mit Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron Angriffe der Hamas auf Israel verurteilt. Auch Russlands Präsident Wladimir Putin und UNO-Generalsekretär Antonio Guterres forderten ein Ende der Kämpfe. Der Schweizer Aussenminister Ignazio Cassis verlangte einen sofortigen Stopp der Gewalteskalation.

SRF 4 News, 13.05.2021, 08:00 Uhr;

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145 Kommentare

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  • Kommentar von Aldo Squarise  (Aldo Squarise)
    Das Resultat der Provokationen von Trump = Anerkennung von Jerusalem als Hauptstadt, neuer Sitz der US-Botschaft, "Friedensvertrag" der Emirate mit Israel, Unterstützung der illegalen Siedlungspolitik. Was bleibt für die Palästinenser ist das Leben als Staatenlose im eigenen Land, grosse Armut und Arbeitslosigkeit.
  • Kommentar von Reto Derungs  (rede)
    Na ja, ich würde vorschlagen, dass die internationale Gemeinschaft als allererstes von den beiden Palästinenserorganisationen verlangt, dass sie das Existenzrecht Israels anerkennen. Machen sie das nicht ist jede Hilfeleistung sofort einzustellen. Länder die den Palästinensern weiter helfen werden sofort und hart sanktioniert. Wenn die PLO und die Hamas das Existenzreicht Israels anerkennen könnte man die von der UNO vorgeschlagene 2-Staaten-Lösung umsetzten und den Frieden überwachen......
    1. Antwort von Delmar Lose  (DeLo)
      Na ja, ich würde vorschlagen, dass die internationale Gemeinschaft als allererstes von den Israelis verlangt das sie sich in die alten Grenzlinien die vor dem 6 Tagekrieg galten zurückziehen. Machen sie das nicht ist jede Hilfeleistung (zahlungen aus D und USA) sofort einzustellen und das Land umfangreich zu sanktionieren!
    2. Antwort von Christoph Stadler  (stachri)
      Und wenn Israel sich aus den besetzten Gebieten zurückzieht ist wirklich Frieden möglich.
  • Kommentar von Achim Berger  (Schlauberger)
    Sehr einseitige Berichterstattung, warum nicht mal ein Wort oder Interview zur palästinensischen Sichtweise?
    1. Antwort von Ruth Wohnheim  (RuWo)
      Weil man mit Terroristen nicht vernünftig verhandeln kann. Darum.
    2. Antwort von Delmar Lose  (DeLo)
      und wer sind hier die Terroristen?
      Wo sterben genau wie viele Menschen?
      Wer provoziert ohne Unterbrechung?
      Wer hält sich nicht an Abmachungen?
      Wer anektiert immer wieder Land?
    3. Antwort von Christoph Stadler  (stachri)
      @Wohnheim: Herr Berger sprach von Palästinenser und nicht von der Hamas.
    4. Antwort von Daniel Stüdi  (25-45)
      @Ruth Wohnheim Stimmt schon, mit Netanyahu lässt wirklich nicht vernünftig verhandeln.