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Elysée-Favorit unter Druck François Fillon bezahlte Gattin aus Parlamentskasse

500'000 Euro soll Penelope Fillon erhalten haben. «Völlig legal», meint der Sprecher des konservativen Kandidaten.

Legende: Video François Fillon gerät unter Druck abspielen. Laufzeit 2:31 Minuten.
Aus Tagesschau vom 25.01.2017.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Von 1998 bis 2002 soll François Fillon seine Frau als parlamentarische Mitarbeiterin beschäftigt haben.
  • Ein Sprecher bestätigte die Anstellung und sieht keine rechtlichen Probleme.
  • Fillon selbst wollte sich nicht dazu äussern.

Der als Favorit für die französische Präsidentschaftswahl gehandelte Konservative François Fillon hat laut einem Medienbericht als Abgeordneter seine Frau jahrelang auf Parlamentskosten beschäftigt.

Penelope Fillon habe von 1998 bis 2002 als parlamentarische Mitarbeiterin für ihren Mann und anschliessend für dessen Nachfolger gearbeitet, berichtete die Zeitung «Le Canard Enchaîné». Insgesamt habe sie etwa 500'000 Euro brutto aus der Parlamentskasse erhalten, schrieb das Blatt unter Berufung auf Lohnabrechnungen.

Fillons Sprecher Thierry Solère bestätigte dem Sender RFI, dass Penelope Fillon für ihren Mann gearbeitet hat. Dies sei völlig legal, viele Abgeordnete beschäftigten ihre Lebensgefährten.

Ich sehe, dass die Schlammschlacht eröffnet ist.
Autor: François Fillon

Fillon äusserte sich empört über die Debatte: «Ich sehe, dass die Schlammschlacht eröffnet ist», sagte er vor Journalisten. «Ich gebe keinen Kommentar ab, weil es nichts zu kommentieren gibt.»

Der frühere Premierminister (2007-2012) Fillon war im November in einer Vorwahl zum Kandidaten der bürgerlichen Rechten gekürt worden, in Umfragen liegen er und die Front-National-Kandidatin Marine Le Pen derzeit vorn.

Wer für die regierenden Sozialisten in den Wahlkampf zieht, entscheidet eine Stichwahl zwischen Manuel Valls und Benoît Hamon. Als unabhängiger Kandidat tritt ausserdem Emmanuel Macron an. In Frankreich wird im April gewählt, die Stichwahl ist im Mai.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Joel Busch (Joel)
    Hm das sind nicht ganz 10'000 Brutto Monatslohn und Spesen über vier Jahre. Gefühlt ist das eher viel für einen parlamentarischen Mitarbeiter aber es scheint doch in einem einigermassen vernünftigen Rahmen zu liegen. Ohne neue Informationen lohnt es sich für mich nicht darüber weiter nachzudenken.
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Jeder hat in seinem Lebenslauf angreifbare Tätigkeiten, besonders Politiker. Denn ihr Aufstieg ist auch durch Geben und Nehmen mitbestimmt. Da gibt es in Frankreich noch wesentlich grössere Sünder und Verbrecher (Sarkozy-Clan etc), die bereits Präsidenten waren. Ein Leben ist in der Realität nicht nur immer geradlinig, bei keinem. Wenn seine Frau in ihrer Tätigkeit eine angemessene Gegenleistung für den Lohn erbracht hat ,ist es akzeptabel.
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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Und ich bezahle meine neue Frau aus der (deshalb) gekuerzten AHV... wo ist da der Unterschied????
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