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International Frankreich bombardiert erstmals IS-Stellungen in Syrien

Die französische Luftwaffe hat erstmals Stellungen des IS in Syrien aus der Luft angegriffen. Paris spricht von «Selbstverteidigung» und fordert eine umfassende Lösung für den Konflikt. Die Frage ist nur: mit oder ohne Assad?

Legende: Video Frankreich fliegt Angriffe auf IS-Stellungen in Syrien abspielen. Laufzeit 01:00 Minuten.
Aus Tagesschau vom 27.09.2015.

Erstmals seit Beginn des Syrienkrieges hat Frankreich Luftangriffe in Syrien auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) geflogen. Dabei sei ein Ausbildungslager des IS im Osten des Landes zerstört worden, teilte Staatspräsident François Hollande bei einer UNO-Veranstaltung in New York mit. Sechs französische Flugzeuge, darunter fünf Rafale-Jets, hätten das Lager bei Dair as-Saur komplett zerstört, sagte Hollande.

Frankreich sieht sich bedroht

Am Morgen hatte der Élyséepalast den Beginn der Luftangriffe bekannt gegeben und erklärt: «Wir werden jedes Mal zuschlagen, wenn unsere nationale Sicherheit auf dem Spiel steht.» Gleichzeitig mahnte das Präsidialamt «eine umfassende Lösung» der Krise an.

Premierminister Manuel Valls rechtfertigte die Angriffe in Syrien als «Selbstverteidigung»: Sie richteten sich gegen Terroristen, die Frankreich ins Visier genommen hätten.

Mit oder ohne Assad?

Die syrische Bevölkerung müsse vor der Gewalt der Islamisten ebenso geschützt werden wie vor «den mörderischen Bombenangriffen von Baschar al-Assad», erklärte der Élyséepalast. «Es ist dringlicher denn je, einen politischen Übergang zu schaffen, der Elemente des Regimes und der gemässigten Opposition (...) verbindet.» Ob Assad selbst dazu gehören könnte, wurde nicht ausdrücklich erwähnt.

Legende: Video SRF-Korrespondent Pascal Weber zur Lage in Syrien abspielen. Laufzeit 02:25 Minuten.
Aus Tagesschau vom 27.09.2015.

Paris hatte bisher den Sturz Assads angestrebt. Grossbritanniens Premierminister David Cameron hat unterdessen verlauten lassen, dass Assad aus seiner Sicht durchaus an einer Übergangsregierung beteiligt werden könnte.

Baschar al-Assad als Teil der Lösung? Die, die das sagen, würden die Realitäten am Boden übersehen, erklärte SRF-Korrespondent Pascal Weber in der «Tagesschau». Assad sei der Hauptgrund für das expolsionsartige Erstarken des Islamischen Staates und anderer islamistischer Gruppierungen in Syrien. «Diese islamistischen Gruppierungen werden sich kaum mehr mit Assad an einen Tisch setzen.» Deshalb müsse man vermutlich Teile des Regimes in Gespräche einbinden, aber man könne nicht Assad selbst einbinden.

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
    c jaschko "Religionen Abschaffen dann wird es auch Ruhe geben" Menschen wollen an Religionen glauben, um sich die Angst vor dem Tod zu nehmen, und der Streit der Religionen ist auch schwer zu erklären, da alle ihr Beweismaterial im Jenseits haben.
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  • Kommentar von M. Keller (tgmike)
    Da Russland das gleiche machen will (den IS bombardieren & bekämpfen), will man Russland weiterhin sanktionieren... Kann/muss jetzt damit gerechnet werden, das F. Hollande und Frankreich genau so verteufelt werden wie Putin und Russland? Und wann kommen die ersten (offiziellen) Fragen nach der UNO auf - bezüglich "alle militärischen Angriffe ohne Resolutionen des UN-Sicherheitsrates gelten als kriegerischer Akt"? Gibt es immer noch Leute die sagen Russland will Krieg?
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    1. Antwort von Christa lohmann (Saleve2)
      Der UNO Sicherheitsrat hat keine Meinung mehr oder andere Aufgaben. Nur welche? Sich nicht einmischen und ruhig verhalten.!
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    2. Antwort von M. Keller (tgmike)
      C.l: die Aufgaben haben sich nicht geändert, aber der Sicherheitsrat stolpert über dessen Organisation: er tritt nur in Aktion, wenn er angerufen wird (könnte die CH machen), UND wenn ein einstimmiger Entschluss getroffen wird. Es gibt Veto-Mächte: USA, GB, Frankreich, Russland, China. 2 von denen führen Krieg, müsste die Vollversammlung einstimmig beschliessen. D.h. die Weltgemeinschaft müsste gegen USA und F "resolutionieren". Und das traut sich keiner. Die Frage ist warum...
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  • Kommentar von c jaschko (politically correct player)
    Verdient sich mit dem Waffen Verkauf wirklich so viel um sich all die Flüchtlinge leisten zu können oder ist alles nur noch von Heute auf Morgen berechnet worden :-) Ist man im Europa wirklich heutzutage so kurzsichtig geworden oder hat man sich wirklich so viel eingebildet das mit Spionage, Verschwörungen und mit der Gewalt man die ganze Welt beherrschen und unter Kontrolle halten kann auf Ewigkeit :-) Unseren Kindern wir bringen bei keine Probleme mit der Gewalt zu beseitigen aber siehe da :-)
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