Frankreich bremst den TGV aus

Premierminister Jean-Marc Ayrault hat ein milliardenschweres Investitionsprogramm vorgestellt: 12 Milliarden Euro über die nächsten 12 Jahre. Das Geld will die Regierung durch den Verkauf von Beteiligungen an Grosskonzernen einholen. Aber auch sparen ist angesagt.

Die TGV-Züge sind der Stolz der Grande Nation. Mit über 300 Kilometer pro Stunde brausen sie durchs Land. Doch für den geplanten Ausbau fehlt das Geld. Zehn TGV-Linien werden frühestens nach 2030 gebaut. Einige wohl gar nicht.

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TGV-Gelder werden gekürzt

1:27 min, aus Tagesschau am Mittag vom 9.7.2013

Weit hinausgeschoben ist auch die weitere Beschleunigung der Verbindung zwischen der Schweiz und der französischen Hauptstadt. Der französische Verkehrsminister Frédéric Cuvillier entschuldigt die Einsparungen damit, dass die hohe Geschwindigkeit nicht überall Sinn mache und nicht überall wünschbar sei.

Regionalpolitiker verärgert

Die Zeiten sind vorbei, als die Superschnellzüge kosten durften so viel sie wollten und Präsident François Mitterand voller Stolz die neuen Linien einweihte. Jetzt soll das Geld umverteilt sowie der Unterhalt verstärkt werden.

Der Spardruck der linken Regierung in Paris ärgert die Politiker in den Regionen.
Zur Beruhigung baut man bestehende Strecken aus. Tatsächlich ist zum Beispiel die Strecke Bordeaux-Toulouse die einzige neue Strecke, die vor 2030 noch gebaut wird – als Verlängerung der Linie Bordeaux-Paris, die schon im Bau ist.