Frankreich: Mutmassliche Attentäter getötet, vier tote Geiseln

Die Polizei hat mit zeitgleichen Einsätzen zwei Geiselnahmen durch islamistische Terroristen im Grossraum Paris beendet. Bei den Geiselnahmen und den Einsätzen zur Befreiung wurden sieben Menschen getötet, darunter die drei Täter.

Polizei greift in der Region von Paris zu

  • Mit einem Doppelschlag beendet die französische Polizei die beiden Geiselnahmen.
  • Übereinstimmenden Berichten zufolge wurden alle drei islamistischen Terroristen getötet.
  • Die Geisel in Dammartin-en-Goële konnte befreit werden.
  • Auch in Paris bei der Porte Vincennes konnten mehrere Geiseln befreit werden.
Der Ticker ist abgeschlossen.
  • 20 :46

    Die Schweizer Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga nimmt am Sonntag in Paris am Solidaritätsmarsch für die Opfer des Anschlages auf das Satire-Magazin «Charlie Hebdo» teil. Das sagte Bundesratssprecher André Simonazzi gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

    Hiermit verabschieden wir uns. Weiterhin aktuell informiert bleiben sie auf srf.ch/news.

  • 20 :28

    Frankreichs Präsident François Hollande hat die doppelte Geiselnahme durch Terroristen als «Tragödie für die Nation» bezeichnet. In einer im Fernsehen live übertragenen Rede an die Nation sprach Hollande mit Blick auf die Geiselnahme in einem jüdischen Supermarkt von einem «antisemitischen Akt». Der Staatschef lobte die Sicherheitskräfte, die die Geiselnahmen in Paris und nordöstlich der Hauptstadt professionell und effektiv beendet hätten. Er forderte die Franzosen auf, bei dem Solidaritätsmarsch für die Opfer der Terroristen am Sonntag mitzumachen und für Freiheit, Demokratie und Pluralismus einzutreten.

  • 20 :14

    Die drei Attentäter von Paris haben sich nach einem Bericht des französischen Fernsehsenders BFMTV bei ihren Taten eng abgestimmt. Der Sender strahlte Originaltöne von Telefongesprächen aus, die er vor den Zugriffen der Polizei mit den Terroristen geführt hatte. In einem Gespräch sagte der Supermarkt-Geiselnehmer Amedy C., er habe sich mit den Brüdern Chérif und Said K. abgesprochen.

    Die beiden sollten das Satireblatt «Charlie Hebdo» angreifen, und er wollte Polizisten ins Visier nehmen. Er behauptete, er habe Instruktionen der Terrormiliz Islamischer Staat bekommen.

    Chérif K., der mit seinem Bruder bei dem Anschlag auf «Charlie Hebdo» zwölf Menschen getötet haben soll, sagte im Telefongespräch, er sei von Al-Kaida im Jemen missioniert worden.

  • 20 :08

    Bundeskanzlerin Angela Merkel teilt mit, dass sie an der am Sonntag in Paris stattfindenden Gedenkveranstaltung teilnehmen wird. Auch weitere europäische
    Regierungschefs sagen ihre Teilnahme zu.

  • 20 :05

    Die französische Polizei ist weiter auf der Suche nach der Freundin des getöteten Geiselnehmers von Paris. Dabei geht es um die Schiesserei vom Donnerstag, bei der im Süden von Paris eine Polizistin getötet worden war. Der Geiselnehmer im Geschäft im Osten von Paris gilt auch als Täter bei der Schiesserei. Von beiden hatte die französische Polizei Fahndungsbilder veröffentlicht. Bisher gibt es keine Hinweise auf eine Beteiligung der Frau an der Geiselnahme.

  • 19 :45

    Der «Charlie Hebdo»-Attentäter Chérif K. ist nach eigenen Angaben vom Terrornetzwerk Al-Kaida im Jemen beauftragt und finanziert worden. Kouachi sagte dies dem französischen Sender BFMTV, bevor er bei einem Einsatz von Elite-Polizisten erschossen wurde.

    Der Islamist Amedy C., der in einem jüdischen Supermarkt mehrere Geiseln genommen hatte, sagte ebenfalls vor seinem Tod zu BFMTV, er gehöre zur Dschihadisten-Gruppe Islamischer Staat (IS) und habe sich mit den «Charlie Hebdo»-Attentätern abgestimmt.

  • 19 :09

    Präsident François Hollande wird sich um 20:00 Uhr mit einer Rede an die Nation zu Wort melden.

  • 18 :46

    Der Britische Premier hat angekündigt, am Trauermarsch für die Opfer von «Charlie Hebdo» vom Sonntag teilzunehmen.

    Auch der EU-Ratsvorsitzende Donald Tusk, der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy und der italienische Premierminister Matteo Renzi kündigten die Teilnahme am Solidaritätsmarsch an.

  • 18 :03

    Bei der Geiselnahme im jüdischen Lebensmittelgeschäft sind nach Angaben aus Polizeikreisen mindestens vier Geiseln getötet worden. Laut Medienberichten waren 15 bis 20 Personen in der Hand der Geiselnehmer. Mindestens drei Polizisten wurden bei dem Zugriff verletzt.

    Laut SRF-Korrespondent Urs Wiedmer gehe man davon aus, dass die vier getöteten Geiseln vor dem Zugriff der Polizei getötet wurden.

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    Geiseln fliehen aus dem Supermarkt

    0:41 min, vom 9.1.2015

  • 17 :55

    Beim Einsatz der Polizei gegen den Geiselnehmer im Osten von Paris sind mehrere Geiseln befreit worden. Auf Fernsehbildern waren mindestens drei Menschen in Zivil zu erkennen, die aus dem Geschäft an der Porte de Vincennes rennen. Sie wurden sofort von den Sondereinheiten der Polizei in Sicherheit gebracht.

  • 17 :46

    Die Polizei bestätigt die Tötung der beiden Geiselnehmer in Dammartin-en-Goële und die Befreiung der Geisel.

    Die mutmasslichen Täter seien beim Sturm auf die Druckerei, wo sie sich verschanzt hatten, getötet worden. Die Brüder Chérif und Saïd K. seien aus dem Gebäude gekommen und hätten aus Kalaschnikows auf die Sicherheitskräfte gefeuert. Sie seien sogleich erschossen worden, hiess es aus Polizeikreisen. Ein Polizist sei leicht verletzt worden. Die Geisel sei wohlauf.

  • 17 :28

    Offenbar wurde laut «Le Monde» auch der Geiselnehmer im jüdischen Supermarkt getötet. Eine unbekannte Anzahl von Geiseln sei auch befreit worden. Mehrere Ambulanzen seien vom Tatort weggefahren. Mindestens zehn Menschen sollen aus dem jüdischen Lebensmittelladen gerannt sein.

    Es wird vermutet, dass der Täter, der am Donnerstag im Süden de Hauptstadt eine Polizistin erschossen hatte, der bewaffnete Mann in diesem Geschäft ist. Unter seinen Geiseln waren auch Kinder. Er soll die Attentäter von «Charlie Hebdo» kennen.

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    Krankenwagen im Einsatz bei der Porte Vincennes

    0:53 min, vom 9.1.2015

  • 17 :25

    Bei dem Zugriff der Polizei auf die Verdächtigten des «Charlie Hebdo»-Anschlags in Paris sind beide Männer getötet worden. Die von den beiden Brüdern gehaltene Geisel ist laut Medienberichten frei.

  • 17 :18

    Die Polizei hat offenbar auch bei der zweiten Geiselnahme im Osten von Paris zugegriffen. Es wird von starken Explosionen vor dem jüdischen Supermarkt berichtet. Danach seien Polizeikräfte ins Gebäude gestürmt. Ambulanzen stehen bereit.

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    Stürmung bei der Porte Vincennes

    1:10 min, vom 9.1.2015

  • 17 :17

    Ein Helikopter landet in der Nähe von einem der Eingänge zur Druckerei in Dammartin-en-Goële. Die Terroristen hatten siebeneinhalb Stunden ausgeharrt. Die Lage ist unübersichtlich.

    Video «Stürmung der Druckerei» abspielen

    Stürmung der Druckerei

    0:42 min, vom 9.1.2015

  • 17 :04

    Die französische Polizei hat in Dammartin-en-Goële die mutmasslichen Attentäter von Paris eingekreist. Schüsse und mehrere Explosionen sind von dem Areal in Dammartin-en-Goële zu hören, auf dem sich die mutmasslichen Attentäter von Paris verschanzt haben. Aus dem Gebäude steigt Rauch auf, berichtet ein Reuters-Reporter. Laut französischen Medien hat offenbar der Zugriff der Polizei begonnen. Somit starten Elite-Polizisten der Einheit GIGN einen Einsatz zur Beendigung der Geiselnahme.

    Totale auf ein Gebäude.

    Bildlegende: Aus dem umzingelten Gebäude steigt Rauch aus. Verschiedene Medien berichten von Explosionen und Schüssen. SRF

  • 16 :49

    Der Europäische Jüdische Kongress (EJC) spricht von Krieg. «Europa muss begreifen, dass es im Krieg steht mit einer Ideologie, die Blutvergiessen und Mord anstrebt», erklärte der Präsident des Verbandes, Moshe Kantor, in Brüssel. «Es ist kein Krieg gegen Muslime oder den Islam, sondern gegen eine radikale Interpretation, die den Tod plant für jeden, den sie zum Feind erklärt, Journalisten und Juden eingeschlossen.» Alle seien mögliche Ziele.

    Die Strafverfolgungsbehörden, Geheimdienste und die Justiz müssten alle nötigen Mittel erhalten, um diesen «Krieg» zu gewinnen. Kantor forderte Entschlossenheit, um weitere Anschläge zu vereiteln. «Wir müssen die Sicherheit für alle möglichen Ziele verstärken, aber wir sollten diesen Mördern nicht erlauben, die europäischen Bürger bis zur Unterwerfung zu terrorisieren.» Er rief die Politik zu «konstruktiver Entrüstung» auf.

  • 16 :36

    Grossbritanniens Prinz Harry (30) bekundet sein Mitgefühl mit den Opfern des Anschlags auf das französische Satiremagazin «Charlie Hebdo» und trägt sich ins Kondolenzbuch der französischen Botschaft in London ein. Die französische Botschafterin begrüsste den Queen-Enkel am Freitag, der «mit den wärmsten und besten Wünschen» unterschrieb. Auch die Namen von Londons Bürgermeister Boris Johnson und Innenministerin Theresa May stehen bereits im Kondolenzbuch.

  • 16 :15

    Während die gesamte französische Polizei nach den beiden mutmasslichen «Charlie-Hebdo»-Attentätern fahndete, schüttelte ein Handelsvertreter einem von ihnen die Hand. «Ich habe einen der Terroristen getroffen und ihm die Hand gegeben», sagte der Mann dem Radiosender France Info.

    Die unglaubliche Geschichte ereignete sich nach seiner Darstellung folgendermassen: Er hatte am Freitagmorgen einen Termin mit einem Kunden, der bei der Druckerei CTD im Industriegebiet Dammartin-en-Goële 40 Kilometer nordöstlich von Paris angestellt ist. «Als ich eintraf, kam mein Kunde zusammen mit einem Bewaffneten heraus, der sich als Polizist ausgab», sagte Didier.

    Video «Radiointerview mit dem Handelsvertreter (französisch)» abspielen

    Radiointerview mit dem Handelsvertreter (französisch)

    0:44 min, vom 9.1.2015

  • 15 :53

    Der iranische Präsident Hassan Rohani verurteilt «Gewalt und Terrorismus», egal ob sie in der Region, in Europa oder in den USA geschehe. Zugleich warf er den Attentätern vor, die Islamfeindlichkeit zu fördern. «Jene, die ungerechtfertigerweise im Namen des Dschihad, der Religion und des Islam morden und gewaltsame und extremistische Taten begehen, fördern die Islamfeindlichkeit, ob sie wollen oder nicht», sagte Rohani laut iranischen Medien.

    Der Iran unterstütze «alle Völker, die den Terrorismus bekämpfen», sagte Rohani. Sein Land sei «sehr zufrieden», dass die Muslime «im Irak, in Syrien, Libanon oder Palästina, ebenso wie in Pakistan und Afghanistan sich dem Terrorismus und dem Extremismus widersetzen».

    Der Iran hatte bereits am Mittwoch den Angriff auf «Charlie Hebdo» verurteilt und erklärt, «jeder Terrorakt gegen Unschuldige widerspricht dem Denken und den Lehren des Islam». Auch der konservative Teheraner Freitagsprediger Ahmad Chatami verurteilte den Anschlag in Paris.