Frankreich startet umstrittene Arbeitsmarktreform

Die Arbeitslosigkeit in Frankreich steigt im 21. Monat in Folge. Ein Gesetzesvorhaben soll gegensteuern und Unternehmen mehr Flexibilität bei Arbeitszeiten und Entlöhnung geben. Erste Proteste gibt es bereits.

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Hollande packt Arbeitsmarkt-Reform an

1:51 min, aus Tagesschau vom 6.3.2013

Das vom Ministerrat verabschiedete Gesetzesvorhaben sieht nicht nur eine höhere Flexibilität für Unternehmen vor. Im Gegenzug sollen auch Vorteile für Arbeitnehmer bei Regelungen zur Kranken- und Arbeitslosenversicherung gesichert werden.

Hauptziel der Arbeitsmarktreform sei die Sicherung von Arbeitsplätzen, teilte die sozialistische Regierung mit. Das Gesetz solle im April im Parlament behandelt werden und im Mai in Kraft treten.

Als Hintergrund der grossen Eile gilt die düstere Situation auf dem Arbeitsmarkt. Die Zahl der Menschen ohne Job in Frankreich stieg zuletzt den 21. Monat in Folge und ist nicht mehr weit vom Allzeithoch aus dem Jahr 1997 entfernt. Die Quote liegt nach jüngsten EU-Zahlen mit 10,6 Prozent doppelt so hoch wie in Deutschland.

Protesttag gegen Reform

Kritiker sehen in der Reform allerdings einen «sozialen Rückschritt» und eine «Aushöhlung von Arbeitnehmerrechten». Bei einem Protesttag gingen am Dienstag Tausende Menschen auf die Strasse.

Das Gesetzesvorhaben beruht auf einer Einigung zwischen Arbeitgebervertretern und gemässigten Gewerkschaften. Sie sei das bedeutendste Abkommen in diesem Bereich seit 30 Jahren, kommentierte Premierminister Jean-Marc Ayrault.