Frankreich: Tarifpartner schrauben an Arbeitsreformen

Die Reform des französischen Arbeitsmarkts scheint unter Dach und Fach. Vertreter der Tarifparteien haben sich nach langen Verhandlungen auf einen Kompromiss zu tiefgreifenden Veränderungen geeinigt.

Ein Arbeiter schraubt an einem Auto

Bildlegende: An Arbeitsgesetzen herumgeschraubt. Frankreichs Tarifpartner sind sich bei den Reformen für den Arbeitsmarkt einig geworden. reuters/archiv

Nach französischen Medienberichten sieht das Abkommen unter anderem Lockerungen bei den Arbeitnehmerrechte vor.

Leichtere und schnellere Entlassungen

Die Übereinkunft ermögliche Arbeitgebern leichtere und schnellere Entlassungen im Fall einer Konjunkturflaute, erklärte ein Sprecher des Arbeitgeberverbandes Medef. Die Arbeitgeber sprachen denn auch von einer guten Vereinbarung.

Gleichzeitig soll es für Arbeitgeber teurer werden, Arbeitnehmer in mehrfach aufeinanderfolgenden Zeitverträgen zu beschäftigen, anstatt ihnen einen Langzeitvertrag zu geben.

Gewerkschaften müssen noch zustimmen

Der Kompromiss muss von den Gewerkschaftszentralen noch formell abgesegnet werden. Medienberichten zufolge darf ein solches Abkommen nicht von mehr als zwei Gewerkschaften abgelehnt werden, um ratifiziert zu werden.

Präsident Hollande

Bildlegende: Die Vereinbarungen der Tarifpartner will Hollande bald in Gesetze gegossen sehen. reuters/archiv

Drei der fünf an den Verhandlungen beteiligten Gewerkschaften wollen den Text unterzeichnen, berichteten französische Medien. Die Gespräche hatten vor drei Monaten begonnen.

Hollande: Schnell umsetzen

Präsident François Hollande begrüsste den Abschluss als Erfolg des sozialen Dialogs. Die Arbeitgeber könnten jetzt besser auf konjunkturell schwierige Zeiten reagieren. Das Abkommen biete auch Fortschritte für die Arbeitnehmer und eröffne für sie neue Rechte, hiess es aus dem Élysée-Palast.

Hollande forderte die Regierung auf, unverzüglich einen Gesetzentwurf auf Basis der Übereinkunft zu erstellen.