Frankreich will dem Sozialdumping einen Riegel schieben

Bis zu vierzig Prozent tiefere Preise in anderen EU-Ländern: Das sei Sozialdumping, finden die französischen Parlamentarier. Sie wollen die Bestimmungen verschärfen. Das allerdings dürfte auf Widerstand stossen.

Immer wieder verlieren französische Unternehmen Aufträge an Konkurrenten aus europäischen Billiglohnländern. Diese können Preise offerieren, bei denen die Franzosen passen müssen. Die Konkurrenzunternehmen aus Portugal oder Osteuropa zahlen Sozialabgaben in ihrem Heimatland und haben deshalb bis zu vierzig Prozent tiefere Kosten. Die Abgeordnete Chantal Guittet stellte am Montag in der Nationalversammlung dieses Sozialdumping an den Pranger. Die europäischen Bestimmungen seien zu lasch, es komme immer wieder zu Missbräuchen.

Unterbezahlte Arbeiter würden ausgebeutet, sie seien die wahren Sklaven der Moderne. Gilles Savary, der Autor eines Berichts über das Problem, meint: So könne es nicht weitergehen.

Bestimmungen verschärfen

Frankreich verlangt nun, dass die europäischen Bestimmungen verschärft werden. Es soll mehr Kontrollen geben, ob entsandte Arbeitnehmer wirklich nur permanent abdetachiert werden und nicht permanent auf dem französischen Arbeitsmarkt tätig sind. Es soll auch eine Solidarhaftung geben, wenn ein Subunternehmer zum Beispiel den französischen Mindestlohn nicht bezahlt, dann ist der Erstunternehmer dafür haftbar.

Doch der Widerstand auf europäischer Ebene wird gross sein. Osteuropa und Grossbritannien wollen nichts von einer Verschärfung der EU-Richtlinien wissen.