Französische Nationalversammlung für die Homo-Ehe

«Ehe ist ein Vertrag zwischen zwei Personen unterschiedlichen Geschlechts oder gleichen Geschlechts.» Die französische Nationalversammlung hat Artikel 1 des Grundgesetzes geändert und sich so für die Ehe von homosexuellen Paaren ausgesprochen.

In der Nationalversammlung in Paris haben sich 249 Abgeordnete für die Legalisierung der Homo-Ehe ausgesprochen. 97 waren dagegen. Die Debatte zog sich über fünf Tage hin.

Justizministerin Christiane Taubira zeigte sich «froh und stolz» über den Schritt. «Wir schaffen die Freiheit für Jede und Jeden, seine Partnerin oder ihren Partner zu wählen, um eine gemeinsame Zukunft aufzubauen.»

Nationalversammlung Paris.

Bildlegende: Der Beschluss ist höchst umstritten. Keystone

Schnelle Entschuldigung

Noch umstritten ist eine Folge der Gesetzesänderung, wonach gleichgeschlechtliche Paare auch das Recht auf eine gemeinsame Adoption von Kindern hätten. Die Opposition und die Kirche laufen Sturm.

Die Opposition hat rund 5300 Änderungsanträge eingereicht, die Debatten dürften insgesamt zwei Wochen dauern. Anschliessend muss das Gesetz noch durch den Senat.

Ein Vorstoss der Konservativen, das Volk abstimmen zu lassen, wurde von der Regierungsmehrheit abgeblockt. Sozialist Christian Assaf warf der konservativen Opposition vor, bei ihrer Ablehnung der Homo-Ehe «mit Ängsten zu spielen». «Die Zeit des rosa Dreiecks ist vorbei.» In der Zeit des Nationalsozialismus waren Homosexuelle in Konzentrationslagern gezwungen, einen rosa Winkel zu tragen.

Die konservative UMP reagierte empört. Diese sei «inakzeptabel». «Wir verurteilen den Schwulenhass und die unerhörten Taten des Nazi-Regimes gegen Homosexuelle auf das Schärfste.» Die Sozialisten beeilten sich zu versichern, dass die Äusserung nicht gegen die Konservativen gerichtet gewesen sei.