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International Freispruch für Banker Joe Ackermann

Der Vorwurf lautete auf versuchten Prozessbetrug. Auch Jürgen Fitschen, der amtierende Co-Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank sowie drei weitere frühere Top-Manager sind vom Landgericht München entlastet worden.

Legende: Video «Freispruch für Ackermann» abspielen. Laufzeit 1:01 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 25.04.2016.

Vor mehr als 14 Jahren hat der Chef der Deutschen Bank die Kreditwürdigkeit des Medienimperiums von Leo Kirch infrage gestellt. Seitdem hält der Streit über die Folgen die grösste Bank Deutschlands in Atem. In München fand nun das letzte grosse Kapitel des Dramas ein vorläufiges Ende.

Das Landgericht sprach den Co-Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, vom Vorwurf des versuchten Prozessbetrugs frei. Das Gericht verkündete auch Freisprüche für den früheren Bankchef Josef («Joe») Ackermann und drei weitere frühere Banker. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Porträt von Joserf Meinrad («Joe») Ackermann.
Legende: Freigesprochen: der frühere Schweizer Manager bei der Deutschen Bank, Joe Ackermann. Keystone

Mehrjährige Haftstrafe für Ackermann gefordert

Nach Auffassung des Landgerichts hat das ein Jahr lang dauernde Verfahren die Anklage nicht bestätigt, die gegen Jürgen Fitschen, seine Vorgänger Joe Ackermann und Rolf Breuer sowie die ehemaligen Geschäftsleitungsmitglieder Clemens Börsig und Tessen von Heydebreck gerichtet war.

Die Staatsanwaltschaft hatte den fünf Bankern vorgeworfen, vor fünf Jahren vor dem Oberlandesgericht München die Unwahrheit gesagt zu haben. Damit hätten sie die Deutsche Bank vor Schadenersatzzahlungen für den Konkurs des Medienkonzerns von Leo Kirch bewahren wollen.

Für Ackermann und Breuer hatte die Staatsanwaltschaft mehrjährige Haftstrafen gefordert, für Fitschen eine Bewährungsstrafe und eine Geldbusse. Die Angeklagten hatten die Vorwürfe von Anfang an zurückgewiesen.

Der Richter hatte aber bereits vor Monaten durchblicken lassen, dass ihn die Anklage nicht überzeugt.

Ackermann unterstellte Voreingenommenheit

Der Schweizer Manager Josef Ackermann hatte die Münchner Staatsanwaltschaft scharf kritisiert. In seinem letzten Wort vor dem Urteilsspruch warf er dem Gericht vor, voreingenommen zu sein – wenn sie sein Amts als Chef der Deutschen Bank als «strafschärfend» angesehen habe. Dies sei erschreckend und decke sich nicht mit seinem Rechtsverständnis einer objektiven Behörde.

Die anderen Angeklagten schlossen sich den Ausführungen ihrer Verteidiger an, die alle einen Freispruch gefordert hatten.

Der 2011 gestorbene Medienunternehmer Leo Kirch hatte Rolf Breuer, den damaligen Chef der Deutschen Bank, zeitlebens für den Zusammenbruch seines Medienkonzerns verantwortlich gemacht, weil Breuer sich Anfang 2002 in einem Fernsehinterview kritisch über die Kreditwürdigkeit der Kirch-Gruppe geäussert hatte.

7 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Zangerl (Thomas Zangerl)
    Solange die Welt nicht erbarmungslos die Banken verrecken lässt, solange werden solche Sachen eben weitergehen. Was war den im 2009 - mit Milliardenbeträgen den zweitgrössten Dieben helfen (erstgrösste sind die einzelnen Staaten) und wo sind wir jetzt? Genau an derselben Stelle und die Angestellten haben zu 10'000-enden im Nachhinein trotzdem ihre Stellen verloren. Warum machen die einzelnen Staaten nicht den Privatbanken Konkurrenz? 51% Aktionär Staat und 49% private Anleger. Dann knallt's.
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  • Kommentar von Thomas Zangerl (Thomas Zangerl)
    DAS war doch zu erwarten. Man muss nur das frech-dreiste Schleimergesicht eines Ackermann ansehen, dann weiss man eh schon woran man ist. Die deutsche Justiz kann es sich ja gar nicht leisten die Brüder schuldig zu sprechen. Wo käme man dann hin... Es war schon immer so und wird es wahrscheinlich aquch bleiben "die kleinen Diebe hängt man...". Je höher die Position je unschuldiger ist man von vornherein...
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Die Manager der Deutschen Bank sind keine Amateure.
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