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International Frieden in Jemen: Niemand weiss, ob und wie es weitergeht

Dass die Jemen-Friedensgespräche in Genf den Konflikt im Land beenden würden, durfte niemand hoffen. Aber nicht einmal ein Waffenstillstand ist zu Stande gekommen: Die UNO musste die Gespräche ohne Ergebnis abbrechen – und niemand kann sagen, ob und wie es weitergeht.

Kinder stehen auf einem Schutthügel vor einem zerbombten Haus.
Legende: In Jemen sind seit Ende März mehr als 2600 Menschen getötet worden, darunter mindestens 279 Kinder. Keystone

Der erste ernsthafte Versuch, in Jemen Frieden zu stiften, endet in einem Scherbenhaufen. Es hat auch nicht geholfen, dass UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon persönlich nach Genf gekommen ist, um beide Konfliktparteien nachdrücklich zu einem Waffenstillstand zu bewegen. Eine Feuerpause sei die Voraussetzung für ernsthafte Verhandlungen, betont auch der UNO-Sondergesandte für Jemen, Ismail Ould Sheikh Ahmed.

Keine direkten Gespräche

Tatsächlich sei es in den vergangenen fünf Tagen in Genf nicht einmal zu ernsthaften, direkten Verhandlungen gekommen. Der UNO-Sondergesandte pendelte pausenlos zwischen den Hotels der Delegationen und dem Palais des Nations. Er sprach abwechselnd und separat mit den Vertretern der vom Volk gewählten, aber nach Saudi-Arabien geflüchteten Regierung, und Vertretern der schiitischen Huthis, die von Jemens Ex-Diktator Ali Abdallah Saleh und dessen Getreuen in der Armee unterstützt werden.

Die beiden Konfliktparteien weigerten sich nicht nur, direkt miteinander zu sprechen, sondern auch, ein Gesprächsthema festzulegen. Die Huthis forderten ausschliesslich Gespräche über ein Ende der saudischen Luftschläge. Die Exilregierung wollte nur über einen Rückzug der Huthi- und Saleh-Truppen reden.

Humanitäre Katastrophe

Am Ende suchte der UNO-Vermittler verzweifelt, das Positive im Scheitern zu sehen: Es sei gut und wichtig gewesen, dass wenigstens beide Lager nach Genf gekommen seien. Das sei aber nicht genug angesichts des Dramas in Jemen, räumte er auch ein.

21 Millionen Jemeniten bräuchten humanitäre Hilfe, 20 Millionen seien ohne sauberes Trinkwasser. Tausende wurden getötet. Die UNO ersucht nun um 1,6 Milliarden Dollar für Nothilfe im Land. Mehr kann sie gar nicht tun, solange bei den Kriegsparteien jegliche Kompromissbereitschaft fehlt. Für eine Fortsetzung von Friedensgesprächen gibt es zurzeit keinen Termin, keinen Ort, keinen Vermittler und kein Format.

17 Kommentare

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  • Kommentar von E. Jenni, Ottikon
    Ja, Herr Szabo wettert in gewohnter Manier gegen Christen, obwohl es hier ausschliesslich um einen brutalen Vernichtungskrieg zwischen religiös verfeindeten islamisch-arabischen Staaten geht! Ich weiss nicht genau was die Absicht dieser ewig- gestrigen Rückblende ist, aber weiterbringen wird sie uns in diesen Tagen wohl kaum, denn die Gefahr durch im Mittelalter stehengebliebene Terrorregime wird dadurch völlig verkannt! Diese Gefahr beschränkt sich schon lange nicht mehr auf den Nahen Osten!
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    1. Antwort von C. Szabo, Thal
      Herr Jenni, haben Sie gelesen, auf was ich geantwortet habe? Für mich sind Sie ein typischer Erbsenzähler, der nur das sieht, was er sehen will. Wie lange sind die Weltkriege her? Sie haben recht, es ging da zu und her wie im Mittelalter. Aber islamische Staaten waren da eher als Nebenschauplatz beteiligt. So perfekte Tötungseinheiten gab es nur im ach so modernen, zivilisierten christlichen Europa.
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  • Kommentar von P.Fetz, Zürich
    Die Saudis dürfen Jemen bombadieren und niemand sagt was, dass es gegen Internationalem Recht verstosst und Jemen ein Suveräner Staat ist! Aber bei Putin gibt es einen riesen aufschrei! Da kann man nur sagen, scheiss Westen mit diesem dreck Spiele!!
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  • Kommentar von olha frick, triesen
    Herr C.Szabo ,ja christen bringen sich gegen seitig um .dass stimmt .nur in diesem ausmas war es vor ca.600 jahren .die moslems haben zuviel verschiedene religiones sparten und actebtieren nichts amderes.dann bringen sich sich deswegen um .katoliken- reformirten -ortodoxen und juden leben friedlich miteinder und moslem die sich dem jeweiligen land anpassen .(leider sehr wenige ) .Also ist es doch ein grosser unterschied .
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    1. Antwort von C. Szabo, Thal
      Wie lange sind die Weltkriege her. Ich dachte immer 100 und 70 Jahre. Aber vielleicht liege ich auch falsch. Und wer ging da aufeinander los. Moslems? Ich denke nicht. Gab es da im 2. WK allein in Europa nicht 50 Mio Tote. In der grossen Mehrheit Christen. Und wer waren die Täter? Und auch in der jetzigen Zeit sind Christen (Bush und Co.) die grössten Kriegstreiber und Mörder. Über die letzten 2000 Jahre bis in die Moderne sind Christen führend beim Töten.
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    2. Antwort von E. Jenni, Ottikon
      @Szabo: Nein, aber Muslime waren aktiv daran beteiligt, sei es in der freiwilligen SS, welche die Nazis in Bosnien rekrutierten, oder in Ägypten, wo man hoffte die Nazis würden die Allierten besiegen, um dann gemeinsam mit Hitler's Schergen nach Palästina vorzustossen. Dort hätten dann die SS mit den Muslimen unter dem Mufti von Jerusalem, welcher ein glühender Verehrer Hitlers war, den Überrest der Juden, welche man in Europa nicht eliminieren konnte, vernichtet! Sie sehen nicht das Ganze!
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    3. Antwort von E. Jenni, Ottikon
      @Szabo: Bitte nicht zynisch sein! Wir alle wissen, wann und wer die beiden WK ausgelöst hat. Die islamische Welt war sehr wohl daran beteiligt, vorallem als es darum ging, bei der Judenvernichtung mitwirken zu können! Schon vergessen, oder fehlt bei ihnen dieses Kapitel der Geschichte? Der Mufti von Jerusalem war ein gerngesehener Gast bei Hitler in Berlin. Die arabische Welt war zu einem grossen Teil nazifreundlich und beherbergte nach dem 2. WK viele ehemalige Massenmörder!
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    4. Antwort von Christa Wüstnet, Reinach
      Im 1. wie im 2. Weltkrieg waren es die Christen die aufeinander losgingen. Das kann man nicht verleugnen und damit ist die Aussage von Herrn Szabo auch richtig. Der Grund waren keine Religionskriege, das müssen wir nicht erläutern aber es waren fast alles Christen.
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    5. Antwort von E. Jenni, Ottikon
      @wüstnet: Bei allem Respekt für ihre Ausführungen, stimmt dies nur bedingt, denn der Lebensraum im Osten, (Russland) welchen die Nazis als eines der wichtigsten Ziele, erobern wollten, hatte nicht viel mit einem Krieg gegen Christen zu tun. Wohl eher prallten dort zwei verschiedene Weltanschauungen aufeinander. Was man sicher sagen kann ist, dass das christliche Europa gegeneinander Krieg führte mit Einbezug der USA. Aber wie sie richtig sagen, ging es hier in erster Linie nicht um Religion.
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    6. Antwort von C. Szabo, Thal
      @E. Jenni, 16:16: Wenn Sie schon Erbsen zählen, dann bitte alle. In Arabien waren Nazi-Massemörder/Techniker, in den USA noch mehr, in Lateinamerika (Ratten-Linie); in der UdSSR. Die Alliierten setzten sogar anfangs im BND Nazis ein. Viele Nazis verkauften den Siegermächten ihre Fertigkeiten als Fachleute für Waffenhandel, Spionage und Folter. In der BRD wurden erst in den 1960 zögerlich Nazi-Verbrecher verfolgt, aber meisten nur das Fussvolk. Sie als gebildeter Mensch wissen das sicher.
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    7. Antwort von E. Jenni, Ottikon
      @Szabo: Ist mir alles bekannt, nur ging es bei meinen Ausführungen um die arabische Welt. Nicht gelesen? Bitte werfen sie nicht dauernd andern etwas vor, was sie selbst nicht einhalten können! Mit Verlaub, es bringt ihnen nichts, das Thema dauernd und ewig zu strapaieren, nur dass sie am Ende recht bekommen, denn das eigentliche Thema haben sie schon längst aus den Augen verloren. Schade, denn die islamisch-arabische Welt schläft nicht und lacht über unsere Selbstzerrfleischung!
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    8. Antwort von C. Szabo, Thal
      @E. Jenni: Es geht um den Jemen und die Bombardierung durch Saudi-Arabien und andere Emirate. Der Befehl und ein Grossteil der Mittel (Flugzeuge und Aufklärung) kommen vom Onkel jenseits des Atlantiks. Diesmal wird eine Regime-Change, die sonst Hobbies der USA sind, mit allen Mittel verhindert. Der geostrategische Lage Jemens (Suezkanalroute) ist zu wichtig für den (westlich) kontrollierten Handel. An der Afrikaseite haben FR & USA starke Kräfte (Basen). Es geht um Kontrolle und Macht.
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