Friedens-Index gibt Indien schlechte Noten

Die Welt ist im vergangenen Jahr weniger friedlich geworden. Das zeigt der jüngste «Global Peace Index Report». Besonders schlecht abgeschnitten hat Indien. Weshalb liegt dieses Land so weit hinten? Antworten von Südasien-Korrespondentin Karin Wenger.

Indische Flagge mit Helikopter

Bildlegende: Aufstrebende Militärmacht: Indien hat in den letzten Jahren massiv aufgerüstet. Keystone

Europa ist nach dem Global Peace Index für das Jahr 2012 der friedlichste Kontinent der Welt. Die Schweiz belegt sogar den fünften Platz. Andere Länder kommen hingegen nicht allzu gut weg. Was am diesjährigen Index auffällt: Besonders schlecht abgeschnitten hat Indien. Das Land liegt auf Rang 141 von 161 Staaten und gilt damit als eines der gewalttätigsten Länder der Welt.

Südasien-Korrespondentin Karin Wenger nennt zwei Hauptgründe. Erstens: die Militarisierung des Landes. Denn Indien gilt weltweit als grösster Käufer von Militärmaterial. Zweitens fallen auch interne Konflikte, zum Beispiel mit den Maoisten oder auch in Kaschmir, ins Gewicht. Dies obwohl es dort im letzten Jahr weniger Opfer gegeben hätte, sagt Wenger.

Daneben haben auch die Mordrate, Vergewaltigungen und Korruption einen Einfluss. All dies führt dazu, dass Indien so weit hinten liegt.

Weniger Frieden

Die Welt ist jedoch im vergangenen Jahr insgesamt ein etwas gewalttätigerer Ort geworden, heisst es in der siebten Auflage des jährlich veröffentlichten Index. Seit 2008 habe sich die Bewertung von über 100 Ländern verschlechtert, während nur knapp 50 Nationen Schritte in Richtung Frieden gemacht hätten.

Grund für diesen allgemeinen Trend seien die gestiegene Zahl an Tötungsdelikten, höhere Militärausgaben und eine wachsende politische Instabilität.

Der Friedens-Index wird von internationalen Experten erstellt. Als Datengrundlage dienen nach eigenen Angaben unter anderem Informationen der Weltbank und diverser UNO-Organisationen.