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International Friedensappell von Papst Franziskus an Putin

Der Krieg in der Ukraine war das grosse Thema bei Putins Besuch in Italien. Während der Papst zu Frieden aufruft, bekräftigen Renzi und der Kremlchef die Wichtigkeit des Minsker Abkommens.

Legende: Video Putin bei Papst Franziskus (unkommentiert) abspielen. Laufzeit 0:26 Minuten.
Vom 10.06.2015.

Europa zeigt Wladimir Putin seit der Annexion der Krim und den Kämpfen in der Ostukraine weitgehend die kalte Schulter. Nicht so Italien. Dennoch gab es beim Besuch des Kremlchefs auch kritische Töne.

Papst Franziskus zusammen mit Wladimir Putin.
Legende: Mahnende Worte von Papst Franziskus an die Adresse von Wladimir Putin. Reuters

Allen voran Papst Franziskus. Der Pontifex habe in dem etwa 50 Minuten langen Treffen «bekräftigt, dass eine aufrichtige und grosse Anstrengung nötig ist, um den Frieden zu realisieren», teilte der Vatikan am Abend mit. Das Oberhaupt der katholischen Kirche erklärte bei dem Treffen auch, es sei nötig, die schlimme humanitäre Situation in der Ukraine anzugehen.

Antwort zum Ausschluss aus G8

Zuvor war Putin mit Italiens Regierungschef Matteo Renzi zusammengetroffen und hatte wenige Tage nach dem G7-Gipfel eine Zusammenarbeit mit der Gruppe der sieben führenden Wirtschaftsnationen ausgeschlossen.

Russland sei zu bilateralen Kontakten mit den Mitgliedern bereit, sagte der Kremlchef bei einem Besuch auf der Expo in Mailand. Früher habe Russland mit dem Gremium zusammengearbeitet und eine «alternative Sichtweise» beigetragen. «Unsere Partner haben entschieden, dass sie diese Alternative nicht mehr brauchen.»

Wiedersehen mit altem Bekannten

Auch beim Gespräch mit Renzi war die Ukraine ein wichtiges Thema. Renzi erklärte danach, man sei sich mit Russland einig, dass das Minsker Friedensabkommen umgesetzt werden müsse. Der Friedensplan für das Kriegsgebiet Donbass von Mitte Februar sollte zur Lösung des Ukraine-Konflikts beitragen.

Allerdings ist weder die Waffenruhe noch der Abzug von schwerer Militärtechnik umgesetzt. «Russland und Italien treten für eine vollständige Umsetzung der Minsker Vereinbarungen ein», sagte Putin. Eine Alternative zu einer friedlichen Lösung des Konfliktes gebe es nicht.

Putin traf anschliessend den italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella und zeigte sich zufrieden mit seinem Besuch in Italien. «Es war ein sehr interessanter und inhaltsreicher Tag», sagte er nach Angaben der Agentur Interfax. «Wir haben gut gearbeitet mit dem Regierungschef und es gab ein gutes Treffen mit dem Papst.» Später sollte der Kremlchef noch seinen engen Freund, den ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, treffen.

44 Kommentare

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  • Kommentar von A. Schulze, Paderborn
    Ist euch aufgefallen, dass kurz vor dem G7 Gipfel, wo über neue Sanktionen gegenüber Russland gesprochen werden sollte, die Lage im Donbass wieder eskalierte. Merkwürdiger Zufall. Entweder hat Kiew die Situation angeheizt oder Putin wollte sich selber strafen. Nur mal ein Denkanstoß an die Kiew-Strategen hier. Da kann der Papst noch so viel mit Putin über Frieden reden, es hilft nichts. Man muss Poroschenko endlich dazu bringen ALLE Punkte von Minsk zu erfüllen.
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    1. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      ....vielleicht wollte Putin einfach erreichen, dass man am G7-Gipfel ganz sicher genügend über ihn spricht, wenn er schon nicht mehr dabei sein darf?? Bei seinem Geltungsdrang halte ich das für sehr wahrscheinlich. Marjinka ist eine von ukrainischen Regierungstruppen gehaltene Stadt, sie wurde von schwerbewaffneten Verbänden angegriffen – aber klar doch: das war sicher eine ukrainische "false flag", wie alles, was nicht ins Schema passt :-)
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    2. Antwort von N.Belg, Luzern
      F.B. "Genügend über ihn spricht"... das klingt schon...
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    3. Antwort von N.Belg, Luzern
      Poroschenko "dazu bringen" können nur USA, die Drahtzieher. Aber wie man sieht sie wollen mehr Sanktionen und weiter noch versuchen W.Putin zu "isolieren", oder auch in den Krieg hineinzuziehen. Die Ukraine wird solange genutzt, bis USA es braucht. Jazenyuk ist jetzt in der USA will Geld und Waffen mit dem Argument "Wir verteidigen Westen..."
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    4. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      haben Sie schon mal überlegt, dass vielleicht Herr Putin diese Separatisten nur benutzt, solange er sie braucht, Frau Belg? Dass sie die Ukraine lähmen müssen, um einen Erfolg zu verhindern, der auch nach Russland ausstrahlen und seine neo-feudale Herrschaft gefährden könnte?
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    5. Antwort von N.Belg, Luzern
      F.B. W.Putin ist nicht so wie sie über ihn denken wollen...
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    6. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      Nun, Frau Belg, auch westliche Politiker sind nicht die Monster oder Witzfiguren, die Sie aus ihnen machen :-) Ich habe einfach meine Gründe, Putins Politik nicht zu mögen. Aus meiner Sicht ist sie eine Gefahr für Frieden und Stabilität.
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  • Kommentar von Bendicht Häberli, Burgdorf
    Der Papst ist intelligent und weiss worum es geht.Franziskus lebt auch in einer Machtorganisation (kath.Kirche) mit viel Dreck am Stecken.Wenn er nun Putin ins Gewissen redet zeugt das von Grösse.Es ist zu unterscheiden zwischen Konflikten,die unnötig sind und Kriegen, die unausweichlig sind wenn man etwas erreichen will.Was Putin in der UK angerichtet hat war unnötig.Die Kriege im Golf und in Nordafrika waren aber nötig, damit sich die Menschen von ihren Peinigern befreien können.
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    1. Antwort von H. Bernoulli, Zürich
      Seltsame Logik. Für die russischsprechenden Menschen mit engem Kontakt zu Russland auf der Krim und in Ostrussland waren die neuen, faschistoiden, antirussischen Machthaber in Kiev ein Gräuel und eine Gefahr. - Den meisten Menschen ging es im alten Lybien und Irak deutlich besser als heute. - Wollen Sie übrigens mit solchen Argumenten Kriegsverbrechen legitimieren? Oder die irrationale Putin-Hetze und USA-Gehorsamkeit?
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  • Kommentar von P.Fetz, Zürich
    Hört doch mal auf mit dem Wort Annexion, das ist nicht richtig! Es heisst Sezession (lateinisch secessio, dt. Abspaltung, Abseitsgehen, Trennung; auch:Separation) bezeichnet im Politischen die Loslösung einzelner Landesteile aus einem bestehenden Staat mit dem Ziel, einen neuensouveränen Staat zu bilden oder sich einem anderen Staat anzuschließent! Bitte SRF, nicht wie die Westliche Politiker alles verdrehen! Kosovo war eine Annexion,da keine Abstimmung und mit Waffengewalt entstanden!
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    1. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      Danke für diese Lektion in "Putin-Newspeak" :-) Wenn man sich genug verrenkt, kann man alles rechtfertigen :-) NUR: Wie soll es mit einer Macht, die solche Wahrheiten vertritt, jemals Frieden geben? Hoffen wir, dass dieser expansionistische Albtraum bald zu Ende geht und wir in Moskau gelegentlich wieder konstruktivere Gesprächspartner finden! Und vielleicht ist ja sogar bei Herrn Putin etwas von den päpstlichen Ermahnungen hängengeblieben?
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