Friedensgespräche im Sudan gescheitert

Das Töten im Südsudan geht weiter: Die Friedensgespräche zwischen Präsident Kiir und Ex-Vizepräsident Machar sind ohne Ergebnis geblieben. Keiner der beiden war bereit, einen Kompromiss einzugehen.

Südsudans Rebellenführer Riek Machar und sein Team verlassen die Friedensgespräche

Bildlegende: Riek Machar, Rebellenführer und Ex-Vizepräsident, verlässt mit seinem Team die Friedensgespräche in Addis Abeba. Reuters

Sie haben während Tagen geredet, ihre Position aber hat sich nicht geändert: Präsident Salva Kiir und sein ehemaliger Stellvertreter Riek Machar hatten sich in Äthiopien zu Friedensgesprächen getroffen. Nun sind sie beendet worden – ohne dass eine Lösung gefunden wurde. Das gab die ostafrikanische Staatengemeinschaft Igad bekannt.

Er bedaure, dass die Gespräche nicht den nötigen Durchbruch gebracht hätten, sagte der äthiopische Premierminister Hailemariam Desalegn. Er habe die beiden Parteien darum gebeten, «mutig zu sein und Kompromisse anzubieten, statt nur alte Positionen zu wiederholen.» Leider sei sein Appell nicht erhört worden.

Südsudan unter internationaler Kontrolle?

Desalegns Kommentar spiegelt die Frustration der Staatenwelt mit den beiden Führern wieder. In eine ähnliche Richtung zielt ein interner Bericht der Afrikanischen Union, der vorschlägt, sowohl Kiir als auch Machar von einer künftigen Übergangsregierung auszuschliessen. Zudem erwähnt der Bericht die Möglichkeit, den Südsudan unter die Kontrolle der Afrikanischen Union zu stellen.

Kiir und Machar könnten zudem eine Uno-Resolution zu spüren bekommen, die der Uno-Sicherheitsrat am Dienstag verabschiedet hat. Sie sieht mögliche Sanktionen für den Südsudan vor. Kiir und Machar könnten nun die Konten gesperrt und Reisen verboten werden.

1,5 Millionen Menschen geflohen

Mit dem Scheitern der Friedensgespräche schwindet die Hoffnung weiter, dass die Kämpfe im Südsudan ein baldiges Ende finden. Begonnen hatten sie vor über einem Jahr, im Dezember 2013. Seither sind in dem Konflikt mehrere Zehntausend Menschen ums Leben gekommen, über 1,5 Millionen Menschen sind geflohen.