Zum Inhalt springen

International Führende griechische Neonazis bleiben in Haft

Mord, Erpressung und Sprengstoffanschläge: Die Vorwürfe gegen die Mitglieder der rechtsextremistischen Goldenen Mörgenröte wiegen schwer. Die Parteispitze hat bis Dienstag Zeit, sich zu den Beschuldigungen zu äussern.

Die 20 verhafteten Parteimitglieder der rechtsradikalen Chrysi Avgi (Goldene Morgenröte) bleiben vorerst hinter Gittern. Parteichef Nikolaos Michaloliakos und vier Abgeordnete der Partei haben nun zwei Tage Zeit, um ihre Verteidigung vorzubereiten. Dies teilte die Athener Staatsanwaltschaft mit.

Person wird von Vermummten abgeführt.
Legende: Der 56jährige Nikolaos Michaloliakos, Präsident der rechtsradikalen Goldenen Morgenröte, wird abgeführt. Reuters

Am Samstag hatte die Polizei Michaloliakos, die vier Parlamentarier sowie 15 weitere Parteimitglieder unter dem Vorwurf der Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation verhaftet. Ein Parlamentarier und elf Parteifunktionäre werden noch gesucht.

«Die Demokratie kann sich schützen»

Den Neonazis werden unter anderem Totschlag, Körperverletzung und Erpressung, illegaler Waffenbesitz, Sprengstoffanschläge sowie Geldwäsche zur Last gelegt, wie es aus Kreisen der Staatsanwaltschaft hiess.

Aus Sicht der Ermittler gibt es ausserdem Beweise dafür, dass Mitglieder der Partei Schutzgelder von zahlreichen Geschäftsinhabern, aber auch von Migranten kassiert haben sollen.

Zudem soll die rechtsradikale Partei in den Mord an dem linken Rapper Pavlos Fyssas verwickelt gewesen sein. Der 34-jährige Musiker war am 18. September von einem Neonazi erstochen worden. Die Tat löste eine Welle der Empörung aus und führte zu weitreichenden Ermittlungen gegen die Partei.

«Die Demokratie kann sich schützen. Die Justiz wird ihre Pflicht tun. Die Institutionen funktionieren in unserem Land», sagte Regierungssprecher Simos Kedikoglou am Samstag im Fernsehen.

Kritiker werfen Polizei und Justiz vor, die Hetzreden und die Gewalttaten der Partei und ihrer Anhänger viel zu lange geduldet zu haben.

8 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Gunnar Leinemann, Teuffenthal
    Der Keim für das Entstehen von Rechtsradikalen ist Rechtes Gedankengut, das immer gefährlich ist, auch wenn es zunächst bei "Kuschelrechten" bleibt, die in einer gewissen Alpenrepublik mit 30% stark vertreten sind. Der Rechten Ideologie ist Rassismus u. in der extremen Form Gewalt gegen Minderheiten u. Andersdenkende inhärent. Auch Linke können Radikal werden, aber die radikalen Auswüchse unterscheiden sich doch erheblich, was von den Rechten gerne bewusst übersehen wird.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @Gunnar Leinemann: Ob ein Opfer in der letzten Konsequenz in einem NAZI KZ, im Gulag oder chin. od. nordkoreanischen Arbeitslager gequält wird und zu Tode kommt spielt dem selben keine Rolle. Verwerflich hingegen ist jedoch Ihre Aeusserungen dazu und kann nur den Kopf schütteln. Was hat den Stalin mit seinen Minderheiten und Andersdenkenden humaner oder besser als Hitler gemacht?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Gunnar Leinemann, Teuffenthal
      @Girschweiler: Sie verwechseln die Umsetzung einer Ideologie mit dem Inhalt derselben. Statt den Kopf zu schüttel, benutzen Sie ihn doch lieber zum Nachdenken. Es geht mir um den GRUNDGEDANKEN einer Ideologie und hier gibt es eben bedeutsame Unterschiede. Wer das nicht sehen will, ist bereits auf dem Rechten Auge blind.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Albert Planta, Chur
      Ich hoffe für Griechenland, dass sie auch dieses Problem meistern. Rechtsnationale Parteien konnten noch nie Probleme lösen. Sei es dort oder bei uns.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    4. Antwort von Paul Soltermann, Fuqing
      G.Leinemann, warum soll "Rechtes Gedankengut" immer gefaehrlich sein? "Rechts" kommt doch von richtig, rechtens und rechtschffen etc und "Links" kommt logischerweis von unrecht, unrichtig, verkehrt, falsch ... so jedenfalls wird das Rechts-Links-Schema von vielen aufgefasst weil keine konkreten Inhalte damit verbunden sind. Fuer mich ist es klar: Rechts = Kampf fuers eigene Wohl (egoistische bzw nationalistische Ziele). Links = Kampf fuers Gemeinwohl (Internat. Solidaritaet).
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von A. Holenstein, Cross'n'Star
    „Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus.“ Zitat Ignazio Silone
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von M. Haener, Büsserach
      Ein Zitat von einem Zitat von einem Zitat, welches irgendwie nicht ganz in den obigen Zusammenhang passen will.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Lucas Kunz, Sallneck
      @ M. Haener, das hat insofern einen Bezug, wenn man das Aufkeimen der rechten Szene in der CH beobachtet, dass die "Neue Rechte" sich so nach aussen definiert - aber im Kern weiterhin der alte Naziverein bleibt. Diverse Politiker, das betrifft insbesondere den Nachwuchs, der wählerstärksten Partei sind diesem Lager zuzurechnen. Es hat von denen gar welche, die offiziell Mitglied in Organisationen der Neuen-Rechten sind (Glarner etwa)
      Ablehnen den Kommentar ablehnen