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Fünf Tage nach «Maria» Weite Teile Puerto Ricos noch immer ohne Strom

Legende: Video Grosse Zerstörung in Puerto Rico (unkomm.) abspielen. Laufzeit 0:32 Minuten.
Aus News-Clip vom 26.09.2017.
  • Auch fünf Tage nach dem Wirbelsturm «Maria» ist in Puerto Rico ein Grossteil der Bevölkerung noch immer ohne Strom. Rund 80 Prozent des Elektrizitätsnetzes seien ausser Betrieb, teilte das Versorgungs-Unternehmen der Karibik-Insel mit.
  • Angesichts der schweren Verwüstungen forderte der Gouverneur des US-Aussengebiets Unterstützung durch die Bundesregierung in Washington.
  • Die Schäden auf der Insel durch Hurrikan «Maria» sind gross. Die Versicherungskosten dürften sich auf bis zu 72 Milliarden US-Dollar belaufen, wie das Risiko-Analytik-Unternehmen Air Worldwide berechnet hat.
  • Sturm «Maria» zieht derzeit auf den US-Bundesstaat North Carolina zu.
Wir bitten die Regierung von Präsident Donald Trump und den US-Kongress, entschlossen zu handeln, um Puerto Rico wieder aufzubauen.
Autor: Ricardo RossellóGouverneur von Puerto Rico

Gouverneur Ricardo Rosselló sagte, es sei eine humanitäre Katastrophe, die 3,4 Millionen US-Bürger betreffe. «Wir werden die volle Unterstützung durch die US-Regierung brauchen. Die Leute dürfen nicht vergessen, dass wir US-Bürger sind – und stolz darauf», hiess es in einer Stellungnahme Rossellós.

«Angesichts der fragilen wirtschaftlichen Lage von Puerto Rico bitten wir die Regierung von Präsident Donald Trump und den US-Kongress, entschlossen zu handeln, um Puerto Rico wieder aufzubauen.» Zuletzt stand das Aussengebiet mehrfach am Rand der Pleite und ist auf Hilfe aus Washington angewiesen.

Das Weisse Haus hatte wenige Stunden zuvor die Darstellung zurückgewiesen, Trump widme der Lage in dem Aussengebiet nicht genügend Aufmerksamkeit. Die Regierung habe einen «beispiellosen» Einsatz geleistet, um den Menschen auf Puerto Rico mit Bundesmitteln zu helfen, sagte Trumps Sprecherin Sarah Sanders in Washington. Die Reaktion sei «alles andere» als langsam gewesen. Man werde weiterhin alles tun, was möglich sei.

Teils wieder Strom und Trinkwasser

Unterdessen wurden in Puerto Rico die Aufräumarbeiten fortgesetzt. In einigen Teilen der Insel gab es wieder Strom und fliessendes Wasser. Laut Behördenangaben konnte die Stromversorgung in zwei Spitälern wieder hergestellt werden.

Mangel herrschte allerdings noch immer an Benzin. Nur etwa 30 Prozent der Tankstellen waren geöffnet. Zahlreiche Puerto Ricaner wollten auf das US-Festland fliegen. Allerdings war der Flugverkehr noch immer eingeschränkt, viele Reisende hingen am Flughafen fest.

Wenig aufbauende Worte

Trump hatte auf Twitter wenig aufbauende Worte für das US-Aussengebiet. «Puerto Rico, das bereits zuvor unter einer maroden Infrastruktur und massiven Schulden gelitten hat, steckt in ernsthaften Problemen», twitterte Trump. «Das alte Elektrizitätsnetz, das in einem fürchterlichen Zustand war, wurde zerstört. Lebensmittel, Wasser und Medikamente sind die Hauptpriorität – da läuft es gut.»

Dann erinnerte er die Puerto Ricaner noch daran, dass sie mit Milliarden US-Dollar bei Banken in der Kreide stehen. In einer Art Konkursverfahren werden derzeit die Verbindlichkeiten restrukturiert. Puerto Rico leidet unter einem aufgeblähten Staatsapparat, hohen Sozialausgaben, der Abwanderung vieler junger Leute und einer schlechten Infrastruktur.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Thomas Käppeli (thkaepp)
    Was die marode Infrastruktur Puerto Ricos anbelangt, sollte sich D. Trump lieber nicht zu stark aus dem Fenster lehnen. Vielerorts (speziell ländlichen Gegenden) in den USA, schaut es wenig besser aus. Allen voran bei den elektrischen Installationen. Diese „Wäscheleinen“ Verteilnetze auf Mittel und Niederspannungsebene nach NEC resp. ANSI/NFPA 70 Standard sind leider auch in Lateinamerika und Karibik weit verbreitet und verursachen schon bei leichten Unwettern viele Probleme.
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