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International Für Hollande naht der Tag der Abrechnung

Knapp zwei Jahre nach der Wahl zum Präsidenten müssen sich François Hollande und seine Sozialisten erstmals einem grossen Stimmungstest stellen. Es stehen Kommunalwahlen an. Die rechte Front National darf auf Zugewinne hoffen.

Legende: Video Frankreich rutscht nach rechts abspielen. Laufzeit 04:29 Minuten.
Aus 10vor10 vom 20.03.2014.

Präsident François Hollande kann froh sein, dass es nur Kommunalwahlen sind, die anstehen. Drei von vier Franzosen sind nach den letzten Umfragen unzufrieden mit dem sozialistischen Präsidenten. Eine Mehrheit ist der Ansicht, dass sein konservativer Erzrivale, der 2012 abgewählte Nicolas Sarkozy, einen besseren Job machen würde.

Wirtschaftserholung nicht in Sicht

Hollandes Parteifreunde in den rund 37'000 Städten und Gemeinden des Landes müssen nun fürchten, dass die Menschen am Sonntag an den Urnen ihre Unzufriedenheit loswerden wollen oder aus Frust gar nicht erst zur Wahl gehen. Stichwahlen gibt es eine Woche später am 30. März.

Hollande, Profilaufnahme.
Legende: Präsident Hollande könnte bei der Kommunalwahl die Quittung für seine erfolglose Poliltik erhalten. Keystone

Als Ursache der Unzufriedenheit gilt vor allem die missliche Wirtschaftslage. Hollande hatte zu Beginn seiner Amtszeit versprochen, den Anstieg der Arbeitslosigkeit bis spätestens Ende 2013 zu stoppen. Dies ist ihm nicht gelungen. Die Quote der Franzosen ohne Job ist noch immer etwa doppelt so hoch wie in Deutschland.

Hinzu kamen zuletzt die Aufregung um die Trennung von seiner langjährigen Lebensgefährtin Valérie Trierweiler und die Affäre um eine richterlich angeordnete Abhöraktion gegen Sarkozy.

Konservative UMP zerfleischt sich selber

Das konservative Lager steht allerdings selbst kaum besser da als die verunsichert wirkenden Sozialisten. Seit Sarkozys Wahlniederlage wird die UMP immer wieder von innerparteilichen Grabenkämpfen erschüttert. Seit einigen Wochen steht auch noch Parteichef Jean-François Copé unter Korruptionsverdacht. «In Frankreich geht es niemandem schlechter als den Linken, ausser den Rechten», spottete das Magazin «L'Express» kürzlich.

Front National dürfte stark zulegen

Profitieren könnte Umfragen zufolge vor allem der rechtspopulistische Front National (FN) unter Marine Le Pen. Die Partei hat in so vielen Gemeinden wie nie zuvor Kandidaten aufgestellt und hofft, dass mindestens 1000 der 21'000 Bewerber gewählt werden.

Bei der Europawahl im Mai will der FN dann nicht weniger als stärkste französische Partei werden. Wenn er dies schaffe, müsse Präsident Hollande Neuwahlen für die Nationalversammlung ansetzen, fordert Le Pen schon im Vorfeld.

Stadtpräsidentin für Paris?

Keine Chancen haben Le Pen und der FN allerdings in der Hauptstadt Paris. Dort kommt es bei den Kommunalwahlen am kommenden Sonntag zu einem der spannendsten Duelle. In der Millionenmetropole verabschiedet sich der beliebte Sozialist Bertrand Delanoë in den Ruhestand.

Aus seinem Lager tritt nun die gebürtige Spanierin Anne Hidalgo gegen die frühere Sarkozy-Ministerin Nathalie Kosciusko-Morizet an. Damit scheint zumindest sicher, dass die französische Hauptstadt erstmals in ihrer Geschichte ein weibliches Stadtoberhaupt bekommt.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Die Franzosen wollten Hollands. Jetzt haben sie ihn. Auch meine hochintelligente, linkslastige Cousine, die mich wegen meiner rechtsbürgerlichen Gesinnung hämisch auslachte, hoffte, dass die Franzosen für Hollands stimmen würden. Wer zuletzt lacht…..hahahaa!
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  • Kommentar von Albert Planta, Chur
    Ein sehr schwacher Präsident. Sein ebenfalls schwacher Vorgänger war wenigstens noch massgeblich an der Beseitigung vom Gadhaffi beteiligt.
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    1. Antwort von F. Mayer, Biel
      @Albert Planta, Chur: ...und eigentlich dasselbe in den USA: Katastrophaler rechter Bush und katastrophaler linker Obama. Fazit: Weg von der Ideologie Links und Rechts---> vorwärts zum gesunden Menschenverstand!
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    2. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      @F. Mayer: Stimme Ihnen zu! Und Fakt ist, dass Hollande der unbeliebteste Präsident in Frankreich seit Ende des 2. WK ist.
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  • Kommentar von V. Humbert, Carouge
    Ach Frankreich. Dort kann "Präsident" sein wer will. Kaum geht es um "Reformen", die in aller Regel bedeuten, dass die Mehrheit der Franzosen weniger im Portemonnaie haben, eine Minderheit hingegen nicht mehr weiss, wohin mit so viel Geld, machen Monsieur und Madame nicht mit, nicht zu unrecht. Die finden die Globalisierung halt Mist, und sind das Land der Revolutionen. Eigentlich bewundernswert, auch wenn an (leider) Realität vorbei und ohne Zaubertrank :-)
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    1. Antwort von F. Mayer, Biel
      @V. Humbert, Carouge: Tja, und wenn zwei sich streiten und nicht kompromissfähig sein wollen, freut sich der Dritte, -bzw. die anderen Staaten! Französisches Arbeitsrecht = über 8'000 Gesetzesartikel! Schweizer Arbeitsrecht = < 40 Artikel plus gesunden Menschenverstand und konstruktiven Kompromiss-Willen von den Sozialpartnern! Vive la Grande Nation!
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