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International Fukushima: Bewohner kehren zurück

Erstmals seit der Atomkatastrophe vor gut drei Jahren hat die japanische Regierung eine Zone um das havarierte AKW Fukushima freigegeben. Etwa 350 Menschen dürfen zurück in ihre Häuser.

Eine japanische Frau zieht Vorhänge zur Seite
Legende: Diese Frau ist in ihr Haus in Tamura heimgekehrt. Bislang durften in der evakuierten Zone nur 90 Personen wohnen. Reuters

Mehr als drei Jahre nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima dürfen in der Umgebung des havarierten Atomkraftwerks erstmals wieder Menschen wohnen. Die japanische Regierung hat einen kleinen Teil der gesperrten Zone freigegeben. Das Gebiet um die Stadt Tamura, gut 200 Kilometer nordöstlich von Tokio, sei nicht mehr verseucht.

Rund 350 Personen dürfen zurück in ihre Wohnungen und wieder dort leben. Die Stadt Tamura besteht aus vielen kleinen verstreuten Ortsteilen, wie SRF-Korrespondent Martin Fritz in Tokio erklärt. Einige davon befinden sich in der früheren 20-Kilometer-Sperrzone. Ein Grossteil der Stadt Tamura liegt aber ausserhalb der evakuierten Zone.

Vor allem Alte kehren zurück

Die Frage sei, wie viele der 350 ehemaligen Bewohner der nun freigegebenen Sperrzone auch wirklich dorthin zurückkehren werden, sagt Fritz. «Die bisherige Erfahrung ist, dass nur die Alten und nicht die Familien mit kleinen Kindern zurückkehren.»

Mit Blick auf weitere Rückkehrmöglichkeiten in die gesperrten Gebiete gebe sich die Regierung sehr optimistisch, sagt Fritz. Die Regierung spreche von 30‘000 Menschen. «Doch wenn die Geschäftsleute und die Ärzte nicht zurückkehren, dann gibt es keine Arbeit und keine Versorgung. Dann ist ein normales Leben nicht möglich, auch nicht für die Alten.» Der Staat wolle aus diesem Grund Schulen und Geschäfte subventionieren. «Ob das funktioniert, ist fraglich.»

Viele Menschen haben keine Wahl

So oder so werden weite Teile der Sperrzone auf Jahre unbewohnbar bleiben, wie Fritz erklärt. Tausende leben also weiter in provisorischen Unterkünften. «Diese Menschen müssen sich irgendeinmal entscheiden, ob sie weiter warten oder sich einen neuen Platz zum Leben suchen wollen.»

Bei vielen scheitere diese Wahl aber am Alter oder am Geld. So gebe es zum Beispiel Familien, die einen Kredit abbezahlen müssen, für ein Haus, in das sie nie werden zurückkehren können. «Das ist alles ganz schön grausam, weil der Staat diese Menschen im Prinzip fast schon vergessen hat.»

Regierung in Tokio spart Geld

Mit diesen Rückkehraktionen gehe es der Regierung schlussendlich auch darum, zu zeigen, dass sie alles im Griff habe, sagt Fritz. Bis zu den olympischen Spielen 2020 in Tokio wolle niemand mehr das Strahlungsthema auf der Tagesordnung haben. «Und man spart auch noch viel Geld.» Denn die Menschen, die offiziell zurückkehren dürfen, erhalten nach einem Jahr keine monatliche Entschädigungszahlung von rund 1000 Franken mehr, egal ob sie zurückkehren oder nicht.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von B. Sauter, Schaffhausen
    Das schlimme daran ist, dass wahrscheinlich viele nicht genau wissen wie gefährlich Radioaktivität ist. Sie werden schlicht falsch informiert. Über die Grenzwerte für die Strahlenbelastung (welche immer wieder erhöht werden) können richtige Experten nur lachen. Würden die Stromerzeuger auch die Folgekosten tragen und nicht nur abkassieren, wäre Atomstrom die teuerste Energie. Die Folgen tragen jetzt wieder die einfachen Menschen. Die Abzocker müssen ja nicht in dieser Verseuchung leben. AKW pfui
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  • Kommentar von M.Tisserand, Schweiz
    Viel Spass im alten Heim. Eine Nachttischlampe braucht man dort wohl nicht mehr...
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