Fukushima: Spezialisten wracken Todesreaktoren ab

Bis 2016 soll es dauern, bis Reaktor 1 der japanischen Kernkraftanlage Fukushima rückgebaut ist. Bezahlt wird das gigantische Unterfangen mit Steuergeldern. Gerade in diesen Tagen mit einer neuen Tranche von gut 7 Milliarden US-Dollar. Dieses Geld erhält die Betreiberfirma Tepco.

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Fukushimas Reaktor 1 wird demontiert

0:40 min, aus Tagesschau am Mittag vom 28.7.2015

Ein Jahr später als geplant haben Spezialisten mit der Arbeit begonnen. Im Winter 2016 soll nichts mehr übrig sein vom Reaktorblock 1 im japanischen Atomkraftwerk Dai-ichi in Fukushima. Vorher liess man sie nicht mit ihrer Arbeit beginnen. Zu gross ist die Angst der Bevölkerung vor austretender Radioaktivität.

Die Rückbauarbeiten sind nicht ungefährlich...

Ziel ist es laut der Betreiberfirma Tepco, die noch immer stark erhitzten und strahlenden Brennstäbe zu bergen. Das Unterfangen sucht seinesgleichen.

Spezialisten in weissen Schutzanzügen messen die Umgebungs-Radioaktivität im japanischen Kernkraftwerk Dai-ichi in Fukushima.

Bildlegende: Das Unglücks-Unternehmen Tepco wird mit Milliarden-Beträgen bei seinen Bemühungen unterstützt. Keystone

Die Experten müssen die Ummantelung so entfernen, dass keine Radioaktivität entweichen kann. Immer wieder ist das Vorhaben durch unerwartete Schwierigkeiten gestoppt worden.

...und die Bürger zahlen die Zeche

Bis jetzt haben Japans Steuerzahler die Betreiberfirma von Dai-ichi in Fukushima mit 50 Milliarden US-Dollar vor dem Kollaps bewahrt. Und noch ist kein Ende abzusehen.

Das ist auch Japans Regierung klar. Eben hat sie eine nächste Tranche an Hilfsgeldern gewährt. Weitere 7 Milliarden Dollar, die Tepco dabei helfen sollen, Schäden zu beheben und Tausende von evakuierten Familien zu entschädigen. Was da an Arbeit noch ansteht, ist kaum absehbar.

Ein Depot mit schwarzen Plastiksäcken. In ihnen lagert radioaktive Erde aus der Region des japanischen Kernkraftwerks Dai-ichi in Fukushima.

Bildlegende: Der Abraum kontaminierten Erdreichs verschlingt Unsummen und dauert Jahrzehnte. Reuters

Es sind gleich mehrere Städte in der näheren Umgebung Fukushimas, die ihrer Dekontaminierung harren, oder gerade jetzt von strahlendem Erdreich befreit werden.

Tepco kämpft gegen viele ungelöste Probleme

Nichtsdestotrotz wird es auch nach diesen Bemühungen Gebiete geben, die auf Jahre hinaus nicht mehr bewohnbar sein werden. Und auch innerhalb der Anlage selbst sind die Erfolgsmeldungen nicht berauschend.

Tepco bekundete bis jetzt einige Mühe, die Situation in den Katastrophen-Reaktoren tatsächlich unter Kontrolle zu kriegen. Die jetzt begonnene Entfernung geschmolzenen Kernmaterials und die nachträgliche Säuberung des Bodens wird Dutzende Jahre dauern und Milliarden im zweistelligen Bereich verschlingen.

Die Bilder von damals entsetzen noch immer

Die Katastrophe aus dem Jahr 2011 ist das schlimmste Atom-Unglück seit dem Reaktor-GAU in Tschernobyl von 1986. Die nachfolgende Info-Grafik vereint Video-Eindrücke aus verschiedenen betroffenen Regionen des Erdbebens und der nachfolgenden Reaktor-Katastrophe in Fukushima.