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Funkstille an der Landesgrenze Südkorea stoppt Lautsprecherpropaganda

Legende: Video Kein Interesse an einer Wiedervereinigung abspielen. Laufzeit 1:51 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 23.04.2018.
  • Die südkoreanische Regierung schaltet die Propagandabeschallung an der Grenze zu Nordkorea ab.
  • Vor dem Gipfeltreffen der beiden verfeindeten Staaten am Freitag wolle man «militärische Spannungen» abbauen, teilte das Verteidigungsministerium in Seoul mit.
  • Zuvor hatte Nordkorea ein Zeichen für ein friedliches Gesprächsklima gesandt: Es hatte seine Atomwaffen- und Raketentests ausgesetzt.
Ein südkoreanischer Soldat auf einem Turm aus Lautspechern nahe der Grenze.
Legende: Aus diesen Lautsprechern an der koreanischen Grenze schallt nun keine Popmusik mehr. Reuters

Am Freitag wollen die beiden Staatschefs der verfeindeten Nachbarstaaten im Grenzort Panmunjom zum dritten gesamtkoreanischen Gipfeltreffen seit Ende des Koreakrieges (1950-1953) zusammenkommen.

Um friedlichen Gesprächen den Boden zu bereiten, haben nun beide Seiten Entspannungssignale gesandt: Die nordkoreanische Regierung hat vor zwei Tagen den vorläufigen Stopp seiner Atomversuche mit Interkontinentalraketen verkündet. Die südkoreanische Regierung will nun im Gegenzug auf Lautsprecherdurchsagen und die Beschallung mit lauter Popmusik an der Grenze zu Nordkorea verzichten.

Als Reaktion auf einen nordkoreanischen Atomtest hatte Südkoreas Militär im Januar 2016 die zwischenzeitlich ausgesetzten Propaganda-Durchsagen wiederaufgenommen – laut der damaligen Präsidentin Park Geun Hye das «wirksamste Mittel der psychologischen Kriegsführung». Auch Nordkorea nutzt dieses Instrument und richtet Lautsprecherdurchsagen in Richtung Süden.

Auch ein Treffen von Nordkorea und USA geplant

Der Streit um das nordkoreanische Atomprogramm gehört seit Jahren zu den gefährlichsten Konflikten der internationalen Politik. Für Ende Mai oder Juni ist deswegen auch ein Gipfeltreffen des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un mit US-Präsident Donald Trump geplant.

Die USA verlangen von Nordkorea eine komplette Aufgabe des Atomprogramms. Ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates der USA erklärte am Sonntag, dass der Druck auf Nordkorea aufrecht erhalten bleibe, bis eine massgebliche nukleare Abrüstung vollzogen sei.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    "Der Streit um das nordkoreanische Atomprogramm gehört seit Jahren zu den gefährlichsten Konflikten der internationalen Politik." Das ist nicht ganz richtig. Vielmehr fürchten die USA um ihren schwindenden Einfluss auf der koreanischen Halbinsel - schliesslich haben sie dort einen strategisch wichtigen Militärstützpunkt.
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  • Kommentar von Jan Naef (jan.n)
    Falls es tazächlich in der zukunft zu einer Wiedervereinigung kommen sollte, würde mich wundernehmen wer den Friedensnobelpreis bekommt! Kim Jong Un oder Donald Trump?.....
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    1. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      @jan.n Für die Menschen auf der koreanischen Halbinsel, die schon einmal durch einen Krieg verwüstet worden war, wäre endlich Frieden wünschenswert. In Korea wurde ein Stellvertreterkrieg zwischen China und den USA ausgetragen - Korea befindet sich formal immer noch im Krieg, allerdings im Waffenstillstand. Bevor die US- Kräfte nun ihre eigenen Interessen (Militärstützpunkte) durchsetzen können, sollten die Koreaner selber miteinander einen Frieden aushandeln. Trump braucht es nicht für Frieden.
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    2. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Sowohl Trump als auch Kim Jong un politisieren in eigener Sache; haben den Nobelpreis also nicht verdient☺
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    3. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Wer spricht denn gleich von einer Wiedervereinigung? Ein gegenseitiges Vernünftiges Auskommen sollte erst einmal das Ziel sein. Und die Beschallung abzustellen ist auch schon ein gegenseitiges Entgegenkommen. Das war ohrenbetäubend und sehr provokativ.
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