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International Furcht vor weiteren Massenprotesten in Neu Delhi

Wut, Ohnmacht und Rache. Diese Emotionen tragen die Proteste gegen die Massenvergewaltigung einer Studentin in Indien. Regierungschef Manmohan Singh hat mehrfach zur Ruhe aufgerufen. Aus Angst vor weiteren Ausschreitungen wurden in Neu Delhi Strassen abgesperrt.

In der Hauptstadt Neu Delhi wurden Strassensperren errichtet. Tausende bewaffnete Sicherheitskräfte sind in Alarmbereitschaft. Die Behörden befürchten erneut Strassenschlachten wie am Wochenende. 65 Demonstranten und 78 Polizisten wurden laut Polizeiangaben verletzt.

Legende: Video «Erneut Proteste in Indien» abspielen. Laufzeit 1:25 Minuten.
Aus Tagesschau vom 24.12.2012.

Die Zeitung «Times of India» berichtete, Neu Delhi sei in eine Festung verwandelt worden, um einen Marsch zum Präsidentenpalast zu hindern. Zahlreiche Demonstranten versammelten sich in der Nähe des Parlaments und forderten lauthals Gerechtigkeit für das Opfer des sexuellen Übergriffs.

Regierungschef versucht zu beruhigen

Das Treffen von Singh mit Russlands Präsident Wladimir Putin wurde wegen der Proteste vom repräsentativen Hyderabad-Haus in die offizielle Residenz des Premierministers verlegt.

Ministerpräsident Manmohan Singh rief die Menschen erneut zur Ruhe auf. «Wut über dieses Verbrechen ist gerechtfertigt, aber Gewalt bringt uns nicht weiter», sagte er in einer Fernsehansprache am Morgen. Singh versprach, die Regierung würde hart durchgreifen, um Gewalt gegen Frauen künftig zu verhindern.

Frauen demonstrieren.
Legende: «Wir fordern Gerechtigkeit», skandieren diese Inderinnen mitten in Neu Delhi. keystone

Tausende Menschen, darunter zahlreiche junge Frauen, waren nach der Vergewaltigung einer 23jährigen Studentin durch sechs Männer tagelang für mehr Sicherheit auf die Strassen gegangen. Sie fordern mehr Polizeipräsenz und schnellere Gerichtsverfahren bei Sexualstraftaten. Viele verlangen auch die Kastration oder die Todesstrafe für Vergewaltiger.

2 Kommentare

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  • Kommentar von A. Holenstein, Cross'n'Star
    Bei uns hiesse es: Einzelfall. Selber schuld; zur falschen Zeit im falschen Bus, falsche Bekleidung und bestimmt roten Lippenstift aufgetragen... Wer so das Auge des Mannes verführt, muss mit der "gerechten Scharia-Strafe" rechnen... Kein Aufschrei, keine Solidarität mit dem Opfer, Rückkehr zum Courant Normal! Und für die Täter keine Strafe, sondern verordnete Kuscheltherapie!
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    1. Antwort von A.Arnold, Ebikon
      A.Holenstein,den Eindruck habe ich,wenn dem Täter mehr Aufmerksamkeit geboten wird wie den Opfer,die oftmals ein Lebenlang mit den Folgen zu kämpfen haben. Ich hoffe nicht,dass wir je in so eine Situation kommen,dass wir absolut keine Sicherheit mehr auf unseren Strassen haben.
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