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International G20-Staaten wollen das globale Wachstum ankurbeln

In der Hitze des australischen Brisbane diskutieren seit Samstagmorgen die mächtigsten Staats- und Regierungschefs der Welt beim G20-Gipfel. Im Fokus des Gipfels stehen eigentlich wirtschaftliche Fragen. Doch eine politische Krise überschattet alles andere.

Legende: Video G20-Gipfel im Bann der Ukraine-Krise abspielen. Laufzeit 1:04 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 15.11.2014.

Mit einem Aktionsplan wollen die G20 der Weltwirtschaft neuen Schwung verleihen. Dafür hätten die Mitgliedsländer etwa 1000 Einzelmassnahmen zusammengetragen, sagte der australische Finanzminister Joe Hockey.

Mehr Geld für die Infrastruktur

Darin versprechen die G20-Länder unter anderem, mehr Geld für den Ausbau der Infrastruktur auszugeben. Wenn alle Massnahmen vollständig umgesetzt würden, könne das der Weltwirtschaft ein Wachstumsplus von zwei Prozent bis 2018 bescheren, sagte Hockey.

Bisher sind das allerdings nur Ankündigungen. Der Praxistest steht noch bevor. Die Umsetzung dürfte auch durch die aktuellen politischen Krisen erschwert werden. Eine davon, die Ukraine-Krise, dürfte den Gipfel überschatten, auch wenn das Thema auf der offiziellen Agenda der australischen Gastgeber nicht vorgesehen ist.

Die Lage in der Ukraine und die jüngste militärische Eskalation geben Anlass zu grosser Sorge, sagte EU-Ratspräsident Hermann van Rompuy am Rande des Gipfels. Am morgigen Sonntag werde die EU das Thema in Brisbane mit US-Präsident Barack Obama diskutieren. Es müsse eine politische Lösung gefunden werden, betonte van Rompuy. Er drohte Russland mit weiteren Sanktionen, falls Putin seine Zusagen zur Stabilisierung der Situation nicht einhalte.

Merkel trifft Putin

Noch im Verlauf des Tages ist auch ein bilaterales Treffen zwischen der deutschen Kanzlerin Angela Merkel und Putin angesetzt. Allerdings dämpfte Merkel die Erwartungen. Sie rechne nicht mit grossen Fortschritten im Ringen um eine Lösung des Ukraine-Konflikts, sagte sie im Vorfeld.

Der G20-Gipfel ist eigentlich ein Forum, um internationale Finanz- und Wirtschaftspolitik zu diskutieren. Auf dem Programm stehen für Sonntag noch offene Fragen zur Regulierung des Finanzmarktes und zur Steuervermeidung von Konzernen wie Apple oder Starbucks.

17 Kommentare

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  • Kommentar von Charles Halbeisen, Bronschhofen
    Vielleicht sollte man als Gegengewicht die "Kleinen 40" schaffen.
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  • Kommentar von Beppie Hermann, Bern
    Damit ist leider wohl einmal mehr quantitatives Wirtschaftswachstum gemeint, weit entfernt von Nachhaltigkeit. Geistiges Wachstum würde bedeuten, in allen Bereichen kleiner, bescheidener, qualitativ aufgewertet zu werden, was einem der sich sapiens nennt eigentlich besser anstehen würde.
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    1. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Wenn der Geist für geistiges Wachstum eben fehlt, fördert man das gobale Wachstum. Aber leider gibt es viele Menschen vorwiegend in der Politik, welche gerne in diesen Grössen denken & handeln, weil es ihnen an geistiger Grösse, diejenige die wirklich zählt fehlt. So können sie eben nur im Jetzt & Hier denken, deshalb nicht klug vorausschauend handeln & die richtige Entscheidungen treffen.
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  • Kommentar von Rolf Künzi, Winterthur
    Da diese Jahr erneut 80 Millionen Menschen dazu kommen weltweit, netto, ist es noch kein pro Kopf Wachstum wenn wir wachsen. Reiner unintelligenter Wettkampfwachstum dass ist das Problem. Das lieber gestritten wird als Lösungen und Kompromisse zu finden. ökologisch zu wachsen und auch mal die Infrastrukturen intelligent auszubauen. Agrarreformen usw. Sind ein muss.
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