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International G7 – Die Entscheide

24 Stunden lang haben die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industriestaaten getagt. Hier die Ergebnisse im Überblick.

Legende: Video G7: Klima-Ziele und Russland-Sanktionen abspielen. Laufzeit 4:43 Minuten.
Aus Tagesschau vom 08.06.2015.
  • Russland/Ukraine: Russland bleibt wegen des Konflikts um die Ukraine aus dem G7-Kreis ausgeschlossen. G7 droht mit schärferen Sanktionen gegen Russland, falls die Lage in der Ostukraine weiter eskaliert. Berlin setzt auf Einigkeit des Westens. Moskau wird bei anderen Krisen gebraucht.
  • Klima: Schlagwort Dekarbonisierung: Die Weltwirtschaft soll mittelfristig auf fossile Energieträger wie Kohle, Öl und Gas verzichten. Ambitioniert – Kritiker sprechen eher von einem politischen Signal. Der Zeitplan «im Laufe des Jahrhunderts» ist vage definiert.
  • Klimaversicherung: Die G7 wollen den Versicherungsschutz der ärmsten Menschen in Entwicklungsländern vor Auswirkungen des Klimawandels wie Dürren, Hochwasser oder Wirbelstürmen verbessern. Bisher sind weltweit etwa hundert Millionen Menschen mittels sogenannter Klimarisikoversicherungen gegen die Folgen des Klimawandels versichert. Ihre Zahl soll bis zum Jahr 2020 auf mindestens 400 Millionen erhöht werden.
  • Terrorismus: Die G7-Staaten wollen die Terroristen vom Islamischen Staat «besiegen» und die Verbreitung ihrer hasserfüllten Ideologie ... bekämpfen». Noch hat der Westen hier kein wirksames Rezept.
  • Entwicklung: Die G7-Staaten wollen 500 Millionen Menschen bis 2030 von Hunger und Mangelernährung befreien. Die G7-Länder haben im Kampf gegen die Armut einiges erreicht – ihnen ist das Signal wichtig.
  • Gesundheit: «Wir sind fest entschlossen, die Ebola-Fallzahlen auf null zu reduzieren», heisst es im Gipfelpapier. Ob das klappt, ist offen – immerhin wurde Liberia schon für Ebola-frei erklärt. Zum Erfolg führen soll eine Art «Weisshelm»-Truppe.
  • Gleichberechtigung von Frauen: Die Selbstständigkeit und die Bildung von Frauen sollen gestärkt werden. Hier können die Staats- und Regierungschefs im eigenen Land mit gutem Beispiel voran gehen.
  • Zukunft der Meere: Die Staats- und Regierungschefs einigten sich auf einen Aktionsplan, der die Vermüllung der Ozeane insbesondere durch Plastik eindämmen soll. Umweltverbänden fehlte aber eine strenge Verpflichtung zur Abfallvermeidung. Eine Million Seevögel sterben jährlich durch Müll im Meer. Die G7 sprachen sich zudem für ein internationales Regelwerk für den Abbau von Rohstoffen in den empfindlichen Tiefseeregionen aus.
  • Antibiotika-Resistenzen: Angesichts der Zunahme von Antibiotika-Resistenzen wollen die sieben führenden Industriestaaten den Einsatz der Medikamente einschränken und die Forschung dazu international abstimmen. Kritiker bezeichneten die Vorhaben als unzureichend, da die G7-Länder keine konkreten Massnahmen zur Senkung des Antibiotikaeinsatzes in der Fleisch- und Fischerzeugung beschlossen hätten.
  • Lieferketten: Nach den tödlichen Unfällen in asiatischen Textilfabriken wollen die G7 ihre Verantwortung für die weltweiten Produktionsketten stärker wahrnehmen. Ziel ist es, Arbeitsunfälle zu verhindern und Umweltschutz zu fördern. Im Luxushotel Schloss Elmau wurde ein globaler Fonds («Vision Zero Fund») ins Leben gerufen, der die Einhaltung von Standards unterstützen soll. Wie viel eingezahlt werden soll und von wem, blieb allerdings unklar.

26 Kommentare

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  • Kommentar von Jacqueline Zwahlen, Amlapura
    Und kein Wort über TTIP. Dabei stand doch das ganz gross in der Agenda.
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  • Kommentar von P. Brown, Bern
    Nur Sanktionen? Das wäre zu wenig. @Bernoulli, Mitulla, usw.: besuchen sie doch bitte einmal Gedenkstätte Hohenschönhausen. Nie von gehört wahrscheinlich. Ist in Berlin.
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    1. Antwort von H. Bernoulli, Zürich
      Die UdSSR-Zeiten sind vorbei. Und: ohne finanzielle Unterstützung aus den USA wäre die bolschewistische Revolution kaum erfolgreich gewesen. Die UdSSR war dann der Hauptfeind der USA. Danach folgten Al Quaida, Saddam und nun wieder Russland. Jemand muss es sein. Dieser Hauptfeind wurde auch immer von den USA aufgebaut. Putin scheint hier eine Aussnahme zu sein.
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    2. Antwort von m.mitulla, wil
      Ihr Nichtwissen über der Geschichte der letzten 25 Jahre ehrt Ihr Vertrauen in den "guten Westen". Es gibt aber viel nachzulesen über Strategien der USA und deren Kriege in dieser Zeit. Sie werden stauenen. Gerne empfehle ich Ihnen Bücher und/ oder Vorträge des Schweizer Friedensforschers Daniele Ganser, beispielsweise sein aktuellster Vortrag zur Ukrainekrise im Kino Babylon, Berlin. Andere glaubwürdige Quellen: die "pensionierten" deutschen Politiker Egon Bahr oder Willy Wimmer.
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    3. Antwort von P. Braun, Lausanne
      UdSSR und CCCP Zeiten sind vorbei? Vorbei..? Schlafen Sie ruhig. Rusland ist ganz neu neu ? Nein. Putin ist einfach Chef der KGB. Nichts ist vorbei. Rot Fazismus lebt in Moskau. Ost-Europa ist tot. West-Europa lebt. Gut, dass Donald Tusk EU-Chef ist.
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  • Kommentar von fredy schoch, 8630 rüti
    G7 als Suchbegriff bei SRF eingegeben,2060 treffer.. Bilderberger Treffen bei SRF eingegeben,in diesem Jahr noch keinen treffer,gesamt 4 Treffer..jedoch startet dieses Treffen in 3 Tagen?????Sind die Beschlüsse die an diesem treffen der Welteliten gemacht werden um soviel weniger entscheidend für unsere Zukunft auf diesem Planeten..Denke nicht liebes SRF...Wir leben doch in einem neutralen Land,da darf doch auch mal über dieses SEHR WICHTIGE TREFFEN geschrieben werden??Gruss der Verschwörer
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    1. Antwort von m.mitulla, wil
      Ja, F.Schoch, würde mich auch sehr interessieren. Ich habe ein Interview mit Rudolf Scholten, Präsident der Kontrollbank, gehört. Es wurde im Ö2 ausgestrahlt. Ca. 130 Personen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft treffen sich "im privaten Rahmen", jedes Jahr seit 1954. Es geht um die Strärkung der Beziehungen zwischen den USA und Europa. Teilnehmende werden ausschliesslich persönlich eingeladen. Es gibt keine öffentl. Diskussionen oder Berichte über die Gespräche - dafür umso mehr Gerüchte.
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