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US-Präsident Biden trifft britischen Premier Johnson
Aus Tagesschau vom 10.06.2021.
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G7-Spitzentreffen in Cornwall Biden und Johnson zeigen sich geeint – ausser beim Brexit

Eigentlich stand das erste Treffen zwischen J.B und B.J. unter einem denkbar schlechten Stern: Biden bezeichnete Johnson einst als einen Klon von Donald Trump. Dies sagte viel darüber aus, was der neue Mann im Weissen Haus von seinem Amtskollegen an der Downing Street 10 in London hält.

Darüber hinaus hat Joe Biden tief-irische Wurzeln, auf die er stolz ist. Gerade weil er sich der Heimat seiner Vorfahren verbunden fühlt, beobachtete er das Scheidungsdrama zwischen dem Vereinigten Königreich und der Europäischen Union schon immer mit Argusaugen.

Kaum war Biden in Cornwall gelandet, war in den britischen Medien zu lesen: Johnson warne, die Spannungen in Nordirland nicht weiter anzuheizen und den Friedensprozess nicht zu gefährden. Das sind deutliche Worte. Die durch den Brexit bedingten Probleme in der strukturschwachen Region waren in den letzten Tagen wieder in den Schlagzeilen. Eine Einigung diesbezüglich zwischen der EU und London ist nicht in Sicht.

Hängt der Haussegen in Wahrheit schief?

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger ist Biden kein Freund des Brexits und das lässt er Johnson spüren. Doch Johnsons Glück ist, dass der US-Präsident genau wie er kein Interesse daran hat, diesen Streit eskalieren zu lassen. Beide Herren verfolgen höhere Ziele und lassen dafür die so oft beschworene «special relationship» wieder neu aufleben. Sie machen sogar Verweise auf Roosevelt und Churchill im Weltkrieg.

Die Pandemie wird oftmals als grösste weltpolitische Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg beschrieben und deshalb haben die beiden abermals ein Interesse, geeinigt aufzutreten. Darüber hinaus ist es für den britischen Premierminister nach Brexit der erste Auftritt auf der Weltbühne, er möchte eine gute Figur machen und Grossbritannien stolz als «global Britain» präsentieren.

Vereint gegen Russland und China

Der US-Präsident seinerseits will auf seiner ersten Auslandsreise zeigen, dass Amerika nach der Trump-Ära als verlässlicher Partner wieder auf die Weltbühne zurückkehrt. Eines ist aber strategisch noch wichtiger und das ist das vereinte Auftreten im Vorgehen gegen die Rivalen Russland und China.

Das steht in der inoffiziellen Agenda ganz weit oben. Für ihre übergeordneten Ziele spielen die beiden Politiker deshalb in Cornwall ihre Differenzen herunter und betonen ihre gemeinsamen Werte und Ziele und verleihen damit der «special relationship» einmal mehr in der Geschichte neue Bedeutung.

Henriette Engbersen

Henriette Engbersen

Grossbritannien-Korrespondentin, SRF

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Engbersen ist seit Frühling 2017 Grossbritannien-Korrespondentin von SRF. Sie ist seit 2008 für das Schweizer Fernsehen tätig, zuerst als Ostschweiz-Korrespondentin und später als Redaktorin der «Tagesschau».

Tagesschau, 10.06.2021, 20:00 Uhr

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Hanspeter Flueckiger  (Hpf)
    Was geht die USA/Herr Biden den Brexit an? Ist aber doch schön, dass man in den Medien einmal mehr dagegen sticheln kann. Stände es auch im Titel, wenn Präsident Biden den Brexit gut finden würde. Mit selektiver Auswahl, was vermeldenswert ist, manipuliert man die, welche an "objektive Medien" glauben.
    1. Antwort von Christian Schmidt  (DerSchmidt)
      So ein Blödsinn!
  • Kommentar von Ernst von Allmen  (MEVA)
    Ich frage mich ob Joe Bidens tief-irische Wurzeln, auf die er stolz ist, seine Politik mit GB wirklich beeinflusst. Ich frage mich auch wieweit unser Tessiner BR von seiner Italien Wurzel beeinflusst wird.
  • Kommentar von Thomas Leu  (tleu)
    Es ist in den USA zur Zeit in, irische Wurzeln zu haben und die Amerikaner sind ganz eifrig, danach zu suchen. Nach so vielen Jahrhunderten findet wohl jeder weisse Amerikaner irgendwo noch einen Bezug zu Irland. Somit sind die Amerikaner eigentlich Iren.
    1. Antwort von Christian Schmidt  (DerSchmidt)
      Viel mehr sind sie Deutsche wenn man sich die Statistiken der Einwanderungen anschaut.