Gab Microsoft den USA Dauerzugriff auf Kundendaten?

Weitere Enthüllung zum Spionageprogramm der USA: Microsoft hat sich angeblich stärker engagiert als bisher angenommen.

Der Softwareriese Microsoft hat den amerikanischen Geheimdiensten ermöglicht, E-Mails auf Hotmail, Live und Outlook.com abzuzapfen, bevor sie verschlüsselt wurden. Das berichtet die britische Zeitung «The Guardian».

Über das Spionageprogramm Prism hätten der Geheimdienst NSA und die Bundespolizei FBI zudem Zugriff auf den Cloud-Speicherdienst Sky-Drive gehabt. Microsoft habe das Prism-Programm auch darin unterstützt, Videos und Audios des Kommunikationsdienstes Skype zu sammeln.

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Washington zapft an im Silicon Valley

6:47 min, aus Tagesschau vom 7.6.2013

Microsoft hat stets bestritten, den US-Geheimdiensten direkten Zugang zu gewähren. Der Konzern liefere nur Daten, wenn sie - rechtlich einwandfrei – von der Regierung freigegeben worden seien. Es handele sich nicht um einen flächendeckenden Zugriff, sondern stets nur um Einzelfälle, betonte Microsoft in einer Stellungnahme.

Snowden wohl noch im Moskauer Flughafen

Der «Guardian» stützt seinen Bericht erneut auf Unterlagen des früheren Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden. Der IT-Spezialist hatte vor kurzem umfangreiche Spionageprogramme amerikanischer und britischer Nachrichtendienste enthüllt. Auf der Flucht vor der US-Justiz flog er vor gut zwei Wochen von Hongkong nach Russland. Seither wird er im Transitbereich des Moskauer Flughafens vermutet.

Am Donnerstagabend kamen im Internet Gerüchte auf, Snowden befinde sich möglicherweise an Bord einer russischen Maschine von Moskau nach Havanna. Das Flugzeug hatte einem Bericht der «Washington Post» zufolge eine unübliche Route nach Kuba gewählt. Die Vermutungen erwiesen sich als falsch.