Gaspreis erhöht: Russland lässt die Ukraine zahlen

Die Ukraine muss für russisches Gas ab sofort 30 Prozent mehr zahlen. Moskaufreundliche Staaten zahlen deutlich weniger.

Ein Arbeiter arbeitet an einer Gaspipeline

Bildlegende: Soll weiter russisches Gas in die Ukraine strömen, muss Kiew tief in die Tasche greifen. Keystone

Russland hat der Ukraine die Gaspreise um 30 Prozent erhöht. Ab sofort gelte der alte Tarif von 385,5 US-Dollar (340 Franken) je 1000 Kubikmeter Gas, sagte der Chef des russischen Energieriesen Gazprom, Alexej Miller.

Er begründete den Schritt mit ukrainischen Schulden in Höhe von 1,711 Milliarden US-Dollar, wie die Agentur Interfax meldete. Demnach hatte die Ukraine ihre Rechnungen für 2013 nicht in voller Höhe beglichen.

Auch Kiew dreht an der Preisschraube

Das krisengeschüttelte Land will zum 1. Mai die Gaspreise im eigenen Land um 50 Prozent erhöhen. Dies hatte auch der Internationale Währungsfonds (IWF) zu einer wichtigen Bedingung gemacht, um der Ukraine künftig wieder Milliardenkredite zu gewähren. Die Ukraine steht vor dem Staatsbankrott.

Russland steht in dem Ruf, seine Preise für Gaslieferungen auch als politisches Druckmittel einzusetzen. So erhalten moskaufreundliche Staaten im postsowjetischen Raum deutlich günstigere Tarife als russlandkritische Abnehmer.