Gefährlicher Boom: Immer mehr Medikamentenfälschungen

Mehr als 20 Millionen gefälschte Medikamentenpackungen wurden bei einer Serie von weltweiten Razzien beschlagnahmt. Es zeigt: Das Geschäft mit illegalen Medikamenten blüht in nahezu allen Ländern. Doch es gibt eine Ausnahme.

Praktisch alles ist zu haben: Pillen gegen Bluthochdruck, gegen Erektionsstörungen, Krebsmedikamente oder Anabolika. Alles preiswerter als in einer normalen Apotheke – aber alles illegal.

Manchmal sind in den Tabletten überhaupt keine Wirkstoffe drin. Das ist dann der beste Fall. Manchmal aber auch viel zu viele oder die falschen. Oder das Verfalldatum der Heilmittel ist schon lange abgelaufen. Millionen von Kunden solcher Medikamente setzen ihre Gesundheit aufs Spiel, warnt Interpol.

Pharmakriminalität nimmt zu

Bei der jüngsten Grossoperation wurden in Europa, Afrika und Asien insgesamt 150'000 verdächtige Postsendungen beschlagnahmt. Weiter wurden diverse Fälscherlabore ausgehoben, sowie Online-Shops und Werbebanner vom Netz genommen. Denn das Geschäft läuft hauptsächlich übers Internet.

Laut Aline Plançon von Interpol hat sich die Zahl der Beschlagnahmungen und Verhaftungen verdoppelt.. Doch der Kampf gegen illegale Medikamente ist längst noch nicht gewonnen. Im Gegenteil, in den meisten Ländern nimmt das Ausmass der Pharmakriminalität gar zu.

Eine Ausnahme ist jedoch die Schweiz, die sich an der Interpol-Aktion beteiligte: Hier nahm, laut dem Schweizer Heilmittelinstitut Swissmedic, der Import illegaler Präparate ab. Das sei nicht zuletzt den offenbar erfolgreichen Warnungen an die Öffentlichkeit über die Gefährlichkeit falscher Medikamente zu verdanken.