Anschlag von Manchester Geheimdienst prüft allfällige Pannen

  • Der britische Inlandgeheimdienst MI5 untersucht dem Sender BBC zufolge mögliche Versäumnisse in Zusammenhang mit dem Anschlag in Manchester.
  • Kritiker hatten den Behörden vorgeworfen, trotz mehrerer Warnungen aus dem Umfeld des Attentäters nicht eingeschritten zu sein.

Geprüft werde, ob «Lehren daraus gezogen werden müssen, wie der Geheimdienst mit dem Material» zum Selbstmordattentäter umgegangen sei, sagte eine mit der Sache vertraute Person, der Nachrichtenagentur Reuters.

Der in Grossbritannien geborene Muslim libyscher Abstammung habe zwar zu den 20'000 Personen gehört, die in den Akten des MI5 geführt worden seien, jedoch nicht zu den 3000, gegen die ermittelt werde. Innenministerin Amber Rudd begrüsste die Untersuchung als ersten guten Schritt.

Die britischen Behörden geben selten Ermittlungen bekannt, bei denen ein mögliches Versagen des MI5 geprüft wird. Dem Sender BBC zufolge waren vor dem Anschlag in der vergangenen Woche mindestens drei Warnungen eingegangen.

14 Personen in Haft

In Verbindung mit dem Terroranschlag hat die Polizei ihre Ermittlungen in den Süden des Landes ausgeweitet. Am Montagmorgen nahmen die Beamten in Shoreham-by-Sea in der Grafschaft West Sussex einen 23-Jährigen fest.

Dies teilte die Behörde über Twitter mit. Er werde verdächtigt, gegen Anti-Terror-Gesetze verstossen zu haben. Damit erhöhte sich die Zahl der Verdächtigen in Polizeigewahrsam auf 14. Bei dem Anschlag auf ein Popkonzert waren 22 Menschen getötet worden.