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International Geiselnahme in Mali beendet – mindestens 21 Tote

Die Geiselnahme in einem Hotel in der malischen Hauptstadt Bamako ist beendet. Die Islamisten hatten zeitweise bis zu 170 Menschen in ihrer Gewalt. Alle Geiseln, die zuletzt noch in der Hand der Angreifer waren, seien in Sicherheit.

Legende: Video Terror im Luxus-Hotel in Mali abspielen. Laufzeit 3:54 Minuten.
Aus Tagesschau vom 20.11.2015.

Nach einem islamistischen Terrorangriff auf ein Luxushotel in Malis Hauptstadt Bamako ist die Geiselnahme von zeitweise bis zu 170 Menschen beendet. Das sagte der malische Innenminister Salif Traoré.

Bei dem Angriff wurden laut dem Präsidenten Malis, Ibrahim Boubacar Keïta, mindestens 21 Menschen getötet.

Mehrere Spezialeinheiten

Die Angreifer hatten das Radisson Blu Hotel am Morgen in ihre Gewalt gebracht. Dem in Brüssel ansässigen Betreiber Rezidor zufolge waren zu dem Zeitpunkt 170 Menschen in dem Hotel. Malische Sicherheitskräfte begannen am Nachmittag, das Hotel zu stürmen. Über Stunden waren immer wieder Schüsse zu hören. Sicherheitskreisen zufolge wurden zwei Geiselnehmer getötet.

Die Einsatzkräfte wurden von US-Spezialeinheiten und französischen Truppen unterstützt. Der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian habe auf Bitten der malischen Behörden die Entsendung von Spezialkräften angeordnet, teilte das Verteidigungsministerium in Paris mit. Demnach kamen die Soldaten von Burkina Faso aus nach Mali.

Wagen mit Diplomaten-Kennzeichen eingesetzt

Ein Polizeibeamter in Bamako sagte am Vormittag, die Angreifer hätten jene Geiseln freigelassen, die das islamische Glaubensbekenntnis aufsagen konnten. Sie seien vor allem an westlichen Geiseln interessiert gewesen.

Nach Angaben eines Mitglieds des Hotel-Sicherheitsteams nutzten die Angreifer einen Wagen mit diplomatischen Kennzeichen, um Zugang zu dem normalerweise sehr gut gesicherten Radisson zu erhalten. Medienberichten zufolge skandierten die Angreifer «Allahu Akbar» (Gott ist am grössten).

Zwei Bekennerschreiben

Zwei Terrorgruppen bekannten sich laut Medien unterdessen zu der Aktion. Der Nachrichtensender Al-Dschasira aus Katar meldete, er habe eine entsprechende Erklärung erhalten. Auch die mauretanische Nachrichtenseite Al-Akhbar berichtete, verantwortlich seien die Terrorgruppen Al-Murabitun und Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQIM).

Anführer von Al-Murabitun war der Topterrorist Mokhtar Belmokhtar. Nach Angaben der libyschen Regierung soll er im Sommer bei einem US-Luftangriff getötet worden sein.

In der Gruppe Al Murabitun – einer Abspaltung von Al-Kaida im islamischen Maghreb – haben sich Araber und Angehörige der Tuareg zusammengeschlossen.

Nach Angaben des Hotelbetreibers Rezidor hielten sich zum Zeitpunkt des Angriffs 140 Gäste und 30 Angestellte auf dem Gelände auf. Das Aussendepartement in Bern hatte am Freitagnachmittag keine Kenntnis von Schweizer Opfern, es treffe noch Abklärungen, teilte es mit.

Liveticker zu Mali

Alles zur Geiselnahme in der malischen Hauptstadt Bamako lesen sie im Liveticker.

UNO-Mission seit 2013

Mit dem Terrornetz Al Kaida verbündete Islamisten und separatistische Tuareg hatten grosse Gebiete im Norden des Landes erobert, bevor sie 2013 mit Hilfe französischer Truppen wieder zurückgedrängt wurden. Derzeit läuft ein internationaler Einsatz zur Stabilisierung Malis. Die UNO-Mission besteht momentan aus rund 10'000 Soldaten und Polizisten.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Das ist die asymmetrische Kriegsführung. Dagegen gibt es praktisch keinen Schutz. Die Terroristen ziehen sich wieder in die Wüste zurück und warten ab. Sie wissen, wenn es sie nicht mehr geben würde, werden andere Glaubensbrüder an ihre Stelle treten und wieder zuschlagen. Genauso wie in Paris. Solange der Westen sich aus den islamischen Gebieten nicht zurückzieht, wird es Attentate wie in Paris, Madrid oder London geben.
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    1. Antwort von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
      2) Es ist Europa nur zu raten, sich aus dem Mittleren Osten herauszuhalten, um nicht selbst ein Angriffsziel zu sein. Denn auch in Europa hat es bereits Millionen islamische Kämpfer und Unterstützer, die im Zweifel immer für den Islam stehen. Die islamischen Kämpfer haben dazu die gleichen Waffen und darüber hinaus noch einen Glauben der ihnen ein ewiges Leben im Paradiese verspricht. Während die westlichen Staaten ihren Soldaten nur Blechsterne und eine Holzkiste versprechen können.
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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Der Anschlag da fand fernab von Europa statt. - Jetzt gibt es da keinen, der sagt er wäre ein Malier wie zB. bei "Charlie" oder "Franzose". Das sagt auch etwas aus. Ebenso wie offensichtlich dieser Artikel kaum oder fast gar nicht beachtet wird, - jedenfalls nach den Blog-Einträgen beurteilt. Auch das sagt etwas aus, über uns selbst !!!
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  • Kommentar von Denis Vuono (Denis Vuono)
    Ich dachte oder habe das zumindest x-fach von islamexpertinnen gehört: islam/koran sei eine friedliche religion und alles terror das im namen des koran und ihres eigenen "gottes" veruebt wird, habe nichts mit dem koran und ihrem profeten zu tun....mou wem oder was hat es dann zu tun?.mit dem buddhismus vielleicht?
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