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International «Geiselnehmer war vermutlich ein gewöhnlicher Krimineller»

Australien hat vor kurzem die Terroralarm-Stufe erhöht. Der Geheimdienst befürchtete Anschläge von Dschihad-Rückkehrern. Beim Geiselnehmer von Sydney handelt es sich laut SRF-Australien-Korrespondent Urs Wälterlin aber wohl eher um einen Trittbrettfahrer.

Legende: Video Einschätzungen von Australien-Korrespondent Urs Wälterlin abspielen. Laufzeit 2:27 Minuten.
Aus Tagesschau vom 15.12.2014.

Beim Geiselnehmer in Australien handelt es sich offenbar um einen Kriminellen, der schon vermehrt mit dem Gesetz in Konflikt gekommen war. Laut SRF-Australien-Korrespondent Urs Wälterlin benutzte der Geiselnehmer den IS und die Islamische Revolution lediglich als Trittbett.

Es hätte aber auch anders sein können. «Denn es gibt viele unzufriedene und frustrierte jugendliche Muslime in Australien. Dies nicht zuletzt als Resultat der konstanten Terror-Hysterie, die in den australischen Medien seit Monaten geschürt wird.» Viele würden sich deshalb ausgegrenzt fühlen. «Das treibt einige in die Arme der Radikalen», sagt Wälterlin in der «Tagesschau».

Scharfe Gesetze reichen nicht

Australien hat in diesem Jahr eine sehr strenge Anti-Terror-Gesetzgebung verabschiedet. «Die Macht von Polizei und Geheimdienst wurde dramatisch erweitert», erklärt Wälterlin. Internet- und Telefonanbieter sollen zudem verpflichtet werden, die Metadaten ihrer Kunden zwei Jahre zu speichern.

Die jüngsten Ereignisse in Sydney könnten Premierminister Tony Abbott nun politisch Aufwind geben, so Wälterlin. «Denn dieser schnitt in Meinungsumfrage immer dann am besten ab, wenn er sich der Bevölkerung als Krisenmanager präsentieren oder verkaufen konnte.»

Terroralarm-Stufe erhöht

Seit September gilt im Land erhöhter Terroralarm, konkret die Stufe 3 von 4. Das bedeutet: «Terroranschlag wahrscheinlich». Der Geheimdienst hat vor Anschlägen muslimischer Extremisten gewarnt, etwa durch Rückkehrer aus den Kampfzonen im Irak und in Syrien.

«Wir sind besorgt, dass Einzelpersonen sich vom Konflikt in Syrien inspirieren lassen und hier Terroranschläge verüben», berichtete der Geheimdienst. «Rückkehrer sind wahrscheinlich radikalisiert und haben Kenntnisse, Erfahrung und Netzwerke, um Anschläge mit vielen Opfern in Australien und anderen westlichen Ländern zu verüben.»

Aufseiten der Extremisten kämpften nach Schätzung von ASIO im Juli etwa 60 Australier. Generalstaatsanwalt George Brandis ging im November von 70 bis 90 aus. Fast ein Viertel sei umgekommen. Die Behörden haben mindestens 60 Sympathisanten die Pässe entzogen.

Razzia im September

Australien beteiligt sich mit Hunderten Elitesoldaten und Flugzeugen an der internationalen Allianz gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak.

Im September hatte die Polizei nach eigenen Angaben Pläne vereitelt, einen Passanten auf offener Strasse zu entführen, zu köpfen und ein Video davon zu veröffentlichen. Der in Syrien kämpfende Australier Mohammad Ali Baryalei soll einen Anhänger in Sydney direkt mit dem Anschlag beauftragt haben.

Es folgte die grösste Anti-Terror-Razzia in der australischen Geschichte mit Durchsuchungen in Sydney und Brisbane. 15 Menschen wurden teils vorübergehend festgenommen.

10 Kommentare

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  • Kommentar von Michael Riehle, Habana
    Lieber Urs, wir leben in Australien seit 10 Jahren. Wir sind guecklich hier. Meine letzte email mit Kritik and deiner Berichterstattung (Australische Hassliebe, alles ist hier nicht so wie due es wuenscht- kritik am "geh Heim T shirt") wurde nicht veroeffentlicht. Nun dieser Bericht mit Desinformation und Hetze, daher meine Frage "Fuer wehn arbeitest du? fuer den Schweitzer Staat der nicht moechte dass Landsleute auswandern? Dein Journalismus ist fraglich und mangelhaft,schade fuer Australien.
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  • Kommentar von Hans Berger, Bern
    Schreiben sie von diesem oder von allen dieses Glaubens?
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  • Kommentar von P.Meier, Zürich
    "Ein gewöhnlicher Krimineller" ??? Er zwang die Geiseln Fahnen mit Islamistischen Botschaften an die Fensterscheiben zu halten. Er schrieb Hassbriefe an die Familien von getöteten Soldaten. Warum verharmlost SRF ein Terroristischer Geiselnehmer, der für den Tod von mehreren Menschen verantwortlich ist, und stellt ihn auf die Stufe von gewöhnlichen Kriminellen?
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    1. Antwort von Christina Bernegg, Horw
      Herr Meier,bleiben sie ganz ruhig.Die ganze Sache ist mistfaul,und stimmt vorne und hinten nicht.Wir alle werden wie so oft falsch informiert,und mit den Tatsachen hat das nichts mehr zu tun.Das ganze ist eine Fals-Flag und die meisten hier glauben das noch.
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    2. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      Christina Bernegg, was ist mistfaul und stimmt vorne und hinten nicht? Woher wollen Sie was wissen? Meinen Sie, besser informiert zu sein als meine Freunde in Australien, die auch nichts anderes vernommen haben, oder waren Sie am Ende gar dabei?
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