Geistlicher wollte 20 Millionen aus der Schweiz schmuggeln

Im Zuge der Ermittlungen gegen die Vatikanbank IOR ist ein hochrangiger Priester festgenommen worden. Ihm wird Korruption, Betrug und Verleumdung vorgeworfen. Der Mann hat versucht, Millionen über die Schweizer Grenze schmuggeln zu lassen.

Monsignore Nunzio Scarano

Bildlegende: Monsignore Nunzio Scarano wurde wegen Korruptionsverdachts festgenommen. Keystone

Monsignore Nunzio Scarano, einem wichtigen Geistlichen aus dem Vatikan, und zwei weiteren Beschuldigten werden Korruption, Betrug und Verleumdung vorgeworfen, wie italienische Behörden mitteilten. Mit ihm unter Verdacht stehen ein ehemaliger Geheimdienstmitarbeiter und ein Finanzmakler.

Licht ins Dunkel?

Die Vatikanbank ist immer wieder mit Skandalen in Verbindung gebracht worden und stand lange wegen wenig transparenter Geschäfte in der Kritik. Erst am Mittwoch hatte Papst Franziskus ein neues Gremium ins Leben gerufen, das die Vatikanbank beobachten soll.

Den Ermittlungen zufolge soll Scarano dem Geheimdienstmann 400'000 Euro bezahlt haben, damit er 20 Millionen Euro Bargeld mit einem Privatjet von der Schweiz nach Italien bringt. Das Geld gehörte einem Freund Scaranos.

Marco Politi, Papst-Biograph und Vatikan-Analyst, spricht Korruption innerhalb des Vatikans. Dies habe System.

Video «Vatikan-Analyst spricht von systematischer Korruption (engl.)» abspielen

Vatikan-Analyst spricht von systematischer Korruption (engl.)

0:58 min, vom 28.6.2013

Verdacht auf Geldwäsche

In der süditalienischen Stadt Salerno wird gegen Scarano bereits seit zwei Wochen wegen des Verdachts auf Geldwäsche ermittelt. Im Zuge dessen wurde er auch von seinem Posten in der Vermögensverwaltung des Heiligen Stuhls suspendiert.