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Geld für Entwicklungsprojekte Massive Finanzspritze für Weltbank

  • Für Entwicklungsprojekte kann die Weltbank künftig 13 Milliarden Dollar mehr ausgeben.
  • Das haben die 189 Mitgliedsstaaten der Institution in Washington beschlossen.
  • Bisher hatten die USA diesen Entscheid mit Blick auf China immer wieder blockiert.

Die Kapitalaufstockung für die Weltbank ist massiv. Und sie dient der Finanzierung von Entwicklungsprojekten rund um den Globus. Für diese Zwecke wird die Institution nach dem Beschluss ihrer 189 Mitgliedsstaaten künftig etwa 13 Milliarden Dollar mehr ausgeben können, wie die Weltbank in der Nacht mitteilte.

Andere Regeln für Kreditvergabe

Ausschlaggebend für diesen Entscheid war die Zustimmung der USA. Washington hatte sich der Kapitalaufstockung bis in jüngster Zeit immer widersetzt.

Die nunmehr beschlossene Finanzspritze geht mit einer Änderung der Regeln für die Kreditvergabe einher. Die Hilfen für «Gebiete, die am stärksten auf Finanzierung angewiesen sind», sollten verstärkt werden, hiess es in der Mitteilung des Entwicklungskomitees der Weltbank, in dem die 189 Mitgliedstaaten vertreten sind.

«Historische Vereinbarung»

Weltbank-Präsident Jim Yong Kim sprach von einer «historischen Vereinbarung». Die Mitglieder hätten damit ihr «erneuertes Vertrauen in die globale Kooperation» zum Ausdruck gebracht.

US-Finanzminister Steven Mnuchin hatte kurz vor dem Votum grünes Licht für die Kapitalaufstockung gegeben. Er zeigte sich zufrieden mit den neuen Regularien für die Kreditvergabe. Dadurch werde ermöglicht, die Hilfen auf die «ärmsten» Länder auszurichten.

US-Vorbehalte gegenüber Peking

Bei der vorherigen Tagung im Oktober hatte Mnuchin die Zustimmung zu einer Kapitalaufstockung noch mit dem Argument verweigert, dass die Kreditvergabe ineffizient geregelt sei. Die USA sind der grösste Beitragszahler der Weltbank.

Bei der Neuregelung der Kreditvergabe geht es Washington offenbar vor allem darum, dass China künftig weniger oder gar nicht von Finanzhilfen der Institutionen profitiert – da die Volksrepublik nicht zu den ärmsten Staaten zähle. Zuletzt war das Kapital der Weltbank im Jahr 2010 erhöht worden.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Würden alle Konzerne, statt Steuern zu hinterziehen diese dort entrichten, wo sie zu entrichten sind. Würden diesen gleichen Konzernen verunmöglicht Länder ihrer Schätze zu berauben und sie als Orte zu nutzen, wo sie entweder Mensch ausbeuten, oder Gitftmüll, inklusive alle Pestizide entsorgen oder sich ihrer Rüstungsprodukte entledigten, könnte die meisten Länder auf diese Kolonialisierung durch Kredite verzichten. Armut und Hunger sind kein Zufallsprodukt in einer Wirtschaft der Extraktion.
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  • Kommentar von Tim Buesser (TimBue)
    Bin gespannt, wer von diesen 189 Staaten denn seinen Beitrag an diese 13Mia USD auch wirklich einzahlt. UNO hat ja heute schon chronisch grosse Ausstände in ihren Beiträgen. Beschlossen haben das 189 UNO-Diplomatenvertreter, bei der grossen Mehrzahl der Staaten aus sog. "Zweiter" und "Dritter" Welt ist gar nicht vorgesehen, dass diese je was zahlen, im Gegenteil, darunter sind viele Empfänger, und dass die dafür sind, spricht für sich selbst.
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    'Dadurch werde ermöglicht, die Hilfen auf die «ärmsten» Länder auszurichten.' Achten wir doch mal auf solche Formulierungen. Ihr seid arm und wir sind reich. Eine Logik die einerseits von Verachtung geprägt ist und die den Mangel, der ja gar nicht beheben will, sondern diesen für sich nutzen will. Kapitalistischem Wirtschaften ist auf Erzeugen von Mangel angewiesen, denn erst dann kann es seine volle Wucht&Gewalt entfalten.
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