Geld von Migranten wichtiger als Entwicklungshilfe

414 Milliarden Dollar: So viel Geld wird dieses Jahr voraussichtlich in Entwicklungsländer fliessen. Nicht aber von internationalen Hilfsorganisationen, sondern von Migranten im Ausland.

Blick in einen Slum in Indien.

Bildlegende: Laut UNO gibt es weltweit 232 Millionen Migranten, die 424 Milliarden Dollar in die Heimat geschickt haben. Reuters

Migranten, die im Ausland arbeiten, schicken ihr Geld vielfach zurück in ihre Heimat an Familie und Verwandte. Dieses Jahr werden voraussichtlich 414 Milliarden Dollar in Entwicklungsländer fliessen. Das sind 6,3 Prozent mehr als noch im vergangenen Jahr. Diese Zahlen veröffentlichte die Weltbank in einer Studie.

Am meisten Geld geht nach Indien: über 70 Milliarden Dollar. Aber auch die Philippinen, Mexiko, Nigeria und Ägypten profitieren stark von ihren Leuten, die in anderen Ländern arbeiten.

Geld fliesst oft über inoffizielle Wege

In einigen Staaten machen diese Gelder der Migranten zwischen 30 und 50 Prozent des Bruttoinlandprodukts aus. Weiter heisst es, dass das Geld, das die Migranten ihren Familien schicken, weit bedeutender sei als die internationale Hilfe: Gemäss Angaben der UNO kommen die Hilfsgelder der Regierungen auf eine Summe von 126 Milliarden Dollar.

Die meisten Überweisungen würden laut Weltbank nicht auf dem offiziellen Weg via dafür spezielle Institute abgewickelt. Als Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 schlossen die USA viele solcher Büros, um Terroristen eine Möglichkeit der Geldbeschaffung zu erschweren. Hinzu kommt, dass die Transaktionsgebühren mit derzeit 9 Prozent laut Weltbank viel zu hoch seien. Das müsse sich ändern.