Geldwäsche-Vorwürfe in Zypern: Jetzt gibt es eine Sonderprüfung

Eine neue Hürde für ein allfälliges Hilfspaket: Zypern muss den Kampf gegen Geldwäsche von einem Privatunternehmen untersuchen lassen. «Wir brauchen das schnell», sagte Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem nach Beratungen in Brüssel.

Im Streit um ein Rettungspaket für Zypern haben sich die Euro-Finanzminister zu Einzelheiten eines möglichen Hilfsprogramms bedeckt gehalten. Bei ihrer Sitzung sei es im Zusammenhang mit Zypern vor allem um das Thema Geldwäsche gegangen, sagte der Chef der Eurogruppe, Jeroen Dijsselbloem, nach dem Treffen in Brüssel.

Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem fasst sich mit beiden Händen an die Nase.

Bildlegende: Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem will, dass die Sonderprüfung zu den Geldwäsche-Vorwürfen schnell umgesetzt wird. Keystone

Die Eurogruppe will die Anwendung von Anti-Geldwäsche-Gesetzen in Zypern von einem Privatunternehmen untersuchen lassen. Das kündigte Dijsselbloem an: «Wir brauchen das schnell.» Das Paket solle im März – also nach den zyprischen Präsidentenwahlen – vereinbart werden. «Falls es nötig sein sollte, wird die Abmachung zusätzliche Massnahmen enthalten.»

Vorwürfe zurückgewiesen

Nikosia hatte zuvor Vorwürfe der Geldwäsche über Finanzhäuser des Landes erneut zurückgewiesen. Finanzminister Vassos Shiarly wollte darauf bestehen, dass keine private Wirtschaftsprüfungsgesellschaft von der Eurogruppe damit beauftragt wird, Kontrollen durchzuführen, ob es Geldwäsche in Zyperns Geldinstituten gibt. Nikosia konnte diesen Kurs aber nicht durchsetzen.

Zypern hatte einen Antrag auf Hilfen im Sommer 2012 gestellt. Dabei geht es um Hilfskredite im Volumen von etwa 17,5 Milliarden Euro.