Gelingt der Pakt für einen Weltklimavertrag?

Es wird wärmer und die Zeit drängt. Der New Yorker UNO-Gipfel soll deshalb neuen Schwung in die Klimaverhandlungen bringen. Die US-Regierung schlägt vorerst eine internationale Abmachung vor – mit dem späteren Ziel eines bindenden Weltklimavertrags für über 190 Staaten.

Klima-Protest an der Wall Street.

Bildlegende: Im Vorfeld des UNO-Klimagipfels protestierten Zehntausende in New York, auch an der Wall Street. Keystone

Zum UNO-Klimagipfel in New York werden heute zahlreiche Staats- und Regierungschefs erwartet, darunter auch US-Präsident Barack Obama. Die Veranstaltung ist offiziell nicht Teil der Verhandlungen für einen Weltklimavertrag, soll dem Prozess aber neuen Schwung verleihen.

Was planen die USA?

Obama räumt dem Klimaschutz recht hohe Priorität ein, ist mit dem Anliegen allerdings chancenlos im Kongress. Um während seiner Amtszeit doch noch ein paar Pflöcke einzuschlagen, strebt die US-Regierung nun vorerst eine internationale, nicht bindenden Klima-Abmachung an, wie USA-Korrespendentin Priscilla Imboden erklärt.

Die Vertreter der US-Regierung argumentieren, dass der erste Schritt zu einem bindenden Vertrag immer eine solche Abmachung sei. Sie hoffen laut Imboden auf einen entsprechenden Pakt etwa zwischen China, den USA und Europa. Andere Länder würden sich dazu gesellen. Daraus könnte dann ein bindender Vertrag werden.

Weltweite Demonstrationen für den Klimaschutz

Am Wochenende gingen weltweit Zehntausende Menschen für einen wirksamen Klimaschutz auf die Strasse. Sie forderten mit Blick auf den UNO-Klimagipfel endlich Taten von der Politik. Koordiniert hatte die Klima-Märsche die Organisation Avaaz, die sich als weltweite Bürgerbewegung versteht.

Die Ziele des Klimavertrags


Was ist von Obamas Klima-Offensive zu halten?

2:21 min, aus SRF 4 News aktuell vom 23.09.2014

Der Klimavertrag soll Ende 2015 bei der UNO-Klimakonferenz in Paris verabschiedet werden und 2020 in Kraft treten. Auch die USA und China, die sich bisher gegen verbindliche Minderungsziele sperren, sollen mitmachen, damit das Ziel noch erreicht wird, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen.

Zudem sind öffentliche und private Hilfen für vom Klimawandel betroffene Staaten von bis zu 100 Milliarden Dollar jährlich ab 2020 geplant. Zuvor findet im kommenden Dezember in Lima noch eine UNO-Klimakonferenz statt, die Details für den Vertrag erarbeiten soll. Bis Ende des 1. Quartals 2015 sollen dann alle Staaten ihre Treibhausgas-Minderungsziele für den Weltklimavertrag mitteilen.

Das Kyoto-Protokoll soll abgelöst werden

Das Kyoto-Protokoll wurde bis 2020 verlängert, um die Zeit bis zum Klimavertrag zu überbrücken. Es verpflichtet die Staaten ebenfalls auf Reduktionsziele. Aber das Kyoto-Protokoll umfasst nur die EU-Länder und zehn weitere Staaten - Neuseeland, Russland und Japan sind in der zweiten Verpflichtungsperiode nicht mehr dabei. Die EU möchte ihre Treibhausgase bis 2020 im Vergleich zu 1990 um 20 Prozent reduzieren, Deutschland als selbst ernannter Vorreiter um 40 Prozent.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Die UNO-Klimaschutzkonferenz liegt Ban Ki-moon am Herzen. Er fordert mit Nachdruck konkrete Zusagen der Teilnehmerländer.

    Vor einem globalen Kurswechsel in der Klimapolitik?

    Aus Echo der Zeit vom 23.9.2014

    UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon erwartet von den über 100 SpitzenpolitikerInnen am UNO-Klimagipfel in New York konkrete Zusagen für konkrete Massnahmen. Die Rolle der Schweiz erläutert Umweltministerin Doris Leuthard im Gespräch. Ein wichtiger Akteur in der Klimafrage sind die USA.

    Präsident Obama sucht nach Wegen, den Widerstand der Republikaner im Parlament zu umschiffen.

    Fredy Gsteiger und Thomas Häusler