Gemeinsam gegen das tödliche Ebola-Virus

467 Menschen starben in rund drei Monaten an Ebola. Jeden Tag werden es mehr. Wie kann das gefährliche Virus gestoppt werden? Elf westafrikanische Gesundheitsminister suchen in Ghana dringend nach einer Antwort.

Ebola-Virus

Bildlegende: Das Ebola-Virus unter dem Mikroskop. Keystone

Seit über drei Monaten breitet sich die schwere Ebola-Epidemie in Westafrika immer weiter aus. Nun sind elf westafrikanische Gesundheitsminister in Ghanas Hauptstadt Accra zu einer zweitägigen Ebola-Krisensitzung zusammengekommen.

Ihr Ziel: Ebola unter Kontrolle bringen und neue Ausbrüche verhindern.

Die Krankheit trete nicht nur auf dem Land, sondern auch in den Städten auf, sagte Luis Gomes Sambo, Afrikadirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO). «Das Risiko, dass sich die Epidemie über weitere Grenzen international ausbreitet, stellt ein gravierendes Problem für die öffentliche Gesundheit dar.»

«  Der derzeitige Ausbruch ist der schwerste aller Zeiten, nicht nur was die Zahl der Fälle und der Toten betrifft, sondern auch bezüglich der geografischen Verbreitung. »

Luis Gomes Sambo
WHO-Afrikadirektor


Ebola - die WHO schlägt Alarm

5:59 min, aus Echo der Zeit vom 02.07.2014

Zuversichtlicher äusserte sich der WHO-Vize-Generaldirektor für Gesundheitsschutz, Keiji Fukuda. «Diese Art Ausbrüche, diese Krankheiten können gestoppt werden», sagte er der Nachrichtenagentur AFP. «Das ist keine einmalige Situation. Ich bin zuversichtlich, dass wir es hinbekommen.»

An der Sitzung nehmen nicht nur die Gesundheitsminister teil, sondern auch internationale Experten der UNO, des Roten Kreuzes, des Instituts Pasteur und von Ärzte ohne Grenzen.

Laut WHO sind bis Ende Juni in Guinea, Liberia und Sierra Leone 759 Ebola-Fälle bestätigt worden. 467 Patienten starben an dem Virus. Am schlimmsten betroffen ist Guinea. Im März war dort das Virus erstmals aufgetreten.

Das Treffen wurde von der WHO einberufen, nachdem die schwere Epidemie in den vergangenen Wochen immer mehr Menschenleben gefordert hatte.

Keine Gefahr für Europa

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst hämorrhagisches – mit Blutungen einhergehendes – Fieber aus.

Je nach Ausbruch sterben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge 25 bis 90 Prozent der Patienten daran. Trotz intensiver Forschung gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel.

Die Inkubationszeit beträgt nach WHO-Angaben zwei Tage bis drei Wochen. Plötzlich setzen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwächegefühl und Halsschmerzen ein. Später gehen Nieren- und Leberfunktion zurück. Es können schwere innere Blutungen auftreten. Experten rechnen nicht mit Ebola-Erkrankungen in Europa.

Hilfe eingestellt

Nach Drohungen gegen seine Mitarbeiter hat das Rote Kreuz seinen Hilfseinsatz in Guinea zur Bekämpfung von Ebola vorübergehend gestoppt. Zuvor hatten mit Messern bewaffnete Einheimische Helfer bedroht. Es war nicht der erste Zwischenfall.

Woher kommt Ebola?

Seinen Ursprung hat Ebola im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt zu erkrankten Tieren anstecken, unter anderem Affen. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Körperflüssigkeiten. Ebola kommt vor allem nahe des Regenwaldes vor. Erstmals tauchte es 1976 im Sudan und im Kongo nahe des Ebola-Flusses auf, daher der Name.